Tivo: Der Videorecorder mit Netzanschluss im Test

Mehr Spaß mit HME

Dazu bietet Tivo in Zusammenarbeit mit Firmen wie Yahoo und Live365 noch eine Reihe weiterer Breitband-Features an. Nutzer können sich eine persönlich zusammengestellte Wettervorhersage anschauen, Kinokarten direkt vom Fernseher aus kaufen oder auf eine von zahllosen Live365-Radiostationen zugreifen. Die meisten dieser Angebote sind im wesentlichen angepasste Web-Plattformen. Zum Glück haben sich die Macher dabei jedoch auf das Tivo-Interface eingelassen, sodass die Darstellung nicht an viel zu kleinen Web-Fonts oder ähnlichen WebTV-Problemen scheitert.

Das Geheimnis der Tivo-typischen Interface-Gestaltung ist die HME-Plattform - eine Java-basierte Open Source-Schnittstelle zum Entwickeln von Tivo-Applikationen. Damit ist es prinzipiell jedem möglich, eigene netzbasierte Anwendungen für den Tivo zu programmieren. Einige Entwickler haben davon auch bereits Gebrauch gemacht.

So lässt sich über die Website Apps.tv unter anderem ein Flickr Foto-Browser, ein Pokerspiel und ein Player für die personalisierte Radiostation Last.fm abrufen. Wer HME-Anwendungen auf seinem eigenen Rechner installiert, kann seinen Tivo zudem um RSS, Slideshows, einen E-Mail-Client und zahlreiche zusätzliche Spielereien erweitern.

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Fazit: Das Fernsehen der Zukunft

Ein Tivo ist eines von diesen Geräten, mit denen man sich früher oder später unweigerlich fragt: Wie bin ich bloß vorher ohne so etwas ausgekommen? Schon die klassischen Videorecorder-Anwendungen reichen aus, um den persönlichen Fernsehalltag ein für alle Mal zu verändern. Dass der Tivo einem zusätzlich noch zahlreiche Online-Features bietet, ist ein wunderbares Sahnehäubchen für technikverliebte Couch Potatoes.

Klar, auch der Tivo hat seine Fehler. So besitzt das Gerät zum Beispiel nur einen TV-Tuner, was das gleichzeitige Aufnehmen und Anschauen zweier verschiedener Kanäle in den meisten Fällen unmöglich macht. Auch die Kopierschutz-Sperren des Tivo-Videoformats sind lästig. An kostenlose Fernsehwelten gewöhnte Europäer schütteln auch angesichts der monatlichen Service-Zahlungen den Kopf. Und echte Geeks fragen sich: Könnte ein selbst zusammengebauter Medienserver auf MythTV-Basis nicht noch viel mehr?

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Könnte er sicherlich. Doch wie viele Leute greifen tatsächlich zu Schraubenzieher und Unix-Handbuch, um sich ihren eigenen digitalen Videorecorder zusammenzubasteln? Das faszinierende am Tivo ist gerade, dass damit auch der Otto Normalverbraucher auf Nischenmedien wie Podcasts und Video-Blogs zugreifen kann - und zwar ganz ohne komplizierte Software und ellenlange Feed-Adressen. Tivo zeigt damit, wohin sich das Fernsehen der Zukunft entwickeln könnte: zu einem Medium, in dem Inhalte großer Sender und kleiner Blogger gleichberechtigt miteinander konkurrieren.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Mit der M740AV von Siemens gibt es auf dem europäischen Markt breits ein Gerät das fast alle Tivo-Funktionen beinhaltet, und das für ca. 200 Euro für das Gerät und evtl. 80 Euro für eine extrene Festplatte....

Zitat: für technikverliebte Couch Potatoes. Genau das ist es. Zitat: nicht abschaltbare Werbe - Popups. Ein Gerät, was mir etwas aufzwingt, was ich nicht...

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