Verkehrte Netzwelt: Die albernsten Computer-Klischees in Film und Fernsehen
Platz 12: Hacking und Nachrichten-Systeme
Beliebt sind auch die unkaputtbaren Notebooks. So müssen Mobilrechner niemals an den Strom gehängt werden. Der Rechner von Carrie Bradshaw in "Sex and the City", ein uraltes Powerbook, funktioniert stundenlang ohne Kontakt zur Steckdose und wenn es nötig ist, hält der Akku gerne einmal einige Tage oder Wochen im Dauerbetrieb. Notebooks macht es auch nie etwas aus, mies behandelt zu werden, das Innenleben ist wasserdicht verschweißt, damit der Rechner auch nach Wochen unter Wasser noch funktioniert. Und weil dieses Innenleben meist aus maximal einem fürchterlich wichtigen Mikrochip besteht, ist es auch kein Problem, wenn der Schurke mit dem Notebook verprügelt wird oder ein Panzer den Rechner überfährt oder ein Schrottpressen-Magnetkran den Rechner hochnimmt, die Daten sind sicher - immer vorausgesetzt, die Hatz nach den Daten ist kein Element des Films.
Platz zwölf: Hacking. Jeder Computer ist ans Internet angeschlossen. Selbst der kleinste Unsinns-Rechner im Kinderzimmer ist geeignet, um sich in Computer von Superschurken oder Regierungen zu hacken. Das wird natürlich dadurch begünstigt, dass jede Passwortabfrage nicht kompliziert durch Brute-Force-Methoden geknackt werden kann, sondern der Admin einfach ein dämliches Passwort setzt, das maximal fünf Stellen hat und sich einfach erraten lässt. Ist das nicht Fall, gibt es immer eine Option, die Passwortabfrage zu überspringen.
Natürlich besitzt jeder Rechner einen RFID-Empfänger und jede Person im Film einen RFID-Chip, mit dessen Hilfe ständig die Positionsdaten des Helden oder Schurken ans Internet übermittelt werden, frei zugänglich für die Gegenseite. Anders wäre es überhaupt nicht möglich, dass Helden, Schurken oder Hacker immer in der Lage sind, dem Gegenspieler eine persönliche Nachricht zukommen zu lassen - egal, wo er gerade am Computer sitzt. Diese mysteriösen RFID-Chips scheinen auch für das Leid der Hacker in Film und Fernsehen verantwortlich zu sein, siehe auch Platz 15.
Platz 11: Hyperschnelle Netzwerke und HDTV
Der elfte Platz gehört den Netzwerken. Selbst über analoge Modems lassen sich problemlos Videos im HDTV-Format und ganze Datenbanken übermitteln, und zwar in Sekundenschnelle. E-Mails kommen immer an und Spam gibt es nicht. Jeder Chatraum funktioniert einwandfrei, der Anwender muss sich niemals mit nicht funktionierenden Java-Applets oder anderen Schweinereien des echten Lebens herumschlagen, und natürlich gibt es schon seit 1980 Videochat, gerne auch ohne Webcam. Besonders interessant ist, beispielsweise in "Star Trek"-Filmen, dass selbst einsam auf einer 500 Lichtjahre entfernten Planetenoberfläche stehende Sonderkommandos ruckelfreie, hochauflösende Videos von sich auf 500-Zoll-Plasmabildschirme übertragen können, ohne eine Kamera dabei zu haben.
Platz 10: Die leidigen Computerviren
Wenn sich ein Virus einschleicht, muss der den Rechner erst einmal infizieren. Genau wie bei Mensch und Tier gibt es Inkubationszeiten von Stunden oder Tagen, die es erlauben, die Daten zu retten, natürlich nur unter Lebensgefahr. Und wenn der Computer krank ist, bekommt er normalerweise auch Fieber. Er fängt an, ganz warm zu werden. Fatal in diesem Zusammenhang ist es, wenn der Rechner an einem Hausnetz angeschlossen ist, mit dessen Hilfe er natürlich alles regulieren kann, von der Heizung bis zur Klospülung. Dann spielen selbst modernste Hochhäuser verrückt und es fängt überall an zu brennen. Bemerkenswert auch, dass die Viren-Aktivität nicht nur den Rechner überhitzt, sondern auch Netzwerk-Kabel entzünden kann.
Platz 9: Das Betriebssystem-Wunder
Sämtliche Rechner, egal ob PC, Superrechner oder Handy, haben immer entweder ein nicht erkennbares Betriebssystem, das aber offensichtlich extrem schlank und schnell ist; oder aber, sie verwenden Mac OS 9. Es ist eine goldene, unumgängliche Regel, dass jeder Computer mit Mac OS zu arbeiten scheint. Sei es Homer Simpson, der Gerüchte ins Web streut oder Dennis Nedry in "Jurassic Park", der bereits 1993 an einem Unix-basierten Mac OS arbeitete. Und natürlich ist Quicktime der Video-Player der Wahl, selbst Online-Chats laufen via Quicktime. Trotz der grafischen Benutzeroberfläche müssen die Protagonisten aber immer ein Terminal-Fenster öffnen und komplizierten Code eingeben, wenn es ans Eingemachte geht.

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Zitat: Woher willst du das mit dem Windows-Desktop wissen? Schonmal was von LiteStep o.Ä. gehört? ;) Oder hiervon:...
Woher willst du das mit dem Windows-Desktop wissen? Schonmal was von LiteStep o.Ä. gehört? ;)
Leider ist es so, dass viele Leute immer noch(!) an die Hyperkompatibilität glauben. So fragen Kunden gerne, wieso es denn 4 Mannwochen kostet, mal eben zwei Programme zu "koppeln"; gern auch mit dem Hinweis, dass es...
Zitat: Leider basiert er auf einem grundlegenden Logikfehler: Es geht hier um Fiktion, ggf. die Wortdefinition mal nachschlagen. Das war mir durchaus bewusst. Aber ich habe mir...
Hallo, zunächst mal das Lob: Der Artikel ist sehr kurzweilig und unterhaltsam geschrieben. Leider basiert er auf einem grundlegenden Logikfehler: Es geht hier um Fiktion, ggf. die...