Apples-Mäuse im Vergleich

Mac-Nager im Test: Apple Mighty Mouse vs. Apple Classic Mouse



25.12.2005 11:32 Uhr

Apple behauptet, die Computer-Maus neu erfunden zu haben. In Form der "Mighty Mouse" hat Apple es endlich geschafft, das wohl wichtigste Eingabegerät aller Zeiten auf einen modernen Stand zu bringen. Doch was taugt die Mighty Mouse? Und lohnt sich die Investition von 55 Euro in ein Eingabegerät, das auf den ersten Blick so innovativ ist wie ein Teebeutel?

Mighty Mouse, die Comic-Version

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Der Klassiker: Die Ein-Tasten-Maus
  2. 2Die Mighty Mouse: Vergleichweise billig verarbeitet
  3. 3Vier Tasten, ein Scrollball
  4. 4Klicken per Lautsprecher
  5. 5Klick-Klick-Klick-Klick
  6. 6Fazit: Fortschritt auf dem Nager-Sektor

Scrollbälle sind KEINE Innovation

Computermäuse sind keine komplizierten Geräte. Normalerweise sind sie mit mindestens zwei Tasten und einem Scrollrad ausgestattet, selbst Computer-Anfänger begreifen recht schnell das Prinzip. Der Computer-Hersteller Apple glaubte offensichtlich nicht an die User-Intelligenz und verharrte trotzig bei der einfachsten Form der Maus, nämlich der mit einer einzigen Taste. Dann kam die Mighty Mouse und plötzlich sollten Apple-Anwender mit vier Tasten und einem "Scrollball", einer Art Trackball an Stelle eines Mausrädchens, zurechtkommen. Wenn sich Apple da nicht verschätzt hat.

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Im Test: Die Mighty Mouse gegen den Ein-Tasten-Klassiker von Apple. Die Kandidaten sind gut vorbereitet, bei beiden handelt es sich um solide Plastik-Klumpen, die keine Kugel haben, sondern optische Abtastung. Den Anfang macht Apples Klassiker mit einer Taste, seit Erfindung der weißen iMacs von keinem Apple-Schreibtisch mehr wegzudenken. Im Grunde nichts weiter als ein optischer Taster in durchsichtigem Polyacryl.

Der Klassiker: Die Ein-Tasten-Maus

Die Bedienung der klassischen Apple-Maus ist denkbar einfach: Egal, wo man drückt, immer hat man nur eine Funktion, nämlich die der linken Maustaste. Soll ein Rechtsklick durchgeführt werden, muss in Mac OS X die Control-Taste auf der Tastatur bemüht werden. Simpler geht es kaum: Klick oder Control-Klick, selbst einfache Geister haben kein Problem damit. Die Funktionalität erschließt sich schon nach wenigen Sekunden.

Die Qualitätsanmutung ist solide. Das Gerät besitzt einen Kern aus weißem Plastik, der wirkt, als wäre er in durchsichtiges Kunstharz eingegossen. Die elliptische Form ist nicht sonderlich ergonomisch, dafür gleichermaßen für Links- und Rechtshänder geeignet. 75 Zentimeter Kabel zeigen, dass Apple die Maus für den Einsatz am USB-Port der Apple-Tastatur konzipiert hat - schon bei Benutzung am USB-Port am Tischrechner ist das Kabel knapp, soll die Maus am Tower unter dem Tisch betrieben werden, muss ein Verlängerungskabel her.

Die Mighty Mouse: Vergleichweise billig verarbeitet

Doch wie steht es mit der Mighty Mouse? Auf den ersten Blick ist sie eng mit Apples Ein-Tasten-Klassiker verwandt: Gleiche Bauform, gleiche Kabellänge, gleiche Ausmaße zeigen, dass hier ein und dieselbe Designrichtlinie verfolgt wurde. Allerdings enttäuscht der Qualitätseindruck auf den ersten Blick: Das undurchsichtige iPod-Plastik mit dem eingravierten Apple-Logo schaut auf den ersten Blick nach einer billigen Kopie aus. Im Vergleich zur alten Apple-Maus könnte fast der Eindruck entstehen, die Mighty Mouse wäre einer chinesischen Hardware-Kopier-Fabrik entsprungen. Trotzdem ist die Maus noch wesentlich besser als viele Produkte der Kokurrenz, was den Qualitätseindruck angeht.

Auch der von Apple als "genial" beworbene Scrollball wirkt alles andere als solide. Wie eine Brustwarze ragt der gummierte, kleine Ball aus dem blassen Maus-Gehäuse und fühlt sich auch ähnlich an. Weich, aber doch irgendwie hart, nicht schwammig, aber auf seltsame Weise wabbelig. Tatsächlich lässt er sich wie beworben um 360 Grad drehen, dabei gibt es ein leises Geräusch wie von klickenden Kontakten von sich. Geschulte Maus-Liebhaber spüren, wie der kleine Ball unter den Berührungen erzittert, für jeden kleinen Widerstand einmal, was ein völlig neues Gefühl in die Fingerspitze bringt. Die Maus-Brustwarze kitzelt die Finger des Anwenders - das ist doch mal Innovation, wenn auch nicht unbedingt in der Form, mit der Apple werben würde.

