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Test: DTM Race Driver 3
Vom Go-Kart bis zum Monstertruck

von Michael Dees Uhr veröffentlicht

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Das Fazit vorweggenommen: "DTM Race Driver 3" ist das "meiste" Motorsportspiel der Welt. Skeptiker vermuten viel Platz für Sand im Getriebe.

Das Fazit vorweggenommen: "DTM Race Driver 3" ist das "meiste" Motorsportspiel der Welt. Skeptiker vermuten viel Platz für Sand im Getriebe.

Neueinsteiger sollten sich vom Titel nicht beirren lassen. Das Spiel von Codemasters thematisiert die Deutschen Tourenwagen Masters (Saison 2005) zwar umfänglich, aber nicht ausschließlich. Für "DTM Race Driver 3" gilt, was auf wenige Games zutrifft: Es ist mehr drin, als draufsteht.

In den Kategorien Tourenwagen, Formelsport, Ovalrennen, Offroad, GT und Klassiker gehen 70 originale Rennwagen auf 80 lizenzierten Strecken in mehr als 100 Wettbewerben an den Start. Im Mehrspielermodus heulen die Motoren von bis zu zwölf Fahrern gleichzeitig auf. Das Solospiel ermöglicht von Beginn an den Karrierestart in fast jeder verfügbaren Rennserie. Für den Anfang empfiehlt sich dennoch die Teilnahme an der World Tour, die alle Klassen aufgreift und erfolgreiche Piloten mit weiteren Fahrzeugen, Strecken und Wettbewerben belohnt. Auf dem Testsystem kannte der World-Tour-Modus allerdings nur eine Richtung, die zurück aufs Desktop. Leider fuhr der Fehlerteufel im Verlauf des Spiels noch einmal mit. Dazu später mehr.

DTM Race Driver 3

Rigorose Rennbahnrivalen

"DTM Race Driver" pendelt gekonnt zwischen Simulation und leicht zugänglichem Rennspaß, der Anspruch variiert je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad. Die Fahrphysik wurde auf jede Disziplin individuell zugeschnitten. Während aerodynamische Rennmaschinen ähnlich einem Brett auf der Straße liegen, schaukeln Offroad-Karossen mit hohem Schwerpunkt wild über sandige Buckelpisten. Und die Bremswege eines Oldtimers sind ähnlich lang wie dessen Beschleunigungszeit von null auf hundert.

Das Verhalten der computergesteuerten Rennfahrer bezeichnet Codemasters als aggressiv. Das stimmt insofern, weil der Start von bis zu maximal 21 Boliden selten ohne Blechschäden verläuft. Am häufigsten scheppert es, wenn sich das Fahrerfeld durch die erste Kurve schlängelt. Biegungen stehen auch bei Überholvorgängen im Brennpunkt. Von der Ideallinie weicht die Künstliche Intelligenz ungern ab; wehe dem, der dabei sein Heck im Weg hat. Ein neues Strafsystem, das unfaire Aktionen oder Abkürzungen mit Zeitstrafen und im Äußersten mit Disqualifikation tadelt, scheint die KI wenig zu beeindrucken. Im Multiplayermodus zeigt das Strafsystem bedingt Wirkung, für Autoscouterfans mit Rennsportambitionen werden die Zeiten zumindest etwas härter. Im Online-Modus können Rempler durch die Deaktivierung der Kollisionsabfrage sogar gänzlich vermieden werden.

Damit ginge aber auch Potenzial verloren. Ein umfangreiches Schadensmodell beeinflusst nicht nur das Fahrverhalten der Boliden, es verändert obendrein deren Form - beginnend mit eingedellten Kotflügeln über den Verlust von Reifen bis zur völligen Deformation. Wer nach einem Crash die Boxengasse erreicht, bekommt statt animierter Techniker lediglich Menüs zu Gesicht. Service und Benzin gibt es trotzdem. Allerdings sind viele Rennen so kurz, dass taktische Stopps nicht notwendig sind - zumindest was Standardfahrzeuge betrifft. Upgrades wie Ansaugsätze oder Turbolader können den Spritverbrauch dagegen merklich erhöhen.

Aus Force-Feedback wird Stop&Go

Die Verwendung anderer als der im Handbuch empfohlenen Lenkräder kann sekundenlange Spielunterbrechungen bewirken. Im Test war solchen Aussetzern nur durch das Deaktivieren der Force-Feedback-Funktionen über das Optionsmenü beizukommen. Als Gamecontroller diente ein Thrustmaster GT. Auf den Spielspaß schlug sich die verhinderte Handmassage entsprechend nieder, ist doch die Vibration im Cockpit ein zentraler Simulationsaspekt.

Optisch hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel getan. Zur Spitzengrafik fehlen dem Programmcode einige PS. Realistische Fahrzeugmodelle, sichtbare Schäden und Effekte wie aufgewirbelter Staub oder gespiegeltes Sonnenlicht vermitteln dennoch rustikales Rennflair. Gemessen an der Bandbreite ist auch die Qualität der Motorensounds überwiegend gut. Das akustische Drumherum stimmt ebenfalls: Auf unbefestigten Pisten ticken Kieselsteine und Sandkörnchen im Raumklang gegen das Unterbodenblech.

Auf großer Fahrt

Trotz der angesprochenen Mängel ist "DTM Race Driver 3" empfehlenswert. Mehr Motorsport in nur einem Spiel kann Geld gegenwärtig nicht kaufen. Bis alle Meisterschaftspokale eingefahren sind, können Tage vergehen. Man darf gespannt sein, was sich Codemasters für den vierten Teil einfallen lassen wird. Wünschenswert wäre ein dynamisches Wettersystem.

DTM Race Driver 3

Steckbrief
Sound 8 von 10 % 85 %
Grafik 13 von 15%
Spielspaß 14 von 15%
Multiplayer 8 von 10%
Bedienung 7 von 10%
Preis/Leistung 14 von 15%
Hardwareanforderung 12 von 15%
Langzeitspielspaß 9 von 10%
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Das Fazit vorweggenommen: "DTM Race Driver 3" ist das "meiste" Motorsportspiel der Welt. Skeptiker vermuten viel Platz für Sand im Getriebe.
http://www.netzwelt.de/news/73724-test-dtm-race-driver-3.html
2006-03-01 15:28:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2008/2292/16439.jpg
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