Publisher Activison entschuldigt sich
Gaming: Indianerverband ruft zum Boykott des Actionspiels Gun auf
Cowboy und Indianer zu spielen galt lange Zeit nicht als politisch inkorrekt. Dann kam "Gun". In dem von Neversoft entwickelten und Activision vertriebenen Actionspiel fallen nicht wenige Rothäute der Schießbüchse zum Opfer. Die Folge: ein Aufruf zum Boykott des Spiels, lanciert von der Association for American Indian Development, kurz AAID.
Die Vertreter von Ureinwohnern der Stämme Nord-, Zentral- und Südamerikas kritisieren, dass ihre virtuellen Vorfahren in "Gun" ermordet und skalpiert werden dürfen. Ginge es in einem Spiel darum, etwa Afroamerikaner, Iren, Mexikaner oder Juden zu "schlachten", so der Verband, wäre die Entrüstung groß. Darüber hinaus kämen die historischen Tatsachen zu kurz, im Spiel deute nichts auf die Komplexität jener Zeit hin. Die Eingeborenen hätten damals schlicht ihre Heimat verteidigt, ihre Art zu leben.
Sklaven lynchen als nächster Schritt?
In einer von gamesindustry.biz veröffentlichten Stellungnahme entschuldigte sich Activision bei ethnischen Gruppen, die sich durch das Spiel gekränkt fühlen könnten. Dies sei nicht die Absicht des Publishers gewesen. Dass Activision der Forderung nachkommt, jene durch die AAID verurteilten Inhalte aus dem Spiel zu entfernen, darf dennoch bezweifelt werden. Nicht umsonst verweist der Game-Gigant auf eine ähnliche Geschichtsdarstellung der besagten Epoche in Film und Fernsehen. Mit "Gun" habe man die harten Lebensbedingungen darzustellen versucht, die seinerzeit an den Grenzen Amerikas herrschten.
