Verkehrte Netzwelt: Die albernsten Computer-Klischees in Film und Fernsehen

Platz 5: Superrechner und ihre unglaublichen Fähigkeiten

Superrechner, egal ob HAL aus "Odyssee 2001", Skynet in "Terminator" oder der Tic-Tac-Toe-spielende Pentagon-Rechner in "Wargames" sind grundsätzlich fühlende Wesen mit einem Bewusstsein. Ihre ungeheure Rechenleistung und die Anbindung an das Internet sollten eigentlich darauf hindeuten, dass der Charakter des Großrechners eine Art Weisheit ausstrahlt, aber Fehlanzeige: Die Computer sind von Allmachts-Fantasien besessen, sehen Menschen als ihre Feinde an und sind komplexzerfressener und neurotischer als Woody Allen.

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Kein Wunder also, dass sie ihren Problemen nicht mit einem Besuch beim Psychotherapeuten zu Leibe rücken, sondern lieber morden und mit Atombomben schmeißen. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen haben die Programmierer wohl vergessen, damit der verrückte Rechner auch möglichst viel Schaden anrichten kann. Eine goldene Regel im Umgang mit Neurotikern lautet übrigens: Neurotiker zeigen ein Reflektionsverhalten und projizieren ihre Fehler auf andere, ohne selbst zu erkennen, dass sie Neurotiker sind. Insofern ist die Vernichtung der Menschheit durchaus konsequentes Neurotiker-Verhalten. Interessanterweise haben all diese Rechner einen Selbstreparatur-Modus, der aber keine Ahnung von Psychotherapie zu haben scheint. Bleibt die Frage, ob es jemals Rechner geben wird, die sich Gedanken darüber machen können, dass sie möglicherweise nicht ganz dicht sind.

Platz 4: Roboter und andere künstliche Wesen

Der Roboter ist der Feind des Menschen - das jedenfalls ist die Ansicht westlicher Film- und Fernsehproduktionen. Egal ob "Robocop", "Terminator", "Nummer 5 lebt" oder die Borg: Die Roboter-Kampfmaschine der westlichen Filmindustrie ist nie besonders gut auf Menschen zu sprechen, vermutlich, weil ihr die körperliche Ausstattung zum beruhigenden Geschlechtsverkehr fehlt. Allerdings lässt er sich gerne durch ein menschliches Wesen von menschlichen Werten überzeugen. Liebe, Bildung, Moral, Treue, Freundschaft, all diese Werte gehen selbst ins kleinste Elektronengehirn, wenn es denn nötig ist. Das Resultat sind androgyne Klugscheißer Marke Data aus "Star Trek". Wenn das die Zukunft der Menschheit ist, kann man getrost darauf verzichten.

In Filmen und Serien aus Japan sieht es übrigens anders aus. Die Roboter-verrückten Vorzeige-Asiaten lieben ihre elektronischen Spielsachen. Hier sind die Roboter Freunde und Helfer, die niemandem jemals ein Leid zufügen würden. Interessant ist auch, dass sich Roboter- und Bio-Komponenten in Ost wie West problemlos zu einem Superwesen kombinieren lassen. Polizist Murphy, der in "Robocop" zum Superpolizisten umgebaut wird, dürfte nach deutschem Recht als schwerstbehindert durchgehen, sind doch fast alle seine Komponenten, abgesehen von Verdauungstrakt und Gehirn, Prothesen. Auch die halbkybernetischen Freaks in "Universal Soldier" sind offensichtlich Kinder dieser Philosophie. Kampfmaschinen, die auf Behindertenparkplätzen parken dürfen - eine schöne Vorstellung.

Platz 3: Wundersame KI

Apropos Roboter und Supercomputer: Die künstliche Intelligenz nimmt natürlich Platz drei der Top 15 ein. Es ist faszinierend, dass in Film- und Fernsehproduktionen KI-Produkte immer das Resultat eines offensichtlich verwirrten Wissenschaftlers sind. Es gibt keinen Not-Ausschalter und auch der Stecker lässt sich nicht ziehen, falls Computer oder Roboter eine Fehlfunktion haben und durchdrehen. Stattdessen ist die Menschheit dem Wahnsinn der Maschine ausgeliefert - kaum glaubwürdig in Zeiten, in denen jedes technische Gerät sich durch eine Unterbrechung der Stromversorgung ausschalten lässt. Natürlich ist die künstliche Intelligenz immer in der Lage, sich selbst zu reparieren. So kann sich der Terminator ohne Schraubenzieher den komplexen Arm reparieren und sich selbstständig einschalten. Das ist nicht nur albern, sondern lässt auch hoffen, zumal viele PC-Anwender mit TV-Karte sicher dankbar dafür wären, wenn ihr PC sich selbst einschalten würde, sobald er etwas aufnehmen soll.

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Zitat: Woher willst du das mit dem Windows-Desktop wissen? Schonmal was von LiteStep o.Ä. gehört? ;) Oder hiervon:...

Woher willst du das mit dem Windows-Desktop wissen? Schonmal was von LiteStep o.Ä. gehört? ;)

Leider ist es so, dass viele Leute immer noch(!) an die Hyperkompatibilität glauben. So fragen Kunden gerne, wieso es denn 4 Mannwochen kostet, mal eben zwei Programme zu "koppeln"; gern auch mit dem Hinweis, dass es...

Zitat: Leider basiert er auf einem grundlegenden Logikfehler: Es geht hier um Fiktion, ggf. die Wortdefinition mal nachschlagen. Das war mir durchaus bewusst. Aber ich habe mir...

Hallo, zunächst mal das Lob: Der Artikel ist sehr kurzweilig und unterhaltsam geschrieben. Leider basiert er auf einem grundlegenden Logikfehler: Es geht hier um Fiktion, ggf. die...

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