Kolumbianer wollen keinen virtuellen Krieg im eigenen Land
Kolumbien: Titel eines Computerspiels lässt Volksseele brodeln
Die bloße Ankündigung eines Computerspiels hat international für Wirbel gesorgt. Weil dem neuesten Ableger der Spielereihe "Terrorist Takedown" der Titel "War in Colombia" anhängt, fürchten offenbar viele Kolumbianer um ihren guten Ruf. Laut einem Bericht der landesweit größten Tageszeitung, El Tiempo, hätten viele Kolumbianer mit Entrüstung auf die Ankündigung eines Spiels mit derartigem Namen reagiert.
Der Titel suggeriere, dass die kolumbianische Gesellschaft untrennbar mit der Drogenwirtschaft verbunden sei, was dem Ruf des Landes schade, heißt es in dem Bericht. Die Tatsache, dass der Spieler in der Rolle eines Spezialagenten Drogenkartelle im Dschungel Kolumbiens ausräuchert, zeichne jenes klischeehafte Bild des angeblich typisch südamerikanischen Staates.
Polnisch-kolumbianische Völkerverständigung
In einem Interview mit El Tiempo versicherten die Spieleentwickler daraufhin, einen kolumbianischen Berater hinzuziehen, damit kein falsches Bild von dem Land entstehe. "War in Colombia" beruhe nicht auf Fakten, sondern erzähle eine fiktive Geschichte, relativiert Marek Tyminski, Chef des polnischen Publishers City Interactive. Man habe nicht vor, Kolumbien mit dem Spiel an den Pranger zu stellen.
Ob das Actiongame nach seiner Veröffentlichung auch inhaltlich für Schlagzeilen sorgen kann, bleibt dahingestellt. Immerhin: Anders als in früheren Teilen werden sich Kolumbienkrieger erstmalig frei bewegen können. Bis dato waren Terroristenbezwinger ausnahmslos auf Fahrzeuge angewiesen. Im April 2006 wird das Spiel in den Handel kommen. Hier zu Lande übernimmt dtp den Vertrieb.


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