Webradio und Podcast zum Deutschlandtarif
Phonecasting: Das Handy als Radio
Christian Grohmann
Die Preisfrage: Alles umsonst?
Wer hinter dem bunten Unterhaltungsangebot teure 0900er-Fallen vermutet, liegt falsch - momentan sind alle Podcast-Stationen und Internetradios hinter Rufnummern aus dem Würzburger Ortsnetz geschaltet. Mit hinreichend großen Minutenpaketen, Handy- oder VoIP-Flatrates lässt sich der Dienst so gut wie kostenlos nutzen.
Für die Betreiber ist der ganze Aufwand trotzdem nicht umsonst. Zwar verdienen sie an der Bereitstellung des Phonecaster-Systems kein Geld, sammeln aber Erfahrungen für ein ähnliches kommerzielles Projekt, über das sie sich bisher noch ausschweigen. Den Nutzer von Phonecaster dürfte das aber vorerst wenig stören.
Handy - wofür?
Einiger Nachteile kann sich auch das Phonecasting nicht erwehren. Wer dank günstiger Tarifkonditionen ständig einen Phonecast im Ohr hat, ist für niemanden erreichbar, solange Mobilfunkanbieter oder Handy das Leistungsmerkmal Anklopfen nicht unterstützen. Auch der Akku macht bei Dauerbelastung sehr schnell schlapp. So drängt sich leicht der Gedanke an ein Zweithandy auf.
Der nächste Kritikpunkt ist gesundheitlicher Natur: Im Gegensatz zu einem Radio empfängt ein Handy nicht nur Audiosignale, es sendet auch welche. Zwar sind sich Experten noch uneinig über die Auswirkungen von exzessiver Handy-Nutzung, Langzeitstudien liegen auch noch nicht vor. Trotzdem kann man vermuten, dass es nicht gesundheitsfördernd ist, ständig eine Strahlenquelle neben dem Kopf spazieren zu tragen.
Empfangsgeräte verlangen...
...nach GEZ-Gebühren. Ab 2007 gilt das auch für internetfähige Computer, weil diese auf Webseiten öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten zugreifen können. Das trifft dann indirekt auch auf Mobiltelefone zu. So hätte die GEZ einen weiteren Grund, Handys in die Kategorie der gebührenpflichtigen Empfangsgeräte zu stecken. Ganz gleich, ob der einzelne Nutzer das Angebot wahrnimmt oder nicht.
Fazit: Ausprobieren
In jedem Fall ist das Phonecasting eine interessante Sache. Wer sich von den Vorteilen überzeugen möchte und die Nachteile in Kauf nimmt, kann aus einem breiten Spektrum aus Unterhaltung, Musik und Information wählen. Auch der netzwelt-Podcast findet sich in der Liste wieder.
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