Wie man XP auf einem Mac einrichtet
Wettbewerb: Preisgeld für Windows XP auf einem Intel-Mac
Seit dem Intel-Umstieg von Apple spielt die Hacker-Szene verrückt. Erst sollte Mac OS X auf PCs ans Laufen gebracht werden, was auch leidlich gut gelang. Dann wurde publik, dass die Intel-Macs vorerst nicht in der Lage sind, Windows XP und Linux auszuführen. Grund genug für die Software-Fummler, diese Hürde ebenfalls zu umgehen. Jetzt soll also Windows XP auf einem Intel-Mac laufen. Der, dem es als Erstem gelingt, erhält ein Preisgeld.
Inhaltsverzeichnis
- 1Geld wie Heu?
- 2Windows XP muss nativ und parallel laufen
- 3Haufenweise technische Probleme
Geld wie Heu?
Mit 100 Dollar fing alles an. Verlost an den ersten Hacker oder die erste Hacker-Gruppe, die es schafft, Windows XP auf einem Intel-Mac ans Laufen zu bekommen. Die Bedingung: Mac OS X muss ebenfalls noch auf dem Rechner booten, die Rede ist von Dual-Boot. Verantwortlich für den Wettbewerb ist der Amerikaner Colin Nederkoorn. Um die Attraktivität des Wettbewerbs zu erhöhen, sammelt er zudem Spenden von anderen Interessenten. Inzwischen liegt das Preisgeld bei fast 7000 Dollar, ein Betrag, für den sich zusätzliche Arbeitsstunden für Hacker-Gruppen durchaus lohnen.
Grund für das Interesse von Windows auf dem Intel-Mac: "Mein MacBook wird am 15. Februar ausgeliefert. Ich habe meinem Chef erzählt, dass es meinen IBM Desktop-Rechner ersetzen kann und dass ich Windows XP darauf booten kann", verkündet Colin Nederkoorn auf seiner Website. "Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es möglich ist." Offensichtlich hat sich da jemand schwer geärgert, dass Windows XP auf den Intel-Macs den Dienst verweigert. Die Aktion ist allerdings zeitlich begrenzt und läuft entweder bis eine Gruppe es schafft, Windows XP als Dual-Boot auf einem Intel-Mac einzurichten, oder bis zum 23. März 2006. Bis dahin dürfte noch einiges an Spenden zusammenkommen, die, falls die Aufgabe nicht gelöst wird, einer karitativen Vereinigung gespendet werden.
Windows XP muss nativ und parallel laufen
Allerdings hat die Sache einen Haken: Es gibt keinen Umweg über die "Billig-Variante" per Emulation. Colin Nederkoorn möchte, dass Windows XP nativ auf einem Intel-Mac läuft, ohne Emulator und ohne Mac OS X dabei in die Quere zu kommen. "Nur" Windows XP zu installieren, ist also der falsche Weg, verlangt wird ein Dual-Boot-System, das beim Systemstart die Auswahl zwischen Windows XP und Mac OS X ermöglicht. Gewinner ist, wer eine komplette Anleitung inklusive Bildern des Bootvorgangs an den Veranstalter schickt. Die Vorgehensweise wird geprüft, danach wird das Preisgeld per Paypal ausgezahlt.
Das Ganze klingt recht einfach, schließlich greift Mac OS X in den neuen Intel-Macs auf Hardware zu, die auch für Windows XP kein Problem darstellen sollte. Dummerweise gibt es gleich zwei Faktoren, die die Einrichtung eines Dual-Boots massiv erschweren dürften: Zum einen verstehen sich Mac OS X und Windows XP nicht besonders gut. XP ist nicht in der Lage, das HFS+-Dateisystem von Mac OS X zu lesen oder gar zu schreiben. Umgekehrt kann Mac OS X wenigstens lesend auf NTFS-Partitionen zugreifen. Die Lösung lauert in Form von FAT32, einem Dateisystem, mit dem beide Betriebssysteme klarkommen, das allerdings alles andere als zuverlässig ist - zumindest im Vergleich mit HFS+ und NTFS.
Haufenweise technische Probleme
Das zweite und vermutlich größere Problem: Windows XP kann nichts mit dem EFI-ROM des Intel-Macs anfangen. Windows Vista soll diese neue Intel-Technologie zwar beherrschen, Colin Nederkoorn verlangt jedoch klar und deutlich, dass ein Windows XP seinen Dienst verrichten soll. Da die Intel-Macs anders als die eigentliche Idee des Intel-EFI keine BIOS-Emulation beherrschen, ist Windows XP ab Werk nicht in der Lage, einen Intel-Mac als Computer zu erkennen. Nicht einmal die Installationsroutine startet. Die Intel-Mac-Hacker müssen also entweder tief ins Windows-System eingreifen oder an der Firmware des Macs herumdoktern, beides keine wirklich leichten Übungen.
Wer glaubt, die Lösung für die Windows-XP-auf-Intel-Macs-Problematik zu kennen, kann natürlich an dem Wettbewerb teilnehmen. Es gibt keine Anmelde-Prozedur oder ähnliches, einzige Voraussetzung, an das Geld zu kommen ist, dass der Hack funktioniert. Natürlich erst, wenn der Patch nachvollzogen und für alle zugänglich als Anleitung veröffentlicht wurde. Und genau hier liegt noch ein Problem: Sollte es sich dabei um eine Anleitung handeln, die tief in die Systeme eingreift, könnte es passieren, dass Microsoft und Apple rechtliche Schritte einleiten, da die Hacker gegen die Lizenzauflagen verstoßen haben.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Mac OS X hier.

Zitat: als wenn sich jemand einen Porsche kauft und anschließend versucht, ihn mit billigem Normalbenzin zum Laufen zu bringen. Witzigerweise brauchen "gute" Motoren eher...
Zitat: XP wäre schon besser, zumal es ausgereift ist. XP ausgereift? Na, ja... Windoofs auf dem Mac? Welche Version auch immer - mir kommt das so...
Zitat: wenn statt XP auch vista läuft, dann wäre das schon ein entscheidender fortschritt. Naja, Vista ist insofern witzlos, weil es anders als XP mal wieder ein neues Windows ist...
super idee. nur hätte ich nicht so einen kurzfristigen termindruck veranschlagt. wenn die hacker im sommer oder herbst fertig werden, oder wenn statt XP auch vista läuft, dann wäre das schon ein entscheidender...
Schwachsinn und nur für Hacker mit Sportsgeist, weil: -keine Unterstützung für Treiber, Schnittstellen etc.