Mit oder ohne Media-Player
Windows Vista: Windows Vista kommt im Oktober, in zwei Versionen
Windows Vista und kein Ende: Microsoft möchte das Betriebssystem-Segment offensichtlich aufteilen und plant bereits seit September, Vista in sieben verschiedenen Versionen herauszubringen. Nun sollen noch zwei weitere Versionen hinzukommen, speziell für die EU. Man möchte den Wettbewerbshütern kein zusätzliches Futter bieten.
Microsoft und seine Bundles: Schon früh gab es erste Probleme mit der tiefen Integration des Internet-Explorers in Windows 98. Der Anwender konnte den Browser nicht deinstallieren - Grund genug für die Wettbewerbshüter, Microsoft auf den Zahn zu fühlen. Die Firma wurde verklagt und geprüft, doch bis auf außergerichtliche Einigungen mit der Konkurrenz und Strafauflagen passierte nicht viel. Streitpunkt war neben dem Internet-Explorer auch der Windows Media Player.
Bündel-Spielchen
Letzterer ist auch Grund dafür, dass Windows Vista in Europa voraussichtlich in zwei Versionen auf den Markt kommen wird: eine mit und eine ohne Media-Player. Die Windows-Versionen ohne Media-Player werden mit einem "N" gekennzeichnet: Windows Vista Home Basic N ersetzt das aktuelle Windows XP Home Edition, die Windows Vista Business N-Version ist der Nachfolger von Windows XP Professional, jeweils ohne Media-Player.
Natürlich werden ebenfalls Varianten ohne "N", also mit Media-Player, in Europa erhältlich sein. Grund für das seltsame Release-Verhalten sind die europäischen Wettbewerbshüter. Microsoft war von der Europäischen Kommission zur Zahlung von knapp 500 Millionen Euro verknackt worden, wegen "Missbrauchs seines Quasi-Monopols bei PC-Betriebssystemen." Microsoft hatte gegen die EG-Wettbewerbsregeln verstoßen. Um solchen unangenehmen Zahlungsauflagen künftig aus dem Weg zu gehen, werden Vista-Versionen ohne gebundelten Media-Player auf den Markt gebracht.
Rechtlich nicht mehr zu belangen
Wichtig dabei ist weniger der kommerzielle Erfolg als vielmehr die Tatsache, dass Anwender wählen können: Wer den Media-Player, der ähnlich tief im System verhaftet ist wie der Internet-Explorer, nicht haben möchte, kann zur Vista-N-Version greifen. Dabei handelt es sich aber um eine rein bürokratische Maßnahme, ist Microsoft doch nicht verpflichtet, die N-Versionen günstiger anzubieten als das Windows Vista mit Media-Player.
Für den Kunden gibt es also im Zweifelsfall weniger - zum gleichen Preis, was wohl die wenigsten Anwender akzeptieren werden. Das dürfte sich auch in den Verkaufszahlen niederschlagen, der Misserfolg des Media-Player-befreiten Vista liegt auf der Hand. So kann Microsoft geschickt den Media-Player weiterverbreiten, ohne an die EU-Kommission zu geraten. Denn solange es eine Alternative zu Vista mit Media-Player gibt, verstößt Microsoft nicht gegen Wettbewerbsrecht. Der Rest ist Marktwirtschaft, ein Feld, mit dem sich Microsoft besser als die meisten anderen auskennt.

Nein, ja, nein und jetzt wieder ja: Gestern hat Microsoft die Lizenzverträge für Windows Vista angepasst und erlaubt nun die Virtualisierung auch von Home Basic und Home Premium auf Gastsystemen. Bislang war das Arbeiten mit einer virtuellen Maschine nur den teureren Versionen Business und Ultimate vorbehalten. Unternehmen sowie Nutzer von Linux und Mac können sich freuen.
Microsoft hat heute bekannt gegeben, einige Versionen von Windows Vista künftig um bis zu 50 Prozent günstiger anzubieten. Davon betroffen ist nur der vergleichsweise kleine Markt von Retail-Versionen, die unabhängig von einem Komplettsystem gekauft werden.
Microsoft hat bestätigt, dass Windows XP in diesem Sommer nicht vom Markt genommen wird. Auf Subnotebooks kann noch bis mindestes 2010 die Home Edition von XP vorinstalliert werden. Anscheinend macht sich der Konzern Sorgen wegen der zunehmenden Verbreitung von Linux.
In Windows 7 wird auch ein rundum erneuerter Media Player Einzug halten. Mit Version 12 weicht die Abspiel-Software vom strikten Kurs Microsofts ab und öffnet sich für fremde Formate. Einen hohen Stellenwert genießt beim WMP 12 auch das Streaming von Daten im Netzwerk.
Die Dauerfehde zwischen der EU und Microsoft geht in die nächste Runde. Das US-Unternehmen habe seine marktbeherrschende Position ausgenutzt, um Hersteller von anderen Browsern als dem Internet Explorer zu behindern.
Microsoft hat die kommenden Varianten von Windows 7 vorgestellt. Insgesamt wird es sechs verschiedene Windows-7-Versionen geben. Microsoft betont aber, dass für die allermeisten Konsumenten zwei Versionen gedacht sind: Windows 7 Home Premium und Windows 7 Professional.
Nachdem Microsoft kürzlich Windows 7 als "Family Pack" mit einer Dreiplatz-Lizenz in den USA und Kanada angekündigt hatte, weitet der Konzern das Angebot nun auch auf große Teile von Europa aus. Das "Family Pack" erscheint zeitgleich zu den anderen Windows 7-Versionen am 22. Oktober 2009.




