Verbot von Streamripper & Co. gefordert

Music Markt: Musikindustrie will Internet-Radios verbieten

Die deutschen Phonoverbände fordern einen weit gehenden Eingriff in die Online-Radiowelt. Die Umsetzung der Pläne könnte ein Ende für Hunderte von Online-Radios bedeuten. Zahlreiche Programme zum Aufnehmen von Radiosendungen sollen zudem verboten werden.

Die Branchenvertreter haben sich diese Woche mit einer neuen Stellungnahme in die Diskussion zur Verschärfung des Urheberrechts eingeschaltet. Darin wiederholen die Verbände ihre Forderung nach einer weit gehenden Einschränkung der Privatkopie und einer Streichung der so genannten Bagatellklausel. Gleichzeitig rücken sie einen Aspekt ins Scheinwerferlicht, der bisher kaum Beachtung fand: die Internet-Radiolandschaft.

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Die Musikindustrie fordert dazu, das so genannte Sendeprivileg auf den "traditionellen Hörfunk" einzugrenzen. Das Sendeprivileg erlaubt Radio-DJs, nach Lust und Laune jede beliebige Platte zu spielen, ohne dafür vorher die Genehmigung der Plattenfirma oder des Musikers einzuholen. Anstelle einzelner Verträge tritt dabei eine Vergütung über die Verwertungsgesellschaften.

Schon für klassische Radiosender sei dies nicht mehr zeitgemäß, bemängelt jetzt die IFPI. Internet-Radios sollen deshalb in Zukunft nur noch spielen dürfen, was die Plattenfirmen ihnen erlauben. "Die Begrenzung der Rechte von ausübenden Künstlern und Tonträgerherstellern auf einen reinen Vergütungsanspruch ist für neue Übertragungsformen wegen des damit verbundenen Eingriffs in die Erstverwertung nicht hinnehmbar", heißt es dazu etwas langatmig von der Phonowirtschaft. Mit anderen Worten: Weil Netzradios Musikfans vom Plattenkauf abhalten könnten, sollen ihre Betreiber jetzt selbst tiefer in die Tasche greifen. Und zwar für jeden gespielten Titel einzeln.

Besonders ärgerlich finden die Branchenverbände offenbar Radio-Angebote wie etwa Last.fm, die ihren Nutzern das Zusammenstellen einer eigenen Station über persönliche Bewertungen ermöglichen. "Solche 'Unicasts' haben mit einer Sendung nichts mehr zu tun", heißt es dazu in der Stellungnahme. Doch auch schon das Bereitstellen mehrerer Kanäle mit verschiedenen Musikrichtungen geht der Industrie zu weit. Das Sendeprivileg soll online nur genießen können, wer "Musik in einem redaktionell gestalteten Programm mit unterschiedlichen Inhalten und ohne interaktive Elemente" sendet. Die Streams der großen Radiosender könnten damit wohl weiterhin im Netz bleiben. Zahllose kleine Netzradio-Anbieter müssten dagegen im Falle einer solchen Änderung aufgeben.

An den Kragen will man auch den Nutzern derartiger Angebote. So fordert die Industrie eine "Beschränkung des Mitschneidens aus Radio- und Internetprogrammen auf zeitversetztes Hören" und ein "Verbot 'intelligenter' Aufnahmesoftware". Gemeint sind damit Programme wie der Streamripper oder Audiojack, die das gezielte Aufnehmen einzelner Titel ermöglichen.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 30 Beiträge

Immer langsam mit den jungen Pferden... das Thema ist 4,5 Jahre alt und siehe da, es gibt noch immer Internetradios ;-) Besser mal closen.

Wirklich eine Unverschämtheit! Ewig diese Einschränkungen! Urheberrecht ist ja gut und schön... Aber die sich entwickelnden Sachen einer einengenden Kontrolle bis dorthinaus zu...

sieht so aus, als müsse man werbung im radio neu erfinden: es wird die zeit kommen, wo man keine filme mehr im fernsehen gucken kann, weil wir dafür ja nicht bezahlen. privatfernsehen wird durch werbung finanziert....

Zitat: Tut mir leid, wenn dieser Wichs so weiter geht, dann brauch man bald kein Internet mehr. Für was ? Na das Internet brauchst du dann nur noch um dir...

Radio ? Verbieten !!! Schnell !!!! Und nicht vergessen, alle Seiten auf denen was steht - das nicht Werbung ist - auch verbieten !!! Beeilt euch ! Sonst könnt ihr ja kein Geschäft machen ! Tut mir leid, wenn dieser...

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