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15.02.2006
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Webradio und Podcast zum Deutschlandtarif

Phonecasting: Das Handy als Radio

Christian Grohmann

In der Straßenbahn sieht man öfter Menschen, die mit ihren Mobiltelefonen zugange sind - lauthals schwadronierend oder konzentriert tippend. Kürzlich saß mir ein junger Mann mit angeschlagenem Handy gegenüber und starrte minutenlang teilnahmslos aus dem Fenster. Ohne ein Wort zu sagen. Mein erster Gedanke: Hoffentlich begegnet mir die Person am anderen Ende dieser Leitung niemals auf einer Party.

Doch jemanden, der so lange total belangloses Zeug quatscht, kann es gar nicht geben. Und eine Bandansage hört man sich nicht über so lange Zeit an. Hätte der schweigsame Bahnfahrer Stöpsel im Ohr gehabt, hätte das auf einen Was-weiß-ich-nicht-was-Player hingedeutet. Auf meine Frage hin klärte mich mein Gegenüber in Sachen mobile Entertainment auf.

Podcast auf dem Telefon

Diese neue, seltsam anmutende Unterhaltungsart nennt sich Phonecasting und wird seit Dezember 2005 von der just digits GmbH aus Heidelberg angeboten. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Wählt man die entsprechende Rufnummer, beginnt ein Computer am anderen Ende der Leitung eine Audiodatei wiederzugeben, sei es nun ein Podcast oder ein Webradiosender. Das kann man sich dann beim Warten auf den Bus, in der Bahn, bei der Hausarbeit oder auf dem stillen Örtchen anhören.

Damit es nicht langweilig wird, haben die Betreiber bereits etliche Podcasts auf ihrer Seite gelistet, die mit unterschiedlichen Rufnummern versehen sind. Sogar die Tagesschau ist dabei. Ist ein Podcast einmal registriert, sorgt die Seite per RSS-Feed automatisch für Nachschub. So hat der Hörer immer Zugriff auf die aktuellste Ausgabe des Podcasts. Dabei ist der Hörer nicht wie beim Radio vom Sendeplan der Regie abhängig. Während des Telefonats arbeitet die Handy-Tastatur als Fernbedienung, die Funktionen wie Pause, Episodenwechsel, Vor- und Zurückspulen unterstützt.

Dem Taschenradio überlegen

Die Vorteile des Systems Podcast plus Handy gegenüber dem Radio liegen klar auf der Hand: Der Nutzer kann hören, was er will, wo er will und vor allem wann er will. Wer ein Headset oder eine Freisprecheinrichtung nutzt, vermeidet außerdem den starren Telefonarm. Auch mit dem Festnetzanschluss zu Hause lässt sich das Angebot nutzen, wenn man nicht extra den PC einschalten will, um kurz einen Podcast zu hören. Das kann man dank Phonecasting jetzt auch ganz bequem im Bett oder auf dem Sofa. Selbst über die Kosten braucht man sich keine Gedanken zu machen - den richtigen Telefontarif vorausgesetzt.


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News Flash, am 05.12.2008 03:01

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