Belgische Polizei beschlagnahmt Edonkey-Server

Filesharing: Razorback2 nach Razzia abgeschaltet

Die belgische Polizei hat gestern in einem Rechenzentrum in der Nähe von Brüssel den Edonkey-Server Razorback2 beschlagnahmt. Gleichzeitig nahmen Schweizer Polizisten einen der Razorback-Admins im Rahmen einer Hausdurchsuchung vorläufig fest. Razorback2 galt mit mehr als einer Millionen simultaner Nutzer als größter und bekanntester Edonkey-Server weltweit.

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Die Filmindustrie feierte die Polizeiaktion gestern in einer Presseerklärung als "wichtigen Sieg im Kampf gegen die Verbreitung illegaler Inhalte über P2P-Netze." Razorback2 sei unternehmerisch geführt worden und habe Geld mit Bannerwerbung und Spenden verdient. Schätzungen der Filmindustrie-Organisation MPAA zufolge indizierte Razorback mehr als 170 Millionen Dateien. MPAA-Piratenjäger John G. Malcolm erklärte, der Server habe eine "Bedrohung für die Gesellschaft" dargestellt.

Keine Log-Dateien mit IP-Adressen auf Razorback

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Die genauen Umstände der Polizeiaktion sind nach wie vor unklar. Unbestätigten Berichten zufolge beschlagnahmte die belgische Polizei am Dienstag morgen um 10 Uhr den Server. Bereits Stunden nach der Aktion tauchte im französischen Online-Magazin Ratatium die Meldung auf, dass sich auf den Razorback-Festplatten keine Log-Dateien mit den IP-Adressen der Nutzer befänden. Ratatium erklärte dazu, Kontakt zu einem der Razorback-Administratoren hergestellt zu haben.

Die Abschaltung des Razorback2-Servers führte kurzzeitig zu einem Einbruch der Edonkey-Nutzerzahlen. Langfristig dürfte die Abschaltung jedoch kaum negative Konsequenzen für die Edonkey-Community haben. Der populäre Emule-Client setzt bereits seit Version 0.40 auf ein dezentrales P2P-Netzwerk, das ganz ohne Server wie Razorback auskommt.

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