Videostreaming leicht gemacht

iTunes: Version 6.0.2 streamt Videos

Streaming ist eine feine Sache: Statt Medien-Dateien ständig von einem Rechner auf den anderen zu kopieren, lässt sich bequem ein Server aufsetzen, der die Dateien über das Netzwerk ausliefert. iTunes beherrscht das Streaming von Musikdateien schon seit geraumer Zeit. Nun können auch Videos über das Netzwerk verteilt werden.

Die Streaming-Option in iTunes 6.0.2

Apple hat still und heimlich zur Keynote 2006 eine neue iTunes-Version veröffentlicht. Das Programm liegt nun in der Versionsnummer 6.0.2 vor und beherrscht als neuestes, allerdings undokumentiertes Feature das Streaming von Video-Inhalten. Apple hat diese Funktion weder beworben noch wird sie auf der Apple-Website erwähnt, vielmehr sind einige findige Anwender mehr oder weniger zufällig auf die neue iTunes-Funktion gestoßen, als sie Musik-Dateien über das Netzwerk streamten.

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Häkchen an, Video läuft

Die Verzögerung, mit der das Video-Streaming in iTunes entdeckt wurde, hängt auch damit zusammen, dass die Funktion alles andere als offensichtlich ist: Unter der Einstellung "Gemeinsam nutzen" muss in der Playlisten-Auswahl das Häkchen vor "Videos" aktiviert werden. Erst dann gibt iTunes auch die in der Bibliothek gespeicherten Videos im Netz frei, egal, ob es sich dabei um herunter geladene Fernsehserien, Musikvideos, Video-Podcasts oder gekaufte Filme handelt. Solange sich die Medien-Dateien in iTunes spielen lassen, können sie auch gestreamt werden, allerdings nur über interne Netzwerke und nicht über das Internet.

Wo viel Licht ist, ist natürlich auch viel Schatten. Das Video-Streaming funktioniert zum Beispiel ausschließlich auf Rechnern mit iTunes 6.0.2, Rechner mit früheren iTunes-Versionen können zwar weiterhin Musik empfangen, für den Video-Empfang muss jedoch die aktuellste iTunes-Version installiert sein. Zudem lassen sich gestreamte und geschützte Videos aus dem iTunes-Musicstore nur anschauen, wenn ein entsprechender Account vorliegt und angemeldet ist, egal, ob es sich bei dem Rechner um Sender oder Empfänger der gestreamten Inhalte handelt.

Nur mit Neuimport

Die wohl wichtigste Einschränkung ist jedoch die Datenbank: Um das Videostreaming voll nutzen zu können, müssen sämtliche Videos in iTunes 6.0.2 neu importiert werden. Videos, die in älteren Versionen importiert wurden, werden zwar angezeigt, aber nicht gestreamt. Hier ist der Anwender gefragt, die Musik-Dateien müssen von Grund auf neu in die iTunes-Bibliothek eingefügt werden. Danach klappt das Streaming jedoch völlig problemlos.

Die im Grunde noch inoffizielle Video-Streaming-Funktionalität könnte darauf hindeuten, dass Apple künftig das Video-Streaming professioneller angehen möchte. So scheint eine Airport Express mit Video-Streaming bereits in Apples Pipeline zu liegen. Die Integration von Video-Streaming in iTunes könnte darauf hindeuten, dass sich via iTunes bald nicht nur MP3s, sondern auch Videos kabellos auf Fernseher, Bildschirme oder Beamer streamen lassen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Apple iTunes hier.

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