Politik light

Kurztest: Demokratie

In der Politsimulation müssen demokratisch gewählte Staatschefs verhindern, dass der Regierungssessel zum Schleudersitz wird. Preis der Macht: 14,99 Euro inklusive (noch nicht erhöhter) Mehrwertsteuer.

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Elf Industrienationen, einschließlich der G8, dürfen in "Demokratie" über einen Zeitraum von zunächst vier Jahren regiert werden. Eine Runde steht für drei Monate. Ziel ist es, nach Ablauf einer Legislatur 50 Prozent der Wählerstimmen auf sich zu vereinen. Mehr als 20 Interessensgruppen umfasst das Spiel, vom Rentner über den Unternehmer, Umweltschützer, Autofahrer, Trinker bis zum Landwirt. Auch Lobbyisten, Verbände und Gewerkschaften setzen das Kreuz nicht nach dem Zufallsprinzip. Jede politische Entscheidung hat einen wechselseitigen Einfluss auf die verschiedenen Blöcke.

Demokratie


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Ressorts wie Gesundheit, Verkehr, Verteidigung oder Soziales werden mittels Schieberegler verwaltet. Auf diese Weise können Drogen und Waffen gänzlich verboten werden oder zu einem gewissen Grad legalisiert. Auch die Festlegung von Steuern und Investitionen folgt einem Stufenprinzip. Die Verlockungen, an falscher Stelle zu sparen, sind so groß wie folgenschwer: Das Militär auf ein Häuflein Reservisten zu beschränken schont den Etat, mittelfristig werden jedoch dadurch Piraten ermuntert, arglose Fischkutter zu versenken. Skandalen solcher Art klatscht keine Wählerschicht Beifall. Untersuchungsausschüsse drohen daraufhin aber nicht: Scharmützel zwischen Koalition und Opposition spart das Programm aus.

Laxe Lokalisierung

Dringende Gesetzentwürfe bringt ein Zufallsgenerator auf die Tagesordnung. Gewöhnlich wird einmal pro Runde darüber entschieden, ob der "demokratische Alleinherrscher" etwa Gewalt verherrlichende Medien verbietet oder Homoehen billigt. Die politische Einflussnahme nimmt mit jeder weitreichenden Entscheidung ab. Nur durch einen neuen Spielzug erlangen PC-Politiker wieder uneingeschränkte Handlungsfreiheit.

Die zahlreichen Übersetzungslücken zeugen von Schlamperei: Immer wieder stößt man in den nüchternen Menüs auf Begriffe wie "minimum wage", "retail merger" oder "same sex marriage". Nicht einmal die Optionsbildschirme wurden vollständig eingedeutscht.

Fazit: Ein löblicher Versuch, politische Zusammenhänge unterhaltsam aufzuzeigen. Leider feilt der Spieler nur an einigen Eckpfeilern der Demokratie. Außerdem dauert es keine 20 Minuten, bis sich Zufallsereignisse wiederholen.

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