Test: Prince of Persia - The Two Thrones

Der unsichtbare Prinz

Bei der Hatz über Dächer, Schluchten, durch Labyrinthe, Gartenanlagen und Paläste kommt der adlige Akrobat weitgehend ohne Hilfsmittel aus. Nicht ohne Grund erwecken viele Levels den Anschein, als habe ein Vorauskommando mit handwerklicher Sorgfalt jeden Quadratmeter für ungehinderten Turnspaß präpariert. Kinderleicht ist das Kraxeln, Schwingen, Balancieren und Springen trotzdem nicht. Schräg an einer Wand entlangzulaufen, um anschließend durch seitliches Hüpfen eine rettende Kante zu ergattern, erfordert Geschick und - für maximalen Bedienkomfort - einen analogen Gamecontroller. Ohne geht es zwar auch, in besonders heiklen Momenten nur weniger bequem.

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An bestimmten Stellen wartet das Spiel mit fahrbaren Untersätzen auf. Als besonders spaßig erweisen sich Verfolgungsjagden mit einem Streitwagen. Dabei will das Gespann nicht nur um tödliche Barrikaden gelenkt werden, in voller Fahrt muss man sich zudem unliebsamen Mitfahrern entledigen. Ganz der Jump&Run-Tradition verpflichtet, sind im Fahrplan außerdem Sprünge über Schluchten und sogar durch Wasserfälle vorgesehen. Sollte das Fuhrwerk einmal gegen ein Hindernis krachen, hilft nur noch der Sand der Zeit. Durch die Möglichkeit des Zurückspulens darf man dem Tod erneut von der Schippe springen, wenn auch nur innerhalb eines knappen Zeitrahmens.

Sporadisch schützen auch Programmfehler vor dem sicher geglaubten Aus. So kann es passieren, dass der Prinz mitsamt einem Gegner in die Tiefe stürzt und überlebt. Landet er dabei an Stellen, die nicht für eine Begehung vorgesehen sind, kommt es zu grotesken Szenen. Für seine Gegner bleibt der Herabgefallene unsichtbar, allerdings führt auch kein Weg aus einer Sackgasse heraus, die lediglich zur Betrachtung aus der Vogelperspektive bestimmt ist. Es bleibt nur das Ausweichen auf einen älteren Spielstand. Gespeichert wird abermals an speziellen Brunnen. Trotz automatischer Rücksetzpunkte kommt es regelmäßig zu unfreiwilligen Wiederholungen, zumal der Schwierigkeitsgrad teilweise happig ist.

Der unterhaltsame Prinz

Nachdem im zweiten Teil vornehmlich Düsternis geherrscht hatte, ließ Ubisoft wieder verstärkt Licht ins Morgenland. Beim gleißend hellen Showdown nach gut 13 Stunden Spielzeit stünde dem Prinzen sogar eine Sonnenbrille gut zu Gesicht. Gänzlich überflüssig ist hinterher eine Betrachtung durch die rosarote Brille: Kein echter Fan wird sich "Prince of Persia: The Two Thrones" schönfärben müssen. Nur an "Sands of Time", dem ersten Teil, kommt der musikalisch ausgezeichnete und grafisch gute Schlussakt nicht vorbei. Wirklich Schluss ist für den Prinzen übrigens noch lange nicht: In einem Interview mit der Website Comingsoon.net kündigte Hollywood-Produzent Jerry Bruckheimer eine "Prince of Persia"-Verfilmung an.

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Steckbrief
Sound 15 von 15 % 85 %
Grafik 14 von 15%
Spielspaß 14 von 15%
Multiplayer entfällt
Bedienung 7 von 10%
Preis/Leistung 12 von 15%
Hardwareanforderung 12 von 15%
Langzeitspielspaß 11 von 15%

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