Privacy Watch: Wo sind all die Würmer hin?

Keine große Bedrohung mehr

Nicht, dass Würmer und Viren komplett ausgestorben wären. Noch immer ist das Web voll von Angreifern jeder Art, doch die Übermittlung per E-Mail scheint nicht mehr zu fruchten. Effiziente Spam-Filter und eine hohe Aufklärungs-Rate bei den Anwendern hat den noch vor zwei Jahren effizientesten Weg der Viren-Verbreitung weitestgehend blockiert, mit dem Erfolg, dass die Viren-Attachments dem Anwender überhaupt nicht mehr unter die Augen kommen, um angeklickt zu werden und den Rechner zu infizieren.

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Die rückgängige Zahl der Infektionen wird natürlich nicht offiziell von den Antiviren-Unternehmen bestätigt, würden diese sich doch das Wasser abgraben, wenn sie meldeten, dass die Viren-Gefahr zurückgeht. So finden sich auf den Websites aller namhaften Antiviren-Hersteller dicke Boxen, in denen die neuesten Viren und Würmer aufgelistet werden. Diese Listen werden im Minutentakt aktualisiert, doch kaum einer dieser Würmer bringt es auch nur annähernd auf die Erfolgsquote eines Sasser-Wurmes, stattdessen handelt es sich um immer neue Varianten alter Bekannter: Sober, Bagle und Netsky zählen noch immer zu den wichtigsten Würmern, doch die Gefahr hält sich in Grenzen. Da helfen auch reißerische Bezeichnungen als "neueste Bedrohungen" auf den Websites der Antiviren-Hersteller nicht, der Posteingang, in dem seit Monaten keine Viren-Mail mehr landete, spricht klare Worte.

Handy? Mit Sicherheit!

Auch der Handy-Wurm, im Jahr 2004 mit Cabir als gewaltige Bedrohung wahrgenommen und noch zur CeBIT 2005 von einigen Sicherheitsexperten als "der erste Schuss vor den Bug" bezeichnet, hat sich offensichtlich totgelaufen. Die Meldungen über Handy-Würmer sind abgerissen, keiner der Schädlinge war leistungsfähig genug, sich wirklich durchzusetzen. Wenn Viren ein Handy befallen, dann durch das unachtsame Herunterladen von Handy-Software in Tauschbörsen. Übrigens auch einer der wenigen noch effizient funktionierenden Übertragungswege gemeiner Viren für alle Betriebssysteme.

Wesentlicher aktiver als die Viren-Szene ist die Hacker-Gemeinde. Immer wieder fallen die Angreifer über Datensätze her, meist mit kriminellem Hintergrund. Es geht nicht mehr darum, in ein System einzudringen um des Eindringens willen, vielmehr geht es darum, sich finanzielle Vorteile zu verschaffen. Das funktioniert vortrefflich, nicht selten arbeiten die Hersteller den Angreifern durch Lücken in ihrer Software zu. Das letzte prominente Opfer: Paris Hilton, die Millionenerbin mit nur einem Gesichtsausdruck, und der Sony-Kopierschutz.

Phishing: Rückläufige Gefahr

Auch das Phishing hat, nach einer Hochphase Mitte 2005, massiv abgenommen. Anfangs fielen zahlreiche Anwender auf die neue Masche herein: Angreifer bastelten eine Website zusammen, die der Website einer Bank oder eines Internet-Shops wie eBay oder Amazon massiv ähnlich sah und lockten Anwender mittels gefälschter E-Mails auf diese Seite. Kontodaten sollten überprüft werden, Adressdaten neu eingegeben werden, was viele Anwender massiv verunsicherte. Das Resultat: Phisher konnten im Lauf des Jahres 2005 massenhaft Konten abgreifen. Der Aufwand ist im Verhältnis zum Gewinn extrem gering, mit minimalem Einsatz lassen sich zum Teil riesige Summen abgreifen, weshalb immer neue Kriminelle diese Masche ausprobierten und bis heute ausprobieren. Immer noch landen täglich mehrere Mails im Posteingang, die den Anwendern weismachen möchten, dass sie dringend ihre Benutzerdaten irgendwo eingeben sollen.

Nicht nur Kontodaten wurden auf diese Weise erbeutet, mittels Kontonummer, Bankleitzahl und einer TAN war es kein Problem, das Konto leer zu räumen. Auch Kundendaten wurden auf diese Weise abgegriffen, FTP-Zugänge und andere Passwörter. Die eigene Website kann durch das Hereinfallen auf eine Phishing-Mail zum Raubkopie-Server umfunktioniert werden, persönliche Bilder und Dateien landen in Tauschbörsen und der Rechner wird als Lagerstätte pädophiler Werke missbraucht, von den finanziellen Gefahren ganz abgesehen, wenn Amazon-, Konto- oder eBay-Daten in die falschen Hände geraten.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 6 Beiträge

Zitat: Wenige Viren und Pishingmails? Ja, weniger Viren-Mails. Die Phishing-Geschichte ist was anderes, das boomt wie immer :-) Aber die Leute sind nicht mehr so blöd, drauf...

weniger ist es eigentlich nicht geworden nur die leute sind sensibler.... nebenbei sehe ich "Hacker" als was gutes an leute wie der Herr "Hacker" der den CSS auf dvds ausgehebelt hat......

Wenige Viren und Pishingmails? Wollt ihr mal mein altes Postfach haben bei Web.de? Ich bekomm im Monat mindestens 60 mails. Entweder Pishing, Würmer Viren oder gleich angebote zu Penisvergrößerungspillen oder...

Zitat: Die richtigen und wahren Hacker sind keine Kriminellen, werden aber wie der Vorredner schon sagt, durch den Dreck gezogen, hoch Zehn. Uns ist der Unterschied...

Stimmt. Mich regt das auch immer wieder auf, auch in den Medien allgemein und in anderen Ecken, wie an den Arbeitsplätzen. Die reden alle von den bösen Hackern-geht doch mal auf CCC, dann...

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