Apple Mäuse

Vier Tasten, ein Scrollball

Genau wie die klassische Apple-Maus hat auch die Mighty Mouse keine sichtbaren Tasten auf der Oberseite. Das Klicken erfolgt über einen im Inneren der Maus verborgenen Kipp-Mechanismus, anders als beim Vorfahr gibt es jetzt aber eine rechte Maustaste und, zu allem Überfluss, noch Seitentasten und auch der Scrollball kann als Taste missbraucht werden. Insgesamt vier Tasten machen die Bedienung für Verfechter der Ein-Tasten-Theorie alles andere als einfach. Ein Glück, dass sich die zusätzlichen Tasten in den Systemeinstellungen abschalten oder beliebig belegen lassen, aber dazu später.

Das Klick-Geräusch der Mighty-Mouse macht den Eindruck, den man von einem 55 Euro teuren Gerät erwartet. Die Maus klickt satt und macht dadurch einen hochwertigen Eindruck. Egal ob linke oder rechte Taste, es klickt sauber. Beim Klick auf den Scrollball klickt es ebenfalls laut und deutlich, die Maus erkennt den Mittel-Klick, was sehr interessant ist, weil sich selbst bei näherer Betrachtung der Maus keine Trennung der Tasten erkennen lässt.

Klicken per Lautsprecher

Zu der Drei-in-Eins-Taste auf der Oberseite gesellen sich noch zwei weitere Tasten, die ergonomisch an der Seite der Maus angebracht sind. Beide zusammen übernehmen die Funktion der vierten Taste, man muss beide zusammen drücken, die Maus sozusagen in den Nacken kneifen, um sie zu aktivieren. Bei diesen Tasten handelt es sich nicht um echte Tasten mit klickenden Relais, stattdessen liegen unter den Tasten Drucksensoren, die registrieren, ob die Tasten gedrückt werden. Ein kleiner Lautsprecher übernimmt die Ausgabe des Klick-Geräuschs. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die vierte Taste nur klickt, wenn die Maus auf dem Tisch liegt. Drückt man die Tasten, wenn der optische Sensor in die Luft strahlt, verschwindet das Klick-Geräusch.

Insgesamt ist die Bedienung einwandfrei. Die Maus hat genau wie die alte Apple-Maus die exakt angenehme Größe, um die Bedienung sowohl für kleine Kinder-Hände, als auch für Basketballer-Pranken zu ermöglichen. Natürlich ist auch hier irgendwann Schluss mit der Ergonomie, doch für Durchschnittshände von Menschen zwischen einem und zwei Metern Körpergröße sollte die Bedienung der Mighty Mouse kein Problem darstellen. Natürlich gleiten sowohl Mighty- als auch Klassik-Maus problemlos auf der Tischplatte, ab und zu sollten die Geräte mal gereinigt werden wie andere Mäuse auch. Der optische Sensor beider Mäuse verträgt sich allerdings ganz schlecht mit manchen Mauspads - hier sollte vorher getestet werden, ansonsten muss auf ein Mauspad verzichtet werden.

Klick-Klick-Klick-Klick

Doch wie schaut es mit der Einbindung ins Betriebssystem aus? Die Maus wird problemlos erkannt, kann dank USB auch im laufenden Betrieb gegen eine andere Maus ausgetauscht werden, Mac OS X stört das nicht im Geringsten. Mit dem Austausch der Maus ändert sich auch das Maus-Menü in den Systemeinstellungen: Können bei der Klassik-Maus nur Zeigerbewegung und Klick-Geschwindigkeit eingestellt werden, besitzt die Mighty Mouse wesentlich mehr Funktionen. Neben der freien Belegung der verschiedenen Tasten ist es möglich, den Scrollball nach dem eigenen Geschmack einzustellen.

Das Menü der Mighty Mouse

Insgesamt kann die Mighty Mouse gefallen. Das weiße iMac- und iPod-Material ist jedoch nicht das Gelbe vom Ei, weil es schnell verkratzt und verschmutzt. Gerade Mäuse, die tagtäglich in schwitzigen Händen liegen, sollten aus anderem Material bestehen. Auch ist die Qualität, verglichen mit der alten Maus, niedriger. Die Mighty Mouse wirkt in Sachen Verarbeitung recht billig, während die klassische Maus einen wesentlich hochwertigeren Eindruck hinterlässt. Wohlgemerkt sind beide Mäuse hochwertig im Vergleich zu manch einem Gerät aus dem PC-Lager.

Fazit: Fortschritt auf dem Nager-Sektor

Im Bezug auf die Funktionalität kann über die Mighty Mouse kein schlechtes Wort verloren werden. Sie funktioniert und macht nicht den Eindruck, dass sie schnell auseinander fällt. Einzig der Scrollball könnte irgendwann durch Verschmutzung den Geist aufgeben, Hautabrieb und Staubflocken finden mit Sicherheit schnell ihren Weg ins Gehäuse. Anders als die Geräte anderer Hersteller lässt sich die Mighty Mouse auch nicht ohne Verluste öffnen und reinigen. Dafür arbeitet sie genauso präzise wie ihr Vorgänger, dank der zahlreichen Tasten eignet sich der Nager auch endlich für Spiele wie Unreal Tournament 2004 oder die Warcraft-Reihe.

