Test: Psychonauts
Ein Friedhof, zwei Welten, Pfeilspitzen en masse
Mit sehr viel Hingabe und einer bewundernswerten Fantasie sorgen die Entwickler aber nicht nur für visuelle Vielfalt. Auch spielerisch grenzen sich einzelne Levels voneinander ab. Hier ein Hüpfparcours, dort ein Schweberennen, dazwischen Scharmützel mit kleineren Gegnern sowie taktisch abwechslungsreiche Bosskämpfe. Im Ringen mit einem Gehirnpanzer ändert sich temporär die Tastenbelegung, sodass Raz gegen die vom Spieler vorgegebene Richtung läuft. Seit "Metal Gear Solid" keine neue Idee mehr, aber eine klauenswerte allemal.
In der realen Welt, dem Sommerlager am Flüsterfelsen, geht es verhältnismäßig normal zu. Errichtet wurde das Camp, das Ausgangspunkt der meisten Kopfreisen ist, auf einem Indianerfriedhof. Allerdings wurden hier keine Toten begraben, die Rothäute verbuddelten lediglich ihre Pfeilspitzen. Diese verwenden Psycho-Kadetten als Währung für Gebrauchsgüter wie Psi-Kerne, die zusammen mit überall verstreuten Psi-Karten zu neuen Charakterstufen verhelfen. Auch auf geistiger Ebene jagt Raz zahlreichen Items hinterher. Das Einsammeln von Psychopunkten bewahrt ihn davor, durch den Verlust mentaler Kraft aus dem jeweiligen Geist gekegelt zu werden.
Trotz des comicartigen Grafikstils und der Tatsache, dass die Hauptrollen mehrheitlich mit Kindern besetzt sind, richtet sich "Psychonauts" keineswegs nur an jüngere Spieler. Im Gegenteil: Mit diversen Seitenhieben auf Literatur- bzw. Filmklassiker und dem mitunter sehr speziellen Humor dürften die Kleinsten wenig anzufangen wissen. Außerdem hätte man ein rein auf Kinder zugeschnittenes Programm wohl nicht so aufwändig vertont. Musikalisch präsentiert sich das Spiel so vielseitig wie tadellos. In der deutschen Version spricht Raz mit der Synchronstimme Bart Simpsons; auch charakterlich ähnelt Raz dem Racker aus Springfield sehr.
Grelle Gehirnodyssee
"Psychonauts" ist ein Erlebnis. Grund zur Kritik geben nur einige unglückliche Betrachtungswinkel. Wenn Raz per Fallschirm durch horizontal versetzte Ringe schweben muss, schnappt die Kamera trotz Feinjustierung in die ursprüngliche Position zurück. In seltenen Situation lässt sich die Perspektive überhaupt nicht anpassen, was bei Turnpassagen unter Zeitdruck besonders nervt. Der Spielwitz, das fantasievolle Szenario, die fabelhaften Charaktere - das alles entschädigt jedoch mehr als genug.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 15 von 15 % | 88 % |
| Grafik | 14 von 15% | |
| Spielspaß | 15 von 15% | |
| Multiplayer | entfällt | |
| Bedienung | 7 von 10% | |
| Preis/Leistung | 14 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 12 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 11 von 15% | |

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