Gerüchteküche: Kommt der Google-PC?

Lokales Google-Terminal?

Doch wie könnte er aussehen, der Google-PC? Falls es sich tatsächlich um einen kompletten Rechner handelt, der für 200 Dollar angeboten wird, dürfte die Hardware kaum etwas Besonderes sein. Wenn man sich aber überlegt, dass heutzutage jeder MP3-Player mit Farbdisplay leistungsmäßig in der Lage wäre, Websites darzustellen, schaut die Sache wieder anders aus. Wenn Apple einen iPod nano für 200 Dollar verkaufen kann, lässt sich mit ähnlicher Technik auch ein Surf-Terminal auf die Beine stellen. Und weil der Kompaktheits-Faktor wegfallen würde, wäre die Hardware vermutlich sogar leistungsfähiger, ausreichend für Surf-Trips und E-Mail, selbst 3D-Hardware zum Rendern von Google Earth-Daten könnte zu diesem Preis integriert werden. Beim Betriebssystem dürfte es sich um ein umgestricktes Linux handeln, um Entwicklungs- und Lizenzkosten zu sparen.

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Natürlich wird Googles Online-Dienst der Dreh- und Angelpunkt jeder Anwendung auf dem Google-PC sein. Anders als die Konkurrenz-Produkte dürfte ein Google-PC ohne Internet-Anschluss nicht vernünftig zu benutzen sein. Das passt zu Googles Marktstrategie, die Software lokal auszuführen und die Daten dabei von den Webservern zu holen. Das dürfte einigen Datenschützern überhaupt nicht schmecken, denn schon jetzt hat Google bei sämtlichen Google-Anwendungen die Finger im Spiel. Loggt man sich bei GMail ein, ist man auch beim Google-Suchdienst eingeloggt. Und wer weiß, was Google mit diesen Cookies alles herausfinden kann, wenn Google Earth sich die Satellitenbilder aus dem Web holt, natürlich alles integriert mit Googles Suchtechnologie.

Das stößt nicht nur übel auf, das verursacht eine Sodbrand-Explosion wie nach dem Genuss von in Cola-Grapefruit-Schorle aufgelösten Gummibärchen. Denn auch der Google-PC wird nicht auf die Google-Suchtechnik verzichten und, als Consumer-Gerät, nicht autark ohne Internet funktionieren können. Doch auf einem PC werden mehr Daten gespeichert als bei der normalen Websuche über Google. So könnte ein Google-PC problemlos Surfprofile anlegen, ohne dass der Benutzer etwas merkt, das Gleiche gilt für E-Mail und persönliche Dokumente auf dem Rechner.

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Wenn er kommt, dann laufen wir

Dass bei immer größeren Datenmengen sinnvolle lokale Suchroutinen immer wichtiger werden, hat spätestens Mac OS X "Tiger" mit der Spotlight-Suche gezeigt. Windows XP braucht Stunden, um eine aktuelle Festplatte zu durchsuchen, Apples Spotlight wenige Sekunden. Der Schlüssel ist eine Datenbank, die, einmal angelegt, bei jeder Änderung nur aktualisiert werden muss. Das beschleunigt die Suche ungemein. Im Fall Google-OS liegt es nahe, auch diese Suche mit dem Google-Onlinedienst zu verknüpfen, um Kapazitäten zu sparen.

Doch das ist natürlich alles Spekulation. Ob der Google-PC kommt und wie er aussehen wird, wird sich am kommenden Freitag auf der Keynote klären, die die Google-Gründer abhalten möchten. Wenn der Google-PC kommt, ist er sicherlich eine kleine Revolution. Kommt er nicht, können Microsoft und Co. erst einmal aufatmen, handelte es sich doch wieder um einen Fehlalarm. Das jedoch ist unwahrscheinlich, zu lange kursieren schon die Gerüchte um den Google-PC, zu sehr haben sich diese Gerüchte in den vergangenen Tagen verdichtet. Und wenn er kommt, dann laufen wir - und zwar zu Google über!

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