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01.02.2006
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Schnell, schneller, Core Duo

iMac Core Duo im Test: Apples erster Intel-Bolide

Komplettsysteme

Rosige Erfahrungen mit Rosetta

Nun gut, nicht wirklich einwandfrei. Denn dank der neuen Architektur muss der iMac bei noch nicht angepasster Software die Rosetta-Emulation anwerfen. Rosetta, das ist Apples Technologie, die dafür sorgt, dass alte PowerPC-Anwendungen auch auf der Intel-Plattform lauffähig bleiben. Da es sich jedoch um eine Emulation handelt, sollte man sich keine Geschwindigkeits-Wunder erhoffen. Native PowerPC-Applikationen laufen nicht angemessen schnell, weil der Emulations-Modus viel Leistung frisst. Allerdings ist diese Einschränkung nicht allzu tragisch, Programme, die noch nicht an die Intel-Architektur angepasst wurden, laufen in etwa mit der Performance eines G4 mit 1,25 Gigahertz und einem Gigabyte Arbeitsspeicher - für Anwendungen wir Photoshop, Office, Google Earth oder den Open-Source-Weltraum-Simulator "Celestia" durchaus ausreichend, für Spiele reicht die Performance nicht, hier sollte auf entsprechende Universal-Binary-Updates vom Hersteller gewartet werden.

Interessant an der Rosetta-Emulation ist die Tatsache, dass sie nicht nur den Prozessor, sondern vor allem den Arbeitsspeicher in Anspruch nimmt. Hier stößt der Anwender schnell an die Grenzen des Machbaren, selbst wenn der Rechner mit einem oder sogar zwei Gigabyte RAM ausgestattet ist: Man kann einen Arbeitsspeicher-Bedarf in etwa als drei- bis vierfachen einrechnen, Programme, die auf G4-Macs mit 512 MB ordentlich laufen, benötigen in der Rosetta-Emulation rund ein bis anderthalb Gigabyte für die gleiche Leistung. Das dürfte jedoch halb so tragisch sein, zumal auf PowerPC-Macs viel RAM vom System geschluckt wird - RAM, den Rosetta nicht benötigt. Die Performance von Anwendungsprogrammen ist jedoch erstaunlich gut, von Rosetta selbst bekommt der Anwender nichts mit, außer, dass die Prozessor- und Speicher-Last stärker in die Höhe schnellt als bei Universal-Applikationen.

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iMac Core Duo - Die Optik

Universelle Binaries - noch nicht überall!

Apropos Universal-Binaries: Alle seriösen Mac-Entwickler arbeiten bereits an einer Portierung ihrer Programme, sodass sie nativ auf der Intel-Plattform laufen. Bei den Apple-eigenen Programmen der Consumer-Schiene ist dieser Umbau bereits abgeschlossen, bei den meisten namhaften Software-Produkten aus der Free- und Shareware-Szene ebenfalls. Ein Update hilft in den meisten Fällen. Noch nicht portiert hingegen sind zahlreiche Profi-Applikationen, darunter Microsoft Office oder die Produkte aus dem Hause Adobe. Ebenfalls noch nicht angepasst sind die Pro-Apps von Apple, also Programme wie Aperture, Final Cut oder DVD-Studio, die interessanterweise den Dienst verweigern. Entsprechende Updates sind, kostenpflichtig, wie bei Apple üblich, bereits in der Mache und sollen bis Mitte des Jahres Verfügbar sein.

Anwender von Mac OS 9 und dem Classic-Mode sollten allerdings vom Kauf eines Intel-Macs Abstand nehmen: Apple hat mit Mac OS X.4.4 den Classic-Mode gestrichen, der Emulationsaufwand wäre zu hoch, neben der anderen Prozessor-Architektur auch noch ein anderes Betriebssystem zu emulieren. Deshalb sind OS 9-Anwendungen nicht mehr ausführbar, das ist zwar schade, allerdings arbeiten die wenigsten Anwender noch mit OS 9-Apps. Wer sie unbedingt braucht, kann sich ja immer noch seinen alten Mac auf PowerPC-Basis mit OS 9 daneben stellen. Mit Sicherheit werden auch bald einige findige Programmierer einen OS 9-Emulator zur Verfügung stellen, schließlich war es ja auch kein Problem, die Intel-Architektur mit VirtualPC auf dem PowerPC zur Verfügung stellen - warum also nicht auch umgekehrt?

Native Applikationen: Ungeahnter Performance-Schub

Mit nativen, also für die Intel-Architektur angepassten Applikationen, läuft der iMac Core Duo mit einer beachtlichen Leistung. Endlich können sich Macs auf einem vernünftigen Niveau mit PCs und Mac OS X auf gleicher Basis mit Windows messen. Das Ergebnis ist nicht unbedingt positiv für Windows, Mac OS X ist flott, flotter, als es je auf einem PowerPC-Prozessor war, vielleicht einmal abgesehen von den G5-Prozessoren. Und es ist flotter als Windows und Linux, zumindest in Sachen Systemstart. Nach knapp 25 Sekunden steht der iMac bereit zur Arbeit.


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