Großes Lexikon ganz klein

Wikipedia Mobil: Das Wissen der Welt auf dem Handy

Furzende Frösche, fluchende Tassen, besoffene Elche: Das Spektrum der überteuerten Handy-Unverschämtheiten aus den Verdummungsschmieden Jamba und Zed sind vielfältig. Im Sekundentakt werden jugendliche Gehirne mit Werbespots für den Unfug fritiert. Gut, dass es die Wikipedia gibt: Deren Macher haben sich nämlich eine Möglichkeit ausgedacht, das Wissen der Welt aufs Handy zu bringen. Und da sag' noch einer, die kleinen Mobilgeräte machten dumm.

Gut, OK, keine Frage: Handys können dumm machen. Wer einmal nach Schulschluss in Bus und Bahn den völlig intelligenzfreien Gesichtsausdruck von simsenden Teenies beobachten konnte, weiß, wovon die Rede ist. Ab sofort wird dieser allgemeinen Verblödung entgegengewirkt werden, die Wikipedia bringt die Bildung zurück in die Teenie-Köpfe. Und das auch noch, im Gegensatz zu den überteuerten Musikvideos von schlecht kopierten One-Hit-Wundern, völlig kostenlos.

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Aber wie kommt die Wikipedia aufs Handy? Immerhin handelt es sich doch um ein ganzes Lexikon, das den Speicherplatz vieler Mobilgeräte locker sprengen dürfte. Die Lösung des Problems ist einfach: Mit Hilfe eines Betrachtungs-Programms lässt sich eine abgespeckte Version des Lexikons auf Handy oder PDA laden. Abgespeckt bedeutet, dass ausschließlich die Texte, nicht aber die Formeln oder Bilder in der speziell angepassten Datei vorhanden sind. Dadurch konnte die Größe auf rund 360 Megabyte geschrumpft werden.

Auch an eine Online-Version haben die Wikipedia-Macher gedacht. Das "Wapedia" genannte Projekt erlaubt es, Wikipedia-Inhalte direkt online mit dem Handy-Browser zu betrachten. Voraussetzung ist, dass das Gerät WAP-tauglich ist, eine Fähigkeit, die heutzutage wohl jedes Mobilgerät mitbringt. Für PDAs gibt es eine zusätzliche Unterseite mit etwas anders optimierten Inhalten. Auch Handys, die nicht direkt WAP-fähig sind, können mit einem speziellen Java-Media-Browser namens Joca nachgerüstet werden, um das Wikipedia-Vergnügen auch auf älteren Handys zu haben.

Kurzweilige Unterhaltung

Durch die Mobilgeräte-Version der Wikipedia lässt sich jederzeit unterwegs ein Begriff nachschlagen. Auf Reisen kann das mobile Lexikon als kurzweiliger Zeitvertreib genutzt werden, surft man doch gerne durch die Wikipedia, um Neues zu entdecken. Die Offline-Version der Wikipedia eignet sich dafür hervorragend, funktioniert sie doch auch, ohne dass das Gerät am Internet hängt und damit WAP-Gebühren oder GPRS- und UMTS-Traffic kostet. Die Online-Version hat natürlich den Vorteil, aktueller zu sein, zudem muss man sie nicht regelmäßig per Hand neu auf das Handy übertragen.

Den Handy-Kindern jedenfalls tun beide Versionen der Wikipedia vielleicht einmal ganz gut. Für das Geld, das das dritte Klingelton-Abo kostet, kann Junior tagelang über die WAP-Wikipedia surfen und lernt obendrein etwas dazu. Eine wunderbare Erfindung, die nur noch genutzt werden muss.

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