Privacy Watch: Wo sind all die Würmer hin?

Wann kommt "The Big One"?

Effiziente Aufklärung

Glücklicherweise wurde Phishing recht schnell als Problem erkannt. Die Verantwortlichen ergriffen effiziente Gegenmaßnahmen. Keine Bank, die nicht zumindest online auf die Risiken von Phishing hinwiese, selbst eBay setzt auf Aufklärung. Das zum Teil amüsant schlechte Deutsch vieler Phishing-Mails tat sein Übriges, nur noch wenige Neulinge fallen auf die bösartige Täuschung hinein. An dieser Stelle noch einmal eine fast sichere Möglichkeit, dem Phisher vom Haken zu springen: Keine Bank, kein Online-Dienst würde jemals per E-Mail nach Daten fragen, solch wichtige Dinge geschehen immer per Unterschrift und einem Haufen Papierkram. Einmal abgesehen davon, dass sich kein Anbieter von Online-Diensten leisten kann, Kundendaten ohne Backup zu verbummeln.

Und dann waren da noch die Dialer. Seit der Jahrtausendwende ein riesiges Problem, hat sich die Gesetzgebung inzwischen bequemt, Dialer-Missbrauch einen Riegel vorzuschieben. War es früher möglich, jedem Anwender mit einer geschickt programmierten Website einen der lästigen Telefonrechnungs-Verteurern unterzujubeln, haben Dialer-Anbieter inzwischen schlechte Karten. Zwar gibt es weiterhin Dialer, doch zumindest im deutschen Sprachraum sind diese Programme nur noch seriös verwendbar. Denn unsaubere Anbieter müssen nachweisen, dass der Dialer vom Anwender bewusst und absichtlich installiert wurde. Die Sperrung von teuren Rufnummern war ein weiterer Fortschritt im Kampf gegen die Dialer-Mafia.

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Wählverbindung? Was ist das?

Auch die weite Verbreitung von DSL-Anschlüssen zieht Dialer-Anbietern inzwischen den Boden unter den Füßen weg. Zwischenzeitlich war zwar die Rede von DSL-Dialern, der Missbrauch war jedoch kaum möglich, weil der Anwender zu viele bewusste Schritte durchführen muss, um in den Genuss des telefonischen Mehrwertdienstes zu kommen. Das versehentliche oder absichtliche Unterjubeln von teuren Zusatzdiensten jedenfalls ist zumindest per Telefon nicht mehr möglich.

Insgesamt ist die Gefahrenlage also rückläufig. Während sich zeitweise ein Rechner durch den bloßen Aufenthalt im Internet mit den buntesten Viren-Populationen infizieren konnte, sind Rechner heute mit aktuellen Versionen von Windows weitestgehend gegen diese Gefahr gefeit. Microsoft arbeitet an seiner Sicherheit und hat diese offensichtlich zur obersten Prioriät gemacht. Windows XP ist fast sicher, es bleibt die Frage, was mit Vista sein wird. Die User haben ebenfalls gelernt und sind sich der Gefahren des Internets immer mehr bewusst. Das Netz ist kein Swimming-Pool mehr, sondern ein Becken voller Piranhas, die nur darauf warten, eine winzige Lücke zu finden, Blut zu riechen und über das Opfer herzufallen. Die Anwender allerdings achten inzwischen darauf, kein Blut zu verlieren.

Doch es ziehen bereits neue Gefahren am Horizont herauf. Nicht mehr die Kriminellen, sondern die Unternehmen gieren nach Informationen über den Anwender. Egal ob Microsoft, Apple oder Google, die Vernetzung mit dem Internet nimmt, auch dank DSL, massiv zu. Hinzu kommt die inzwischen gängige Praxis vieler Hersteller, unfertige Software auf den Markt zu werfen - gefundenes Fressen für Viren- und Wurm-Programmierer, Hacker, Pädophile und andere Internet-Schwerverbrecher.

Unter diesem Gesichtspunkt bleibt "the Big One" wahrscheinlich. Zumal dank ausgereifter Emulation inzwischen selbst Apple- und Linux-Rechner in der Lage sind, Windows-Applikationen auszuführen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ein findiger Programmierer einen Schädling erfindet, der auf allen Systemen arbeitet, zum Beispiel einen auf Java-Basis. Und auch die Handys sind mit jeder neuen Generation mehr gefährdet, Opfer von sich schnell verbreitenden Angriffswellen zu werden. Insgesamt jedoch ist die Entwicklung überaus positiv, die Aufklärungskampagnen von Presse, Industrie und Politik haben gefruchtet, weshalb das Internet inzwischen ein sicherer Ort ist als noch vor einem Jahr.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 6 Beiträge

Zitat: Wenige Viren und Pishingmails? Ja, weniger Viren-Mails. Die Phishing-Geschichte ist was anderes, das boomt wie immer :-) Aber die Leute sind nicht mehr so blöd, drauf...

weniger ist es eigentlich nicht geworden nur die leute sind sensibler.... nebenbei sehe ich "Hacker" als was gutes an leute wie der Herr "Hacker" der den CSS auf dvds ausgehebelt hat......

Wenige Viren und Pishingmails? Wollt ihr mal mein altes Postfach haben bei Web.de? Ich bekomm im Monat mindestens 60 mails. Entweder Pishing, Würmer Viren oder gleich angebote zu Penisvergrößerungspillen oder...

Zitat: Die richtigen und wahren Hacker sind keine Kriminellen, werden aber wie der Vorredner schon sagt, durch den Dreck gezogen, hoch Zehn. Uns ist der Unterschied...

Stimmt. Mich regt das auch immer wieder auf, auch in den Medien allgemein und in anderen Ecken, wie an den Arbeitsplätzen. Die reden alle von den bösen Hackern-geht doch mal auf CCC, dann...

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