Marketing mit Coolness-Faktor
Kommentar: Kann man Apple noch trauen?
Steve! Steeeeeeve! Hör mal, so geht das aber nicht! Dein komisches Musikprogramm iTunes funkt nach Hause - findest du das nicht unangenehm? Ein wenig peinlich ist das ja schon, oder? Gerade, wenn man sich als Alternative zu Microsoft etablieren möchte. Und wieso sind Intel-Prozessoren auf einmal doch besser als PowerPCs? Also, Herr Jobs, da besteht aber jetzt Erklärungsbedarf. Die netzwelt schreibt deshalb erst einmal eine etwas hämische Meldung. Und erklärt, wie man iTunes den Mund verbietet.
Privatsphäre im Web ist eine Illusion. Überall lauern Datengeier, die immer mehr Informationen über die Anwender sammeln wollen. Websites, die sich über Cookies merken, welche Surfgewohnheiten man hat, Betriebssystem-Hersteller, deren Software nach Hause funkt, Suchmaschinen, deren Tools sich ohne Internet kaum noch bedienen lassen, Webshops, die ständig "passende Angebote" offerieren und jetzt auch noch die Musik-Maschine Marke Apple.
Mach mir den Spion, Baby!
Ja, genau: Apple telefoniert nach Hause. Die wohl coolste Computermarke der Welt macht das, was der wohl uncoolste Software-Hersteller Microsoft schon seit Jahren tut: Sie telefoniert nach Hause. Genauer gesagt das Musik-Programm iTunes, Freund und Helfer eines jeden iPod-Besitzers. Seit Version 6.0.2 besitzt iTunes den sogenannten "Mini-Store", ein iTunes-Musicstore-Fenster, das permanent geöffnet ist. Sehr geschäftstüchtig von Apple, zumal in diesem Fenster immer Angebote passend zum Musikgeschmack offeriert werden. Möglich wird das, indem iTunes die Musikstücke in der iTunes-Bibliothek ausliest und diese Daten zum iTunes-Store übermittelt.
Das Ganze sieht dann so aus, dass Microso... Verzeihung, die Gewohnheit: Apple im Grunde sehen kann, was der Anwender gerade hört. Startet man einen Song von Madonna, füllt sich der Mini-Store auf wundersame Weise mit Madonna-Titeln. Das klappt bei jedem Künstler, den Apple im Programm hat, andernfalls wird eben allgmeine Werbung für irgendwelche Artikel im Store eingeblendet. Dabei sieht es so aus, als übertrüge iTunes ausschließlich die Künstlernamen - nicht viel, aber immerhin etwas, das ausreicht, um die Fachpresse in Aufruhr zu bringen.
Miniminimini-Store
Es freilich fraglich, ob diese Informationen ausreichen, um den User "auszuspionieren", wie es in manchen Foren heißt. Dennoch: Itunes-Anwender sind verärgert, schon wurden erste Fragen nach einem Downgrade laut, das die iTunes-Version 6.0.1 wieder auf den Rechner bringt. Das allerdings ist eine Panik-Reaktion, denn der funkende Mini-Store lässt sich mit zwei Mausklicks ausschalten: Im Datei-Menü auf "Bearbeiten -> Mini-Store ausblenden" klicken, fertig.
Das Musicstore-Problem scheint aber nur die Spitze des Eisbergs zu sein, der sich bei genauerer Überlegung zum Thema Apple auftut. So hat sich Apple in den vergangenen drei Jahren perfekt als die Alternative zu Microsoft inszeniert. PowerPC statt x86, Mac OS X statt Windows und immer schön gegen das Establishment. Irgendwie hat es Apple sogar hinbekommen, den Musicstore als Ergänzung zum iPod zu etablieren und jeder Anwender, der einen iPod besitzt, darf das Gefühl haben, Teil einer kleinen, coolen Minderheit zu sein. Einer coolen Minderheit von etwas über 70 Prozent der MP3-Player-Besitzer weltweit.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 19 Beiträge
Ich hab mich sowieso schon lange gefragt wie das angehen kann: ich kauf mir einen PC oder Mp3player oder was auch immer und werde zum Dank dafür ausspioniert werd gezielt mit Werbung zugemüllt Briefkasten und/oder...
Zitat: dass jobs kein heiland ist, werde ich jetzt mal heulend und völlig überrascht zur kenntnis nehmen, dennoch werde ich nachwievor sehr viel freude an meinem absolut untermotorisiertem iMac...
wer die proprietären wma und wmv nutzt, kann sich wohl kaum über mangelnde unterstützung seitens des direkten konkurrenten oder protected aac beschweren... gegen lockeres DRM, wie apple es praktiziert, hab' ich...
Zitat: noch was: apple ist scheisse, weil sie das firewire ausm ipod rausgenommen haben ich hab doch keinen bock wie die ganzen windoof user nur mit usb rumzuspacken. ...
In dem Falle heißt ausblenden schon abschalten. blende ihn aus. das reicht. für die checker!!: unten rechts ist ein button, mit dem könnt ihr ihn schneller, einfacher ausschalten. ...