Trotzdem: Mit der Mighty Mouse hat sich Apple endlich vom Ein-Tasten-Design verabschiedet. Mac-User, die bisher auf Geräte von Drittherstellern ausweichen mussten, sind nun mit einer eigenen Maus bedient, zumal sie den neuen Desktop-Rechnern von Apple statt der Klassik-Maus beiliegt. Die Maus kann empfohlen werden, der Preis von 55 Euro wirkt hoch, doch ähnlich hochwertige Geräte anderer Markenhersteller sind selten günstiger. Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: Die Mighty Mouse ist bisher nur als Kabel-Version erhältlich, Apple hat noch keine Bluetooth-Variante vorgestellt. Bleibt zu hoffen, dass auch Freunde kabelloser Mehrtasten-Mäuse demnächst von Apple bedient werden.

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Kommentare: Mac-Nager im Test: Apple Mighty Mouse vs. Apple Classic Mouse (12)

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Thema: News - Mac-Nager im Test: Apple Mighty Mouse vs. Apple Classic Mouse

tk69
25.12.05 12:05

Kann die Mighty nur empfehlen. Wer ein Minimum an Geschick für sich verbuchen kann, wird mit dem rechten Mausklick keine Probleme haben. Habe da schon die dollsten Sachen lesen können. Und den Scrollgnubbel möchte ich auf keinen Fall mehr missen wollen.

Fazit: die Classic-Mouse liegt bei mir in der Ecke.


Anonym
25.12.05 16:57

Auf Seite 2 ist ein Rechtschreibfehler:

"Trotzdem ist Maus noch wesentlich besser als viele Produkte der Kokurrenz, was den Qualitätseindruck angeht."


GreasySpoon
25.12.05 17:08

Zitat:

Auf Seite 2 ist ein Rechtschreibfehler:

"Trotzdem ist Maus noch wesentlich besser als viele Produkte der Kokurrenz, was den Qualitätseindruck angeht."



danke, das habe ich berichtigt.


q
26.12.05 01:39

sieht doch ziemlich hässlich aus....


Anonym
26.12.05 10:32

Mighty ist super! Ich habe mir die Maus vor einer Woche für mein iBook gekauft. Kann sie nur empfehlen. Ich denke aber, das Kabel ist für ein 17" PowerBook zu kurz.

PS: Die Maus läuft auch unter Windows ME (sogar ohne Treiber) Habe ich durch Zufall herausgefunden.


Anonym
28.12.05 00:32

Die Apple Mighty Mouse funktioniert wunderbar mit XP (USB-Standard), ist also eine tolle Alternative zu z.B. Logitech- oder Microsoft-Mäusen.


Tweek
02.01.06 10:36

Zitat:

Apple Mighty Mouse funktioniert wunderbar mit XP



Umgekehrt geht's übrigens auch, die meisten Mäuse brauchen unter OS X keinen Treiber, um zu funktionieren. Den braucht man erst, um die Tasten ordentlich zu belegen.


Anonym
01.03.06 19:51

Der Artikel ist totaler Humbug. Wer hat den denn geschrieben? Mehr als peinlich ...
Die Mighty Mouse ist Qualitativ mehr als hochwertig einziges Manko ist die "Kappe" mit dem Appel logo, wenn sie seitlich gedrückt wird, knackt es seltsam. Aber: Wer drückt an seiner Maus mit Gewalt rum? Ich hatte vorher eine Logitech Maus und von der war ich ganz und gar nicht begeistert(NP: 89€) ... die Mighty Mouse ist mehr als super!


Anonym
02.03.06 08:48

Hallo!??! Wo is mein Post??? Total lächerlich was ihr hier abzieht!


Tweek
02.03.06 10:47

Zitat:

Die Mighty Mouse ist Qualitativ mehr als hochwertig einziges Manko ist die "Kappe" mit dem Appel logo, wenn sie seitlich gedrückt wird, knackt es seltsam.


Womit Du Dir direkt selbst widersprochen hättest. Der Test vergleicht Mighty und Classic. Und da steht die Mighty qualitativ eben mickrig da!


Anonym
05.08.06 17:26

"Das Klick-Geräusch macht ein kleiner in die Maus eingebauter Lautsprecher" *LOL*


Anonym
29.08.06 19:41

is so. die vierte maustaste (seitlich links und rechts) klickt nur, wenn die maus am usb-port angesteckt ist und strom hat. die maus wurde auch schon von freaks zerlegt, dabei wurde der lautsprecher entdeckt.

siehe: http://arstechnica.com/articles/paedia/hardware/dissect.ars

hab auch schon gehört, dass sowas wie ein easter egg eingebaut sein soll. damit soll es möglich sein, das klick-geräusch umzustellen. wie das funktionieren soll, hab ich allerdings noch nicht herausgefunden, bei mir klickt sie immer gleich...


(12) Kommentare

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