RIAA verklagt US-Amerikanerin ohne Rechner
Filesharing-Klage gegen Frau ohne Computer
Filesharing
Zahlreiche Filesharer auf der ganzen Welt fielen bereits den groß angelegten Klagen der Musikindustrie zum Opfer. Erwischte P2P-User mussten bisher teils empfindliche Geldstrafen für das Tauschen von urheberrechtlich geschützten Dateien bezahlen. So soll auch Marie Lindor zur Zahlung von 4500 Dollar gezwungen werden.
Der US-Amerikanerin wird von der RIAA (Recording Industry Association of America) vorgeworfen in großem Stil Dateien über das Netz getauscht zu haben. Das Problem dabei: Die gute Frau hat nicht einmal einen Computer zu Hause. Wie sie sich die Dateien aus dem Internet geladen haben soll, bleibt deshalb ein Rätsel. Der RIAA und ihren Anwälten ist dies scheinbar egal. Trotz zahlreicher Erklärungsversuche seitens der Angeklagten, bestehen der Musikverband und seine Anwälte auf die Zahlung der Geldbuße.
Klage wegen unsicherem WLAN-Router
Zu einer Anklage konnte es überhaupt nur deshalb kommen, weil in der Wohnung Marie Lindors ein offenbar ungeschützer WLAN-Router in Betrieb war. Dieser gehörte eigentlich dem Sohn der Frau, welcher jedoch seit einiger Zeit (samt seinem Rechner) ausgezogen war. Zum Zeitpunkt der RIAA-Ermittlungen wohnte er bereits nicht mehr im Haus seiner Mutter. Der Router blieb jedoch versehentlich in Betrieb (auch der Internet-Zugang wurde nicht gekündigt) und wurde somit scheinbar von jemand anderem missbraucht - so zumindest der Erklärungsversuch der Lindsors.
Dass die RIAA-Anwälte diese Geschichte glauben und schließlich nachgeben werden, ist eher unwahrscheinlich. Der Fall Lindsor ist zwar obskur, doch hat die RIAA schon wesentlich peinlichere Vorstellungen beim Verklagen von P2P-Usern gegeben. So wurden bereits mehrere Mütter verklagt, nur weil ihre Kinder einen "Shared"-Ordner (ohne Dateien darin) auf der Festplatte hatten. Der bisher peinlichste Fall war jedoch die Anzeige gegen eine 83-jährige Frau, die zum Zeitpunkt der Klage bereits seit einem Vierteljahr verstorben war...
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