Kein AIBO mehr auf der Welt

Verkehrte Netzwelt: Friedhof der Elektrotiere

Haustiere können aufatmen: Sony stellt die Entwicklung des AIBO-Robo-Hundes ein. Keine teuren Elektronik-Spielköter mehr, die von technikbegeisterten Familienvätern abgerichtet werden, genau das zu leisten, was jeder Billig-PDA auch kann: Termine planen und als Diktiergerät herhalten. Doch AIBO ist nicht das einzige Robo-Haustier, das sich ohne viel Aufhebens vom Markt verabschiedet. Eine Rückschau auf die elektronischen Hausgenossen der vergangenen Jahre.

Tamagotchi Quelle: Wikipedia

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Du hast da was am Hals!
  2. 2Creatures: Komische Viecher
  3. 3Schwanger durch Küssen
  4. 4Red' nicht so furbisch!
  5. 5AIBO: Sinnvolles Spielzeug
  6. 6Nie wieder neue AIBOs
  7. 7Robo-Monster und virtuelle Freunde
  8. 8Lerneffekt oder Haustier-Horror?

Alles begann mit dem Tamagotchi. Damals, 1996, als Elektronik noch schwer und teuer war, kam der japanische Erfinder Aki Maita auf die glorreiche Idee, ein Plastikei mit LCD zu basteln, in dem ein kleines, virtuelles Haustier in Vogelgestalt lebte, das Tamagotchi. Im Grunde nicht mehr als ein Videospiel, musste das Tamagotchi rund um die Uhr gepäppelt, gepflegt, gefüttert und mit Antibiotika vollgepumpt werden.

Du hast da was am Hals!

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Junge Mädchen in aller Welt trugen plötzlich piepsende Plastikeier um den Hals und ließen alles stehen und liegen, wenn der kleine Quälgeist nach Futter plärrte. Nachahmer fanden sich schnell, chinesische Raubkopierer warfen täglich neue Varianten auf den Markt, die die Mädels alle nach dem gleichen Prinzip konditionierten: Wenn es piept, hast du bereit zu stehen. Manch männlicher Zeitgenosse nutzte diese Form der Massenhypnose für seine Zwecke und ließ reihenweise Tamagotchis verhungern, um Mitleid bei den jungen Damen zu erwecken.

Die auf verschiedenste Weise dahingerafften Tamagotchis waren das Hauptgesprächsthema im Sommer 1997. Konversation war fast unmöglich, ging sie nicht um ein kleines LCD-Vieh im hässlichen Plastik-Ei. Während die jungen Damen sich im Tamagotchi-Wahn schon perfekt auf den wenige Jahre später folgenden SMS-Wahnsinn einstimmen konnten. Allzeit bereit, allzeit abrufbar und schon damals die unbequeme Angewohnheit, für das piepsende Elektronik-Dingsbums alles stehen und liegen zu lassen. Das Tamagotchi lebte jedoch nur einen Sommer und schon nach wenigen Monaten wollte niemand mehr etwas mit den nervigen Eiern zu tun haben.

Creatures: Komische Viecher

Ganz anders sah es mit den Norns aus. Virtuelles Leben war in den Jahren 1996 und 1997 ein überaus beliebtes Thema, weshalb die Firma Creature Labs ihre "Creatures" auf den Markt warf. Die Creatures, unterteilt in die guten Norns und die bösen Grendels, waren eine Art Extrem-Tamagotchi für den PC. Der Bildschirm diente als eine Art Aquarium, in denen die kleinen, pelzigen Quälgeister leben, lieben und sterben durften. Anders als beim Tamagotchi galt es nicht nur, die Tierchen rechtzeitig zu füttern, Ziel des Spiels war vielmehr die Zucht einer Super-Rasse, die man dann via Diskette oder E-Mail mit anderen Norn-Züchtern tauschen, ja sogar paaren durfte.

Entsprechend spaßig war es, sich mit den Norns zu befassen: Man konnte ihnen einen Klaps verpassen, sie erziehen, ihnen sogar Klavierspielen beibringen. Die Fusselhintern agierten jedoch meist selbstständig und turnten durch die virtuelle Welt. Ging es ihnen schlecht, machten sie ein mitleidserregendes Gesicht und man konnte ihnen eine Spritze verpassen. Klaps und Adrenalin-Spritze wurden für manch einen Norn-Züchter zum ultimativen Mittel der Erziehung, genetische und chemische Experimente inbegriffen, meist mit dem Erfolg, dass eine komplette Norn-Dynastie sozial auffällig wurde.

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Beiträgeinsgesamt 7 Beiträge

Zitat: Das schafft nur ein Tier mit einer Seele. Naja, wenn ich mir den Film A.I. ansehe, weiß ich immer nicht so recht, ob das nicht vielleicht doch möglich wäre. Ich denke schon,...

Zitat: Ich bin fast der Meinung, dass man solchen Menschen grundsätzlich echte Tiere verbieten sollte... Meine volle Zustimmung! Ich bin auch nicht der...

Und so einen blödsinn wie meine Katzen oft machen. Das schafft nur ein Tier mit einer Seele. Bei einem Roboter würd es mich nur nerven und ich drück den Aus-Schalter. *G*

Zitat: Her mit dem "Kinder- und Tierführerschein"! Das wäre mal 'ne Maßnahme, wirklich. Andererseits: Wie will man das realisieren? Außerdem haben sich schon viele ambitionierte...

Zitat: Ich bin fast der Meinung, dass man solchen Menschen grundsätzlich echte Tiere verbieten sollte... Die Meinung teile ich, gehe aber noch einen Schritt weiter: Her mit...

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