Dosenfutter für Straßenkinder
Test: Marc Eckos Getting Up: Contents under Pressure
Graffitis, Hüpfeinlagen und Prügeleien verschmelzen im Videospiel der Fashion-Ikone Marc Ecko zur funktionierenden Einheit. Leichte Bruchstellen gibt es in der PC-Version.

Der junge Trane sprüht - nicht vor Charme, sondern mit Farbe auf fremdes Eigentum. Als passionierter Sprayer kämpft der Außenseiter in der fiktiven US-Metropole New Radius gegen Cops und Gangs sowie um Anerkennung im Untergrund. Der zweifelhafte Held schwingt sich zur Szenengröße auf und rebelliert mit Gleichgesinnten gegen die brutale Macht des hiesigen Bürgermeisters.
Einen Namen macht sich Trane durch das Anbringen möglichst vieler Graffitis - je größer und exponierter, desto besser. Anfangs ist das Repertoire an Motiven überschaubar. Mit der Zeit füllt sich aber das so genannte Black-Book, das immer neuen Werken als Vorlage dient und vor jeder Mission zusammengestellt werden darf. Tipps holt sich Trane von leibhaftigen Graffiti-Größen wie Futura, Cope2, TKid oder Seen. Um die Herrschaften zu beeindrucken, ist es mit bloßer Wandschmiererei jedoch nicht getan. Nur gewagte Aktionen, etwa das "Bomben" ebenso enger wie stark frequentierter U-Bahntunnel, nötigen den Stars der Szene Respekt ab.
Dem Spieler können solche Aktivitäten Kopf und Kragen kosten. In Ermangelung einer Speicherfunktion bleibt dann nur der letzte Rücksetzpunkt, den das Programm in jedem Level automatisch festlegt. Selten tödlich enden dagegen Kletter- und Hüpfpartien, die zum Erklimmen besonders wirkungsvoller Flächen - so genannter Himmelsplätze - notwendig sind. Die an "Prince of Persia" erinnernde Akrobatik ist gewissermaßen ein Selbstläufer und toleriert sogar größtes Ungeschick. Für coole Action ist dennoch gesorgt, wenn Revoluzzer Trane in voller Fahrt Waggons besprüht und dafür zwischen zwei fahrenden Zügen hin und her springen muss.
