Gehirn steuert Handprothese über Elektroden
Neues aus der Forschung: Cyberhand mit Gefühl
Europäische Forscher haben jetzt eine Handprothese entwickelt, die sich in ihrer Funktion kaum noch von einer normalen Hand unterscheidet. Die so genannte Cyberhand verfügt über eine entsprechende Feinmotorik und kann sogar Empfindungen wie Druck und Temperatur wahrnehmen. Menschen, denen eine oder sogar beide Hände amputiert wurden, könnte somit zu neuer Lebensqualität verholfen werden.

Inhaltsverzeichnis
- 1Bekannte Technik neu verknüpft
- 2Praxistests beginnen in wenigen Wochen
- 3Fast vier Jahre Entwicklungsarbeit - und noch fünf mehr?
Bekannte Technik neu verknüpft
Bislang übliche Prothesen werden von Elektronen gesteuert, die auf der Hautoberfläche oder den Muskeln angebracht werden. Die Nachteile dieser Methode liegen darin, dass die so angebrachten Elektroden leicht verrutschen und zudem nur grobmotorische Bewegungen ermöglichen, da tiefer liegende Muskelstränge nicht erreicht werden. Effektiver ist das Prinzip der Cyberhand: Hier werden die Elektroden mit den noch intakten Nervenenden im Armstumpf verknüpft, sodass die künstliche Hand direkt mit dem zentralen Nervensystem verbunden ist und wie eine normale Hand vom Gehirn gesteuert werden kann.
Wird eine bestimmte Bewegung gewünscht, schickt das Gehirn diese Information als elektrischen Impuls an die Elektroden, die das Ganze an die Prothese weiterleiten - woraufhin die Cyberhand die entsprechende Bewegung ausführt. Durch Sensoren in der Prothese funktioniert der Informationsaustausch auch auf umgekehrtem Weg, sodass Empfindungen der Cyberhand an das Gehirn weitergegeben und als Gefühl verarbeitet werden können.
Praxistests beginnen in wenigen Wochen
In der Praxis ist es jedoch nicht ganz so leicht, wie es sich anhört; der Knackpunkt ist die Schnittstelle Elektrode-Nerv: Zum einen müssen aus einer Vielzahl von Nerven gezielt diejenigen herausgepickt werden, die tatsächlich für die Wahrnehmungen und Bewegungsabläufe der Hand zuständig sind. Zum anderen muss für die Verbindung ein geeignetes Material verwendet werden, das stabil genug, aber dennoch sehr flexibel ist und das Nervengewebe nicht beschädigt. Zurzeit setzen die Forscher auf dünne Platinleiterbahnen, die mit dem Kunststoff Polyamid umschlossen werden.
In Tierversuchen wurde die Cyberhand bereits erfolgreich getestet; eine erste Erprobung direkt am Menschen soll in den kommenden Wochen über die Bühne gehen. Maximal 29 Tage soll der Versuch dauern, der in der Ialien durchgeführt werden soll und für den die Wissenschaftler nur noch auf eine Zulassung durch die Ethikkommission in Rom warten.
Fast vier Jahre Entwicklungsarbeit - und noch fünf mehr?
Bis zur Marktreife werden allerdings noch einige Jahre Entwicklungsarbeit notwendig sein. Ob und wann die Cyberhand alltägliche Realität wird, steht somit noch in den Sternen. Auch über die Kosten für eine solche Prothese sowie eine mögliche Finanzierung über die Krankenkassen liegen noch keine Informationen vor.
Die Entwicklung der Cyberhand ist ein im Jahr 2002 gestartetes, europäisches Gemeinschaftsprojekt, das von der EU gefördert wird und dem unter anderem auch deutsche Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT), Abteilung Neuroprothetik, angehören. Weitere Forscherteams kommen aus Italien, Spanien und Dänemark.

Ich mach gerade ein projekt darüber die Cyberhand unterscheidet sich nicht von einer normalen Hand!!! Das Gehirn gibt den Befehl, eine Faust zu ballen oder den kleinen Finger zu krümmen und die mechanische...
Zitat: müssen dann regelmäßig die akkus aufgeladen werden? Normalerweise sollte sowas über die Körperspannung machbar sein...? Oder irre ich mich da?
Vieleicht gibt es mit der Hand endlich den ersten echten 6 Millionen Dollar Mann *g*
wie funktioniert die hand denn? also wo holt sie sich die energie her? müssen dann regelmäßig die akkus aufgeladen werden?