Bundesliga kostenlos übers Internet

Freeware wie PPLive für P2P-Streams nutzen

Auch wenn die Palette von kostenfreien Streamern breit gefächert ist, sind nur wenige wirklich empfehlenswert: Oft disqualifizieren sich Programme durch den kompletten Verzicht auf die englische Sprache oder das Fehlen des wichtigsten Senders CCTV-5 im Streaming-Angebot. Auch viele kleinere Projekte sind kaum brauchbar, weil speziell wegen der P2P-Struktur eine große Nutzerbasis vorhanden sein sollte.

Werbung

Klare Favoriten sind daher PPLive, TvAnts und der TVU Player. Diese P2P-Streamer zeichnen sich allesamt durch Unterstützung der wichtigsten Sender aus, die Benutzerrate ist hoch und garantiert damit relativ stabile Übertragungen. Zusätzlich sind die Bedienelemente auf Englisch und erleichtern den Einstieg. Je nach Sender sind 100 bis 400 Kilobit pro Sekunde drin.

Alle genannten Programme nutzen den Windows Media Player Codec zur Wiedergabe der Streams. In den meisten Fällen dürfte das allerdings kein Hindernis darstellen, denn ein installierter Media Player 9 bringt die erforderlichen Codecs mit - im Zweifelsfall helfen Codec-Packs weiter. Zu beachten ist noch, dass möglichst viele halboffene TCP/IP-Verbindungen verfügbar sein sollten.

PPLive: Einer der P2P-Streamer (Klick vergrößert).

PPLive

Freeware für die Aufnahme von P2P-Streaminhalten

Falls ein interessantes Live-Ereignis zu einer ungünstigen Uhrzeit über die P2P-Streamer flimmern sollte, gibt es auch dafür eine Lösung: Der ppRecorder kann Sendungen im ASF-Format abspeichern. Dazu ist lediglich der Stream-Link erforderlich, welcher in das Eingabefeld des P2P-TV Recorders kopiert werden muss. Hintergrundinformationen gibt es in einem Tutorial zum ppRecorder.

Dieser Stream lässt sich leicht im laufenden Programm herausfinden: Durch einen Rechtsklick auf das Videofenster und Eigenschaften ist der Link leicht herauszubekommen. Noch einfacher geht es mit dem IPTV-Guide von netzwelt: Hier sind die Links zu den aktuellen Streams bereits für die beliebtesten P2P-Streamer vorhanden.

Der P2P-TV Recorder braucht nur die Stream-URL (Klick vergrößert).

P2P-TV Recorder

Internet-Stream, legal oder egal?

Bundesliga kostenlos über P2P-Systeme? Klingt nicht ganz rechtens, wenn man bedenkt, dass Pay-TV-Angebote und diverse kostenpflichtige IPTV-Plattformen Geld am runden Leder verdienen wollen. Auf Nachfrage von netzwelt kam von DFL-Pressesprecher Christian Pfennig allerdings nur ein "Kein Kommentar" - zum Sachverhalt würden derzeit keine öffentlichen Stellungnahmen herausgegeben.

Dabei gab Pfennig noch 2006 im Gespräch mit netzwelt die klare Haltung der DFL bekannt: "Das Anschauen von Bundesliga-Partien über ein gehacktes Signal aus China ist illegal und wird juristisch verfolgt. Weitere Möglichkeiten werden geprüft." Bleibt also die Frage, ob das Problem mittlerweile als irrelevant abgetan wurde oder einfach keine rechtlichen Mittel gegen ein dezentrales P2P-System gefruchtet haben.

Im vergangenen Jahr nahm DFL-Pressesprecher Pfennig in diesem Zusammenhang auch den chinesischen Sender CCTV-5 aus der Schusslinie: "CCTV-5 ist schon seit zirka zehn Jahren ein zuverlässiger Partner der Bundesliga und ist für dieses Problem nicht verantwortlich zu machen. Das Problem sind die Personen, die eine entsprechende Software zur illegalen Nutzung von Fußball-Übertragungen im Internet erstellt haben, dort verbreiten und die Signale illegal ausstrahlen."

Von tatsächlichen juristischen Schritten oder gar Urteilen gegenüber Anbietern und Nutzern der P2P-Streamer ist bisher allerdings nichts bekannt. Die Community rund um kostenlosen Fußball auf Fernost wächst weiter, in gleichem Maße entstehen neue Programme, mit denen die Streams empfangen werden können. Dass Inhalte aber auch komplett legal über P2P gestreamt werden können, zeigen Joost, Babelgum und Zattoo.

Links zum Thema