Was Hollywood uns vorgaukelt
Verkehrte Netzwelt: Die albernsten Computer-Klischees in Film und Fernsehen
Computer in Filmen - oft genug scheinen die Filmemacher mit der Technik auf Kriegsfuß zu stehen. Statt einer realistischen Darstellung greifen Regisseure und Drehbuchautoren lieber nach einem Ideal des Computers, das jedem PC-Anwender einen Schauer über den Rücken jagt. An dieser Stelle eine kleine Top 15 der wohl albernsten Computer-Klischees in Film- und Fernsehproduktion.
Inhaltsverzeichnis
- 1Platz 15: Nerds und Hacker
- 2Platz 13: Interface-Genies und unkaputtbare Notebooks
- 3Platz 12: Hacking und Nachrichten-Systeme
- 4Platz 11: Hyperschnelle Netzwerke und HDTV
- 5Platz 10: Die leidigen Computerviren
- 6Platz 9: Das Betriebssystem-Wunder
- 7Platz 8: Macs und PCs
- 8Platz 7: Abstürze und die Folgen
- 9Platz 6: Das Wunder der Tastenbeschriftung
- 10Platz 5: Superrechner und ihre unglaublichen Fähigkeiten
Es ist schon schauerlich, mit welchen Klischees Computer in Film und Fernsehen zu kämpfen haben. Besonders Hollywood-Produktionen sind oft eine Ansammlung von Computerlügen, die leider oder zum Glück kaum etwas mit der Realität zu tun haben. Da sprechen wildgewordene Superrechner mit Psychopathenstimme und töten Menschen, so wie HAL in "2001 - Odyssee im Weltall", oder es handelt sich um ultrakompatible Supermaschinen, die jeden Anwender träumen lassen, weil sie so weit von der Realität entfernt sind. Auch die Computer-Anwender kommen oft nicht gut weg, aber dazu später.
Platz 15: Nerds und Hacker
Den letzten Platz in der Top 15 der Computer-Klischees belegt definitiv der Computerverrückte. Zottelig, Cola trinkend und Pizza futternd vegetiert er mit seiner Brille, Modell Vietnamkrieg, in einem dunklen Raum mit lauter Bildschirmen vor sich hin, ständig darauf wartend, dass eine wichtige Person von CIA oder FBI anruft, um sich seinen Rat zu holen. Alternativ verbringt er seine Tage damit, sich in Schwierigkeiten zu bringen, indem er sich in irgendwelche Computersysteme von fürchterlich wichtigen Regierungsstellen hackt oder - natürlich rein zufällig - Akten über Vertuschungen, Verbrechen oder Korruption findet.
Die wohl schönste Darstellung dieses Klischees findet sich in der Serie "Akte X", denn wenn Fox Mulder wieder einmal dringend einen Hack benötigt, konsultiert er nicht die IT-Abteilung des FBI, sondern greift auf seine nerdigen Hacker-Freunde zurück, die in einer Art Übertragungswagen so ziemlich jeden Rechner der Welt hacken können, selbst wenn dieser nicht einmal mit dem Internet oder irgendeinem Netzwerk verbunden ist. Dabei werden ständig wichtige Akten zutage gefördert. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass die Verantwortlichen der Großrechner auf der Stelle bemerken, dass sie gehackt wurden, und nicht nur das: Sie wissen auch von wem und starten sofort eine wilde Verfolgungsjagd, meist unter Einsatz von schwerem Gerät oder Auftragskillern. Wäre das in Wirklichkeit so, gäbe es wohl kaum noch Hacker und Cracker, die den Mut aufbrächten, sich mit ihrem Hobby zu beschäftigen.
Platz 14: Die Computer-Kids
Auf Platz 14 findet sich das Computer-Kid. Anders als der nerdige Erwachsene, der ständig vom Helden zu Hilfe gerufen wird, nutzt das Computer-Kind seine Begabung lieber zum Bau wilder Konstruktionen. Im Kinderfilm "Hatschipuh" von 1987 konstruiert der vorlaute Knabe eine Maschine, mit deren Hilfe er morgens geweckt wird. Das Material: ein C64 und jede Menge Fischertechnik. Dieser Typ Computer-Kind kommt in fast jedem Jugendfilm vor und ist natürlich nicht die ganze Zeit damit beschäftigt, Filesharing-Clients zu installieren und Online-Games zu zocken. Stattdessen konstruiert er - gäbe es diese Jungs in Wirklichkeit, wäre die Welt wohl ein besserer Ort.
Platz 13: Interface-Genies und unkaputtbare Notebooks
Der 13. Platz gehört den Computern selbst. Computer sind in den meisten Filmproduktionen hypergeniale, allwissende und hochgradig vernetzte Superrechner ohne Kompatibilitätsprobleme. Egal welchen Stecker oder Datenträger der Held dabei hat, es ist kein Problem, Daten darauf zu speichern. Ganze Datenbanken wandern in Sekundenschnelle auf winzige CD-Rohlinge, Minidisks oder werden via Modem per E-Mail verschickt. Natürlich gibt es nur eine einzige Programmiersprache auf der Welt, mit deren Hilfe sich selbst komplexeste Programme in kürzester Zeit kompilieren und dekompilieren lassen. Gesehen in Actionfilmen jeder Couleur.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Mac OS X hier.
Links zum Thema
- Hatschipuh
- Online-Übersetzer
- Japan: Polizeiroboter im Einsatz
- Verkehrte Netzwelt: Honda Asimo - Terminator, Alpha-Version?
- OpenDarwin: Halbes Mac OS X für Intel-Rechner
- Privacy Watch: Wenn Linux den Mac angreift
- Kurzfilm: Robocop Relaunched

Ist zwar schon alt, aber echt zum Lachen. Hier wird wohl jedes Klischee rausgekramt. Großartig!
Zitat: Woher willst du das mit dem Windows-Desktop wissen? Schonmal was von LiteStep o.Ä. gehört? ;) Oder hiervon:...
Woher willst du das mit dem Windows-Desktop wissen? Schonmal was von LiteStep o.Ä. gehört? ;)
Leider ist es so, dass viele Leute immer noch(!) an die Hyperkompatibilität glauben. So fragen Kunden gerne, wieso es denn 4 Mannwochen kostet, mal eben zwei Programme zu "koppeln"; gern auch mit dem Hinweis, dass es...
Zitat: Leider basiert er auf einem grundlegenden Logikfehler: Es geht hier um Fiktion, ggf. die Wortdefinition mal nachschlagen. Das war mir durchaus bewusst. Aber ich habe mir...