Rote Pille oder blaue Pille?
Kurztest: Matrix: Path of Neo
Auserwählt sein - das klingt wichtig, schafft aber eine Menge Probleme. Probleme, die man als Thomas Anderson alias Neo mit Fußtritten und Hankantenschlägen, mit Schwert und Knarre löst.

Ein kampflastiges High-Tech-Actionspektakel mit reichlich Verschwörungsklimbim und über elf Millionen Kinobesuchern kann, nein, darf ein Spielehersteller nicht übergehen. Atari tat das einzig Richtige und widmete den erfolgsgekrönten "Matrix"-Filmen ein Videospiel. Heraus kam "Enter the Matrix", ein letztlich müder Medienhype irgendwo zwischen blauer und bitterer Pille.
"Matrix: Path of Neo", wieder entwickelt von Shiny Entertainment, macht einiges besser. Die Stärken des Spiels liegen in der fantastischen Kampfchoreographie. Durch die Havok-Unterstützung werden im Getümmel Gegner sowie Bruchstücke von Möbeln und Wänden durch die Luft gewirbelt. Eine Bereicherung für das ohnehin gelungene Kampfsystem, das durch mannigfache Komboattacken und den berühmten Zeitlupeneffekten (Fokus) besticht.
Auch Auserwählte fangen klein an
Zu Beginn des Spiels ist Neo so beweglich wie ein eingeschlafener Fuß. Erst nach etlichen Trainingsrunden beherrscht er akrobatische Kampfmanöver und Schlagkombinationen. Auch mit Schwertern und Schießeisen macht sich der Auserwählte stufenweise vertraut. Leider kämpfen PC-Spieler stets auch mit einer schwammigen Steuerung, primär beim Zielen mit Schusswaffen.
Die Handhabung des Spiels zeugt von dessen Konsolenherkunft. Sämtliche Menüs wurden zur mausfreien Zone erklärt und das Speichern geschieht automatisch an Checkpoints. Optisch ist das Spiel Matrizen von der Leinwandästhetik entfernt: Neos Pfad führt überwiegend durch grafisches Mittelmaß. Vor Widrigkeiten bei der Videoeinstellung schützt das leider nicht: Auflösungen jenseits der 800x600-Pixel-Grenze bedürfen einer Anpassung der Konfigurationsdatei.
Für Fans lohnenswert
Für "Matrix"-Jünger ist der Anreiz sicher groß, einmal selbst Neo zu sein. Diesen mit immer neuen Fähigkeiten auszustatten, kann sich für Fans auch durchaus lohnen, zumal die Handlung der Filmtrilogie folgt und überdies ein alternatives Ende bereithält.
Uninteressant ist das Spiel für Außenstehende, die von der Geschichte ohnehin wenig mitbekommen. Zu wirr ist die Verflechtung einzelner Levels mit dem ursprünglichen Filmmaterial, das die Wachowski-Brüder laut offiziellen Quellen höchstselbst auf den Schneidetisch packten.
Fazit: Phänomenale Prügeleien entschädigen für manches Technikdefizit.

installiert den Patch 1.1 auf Atari downloaden und es geht auflösung 1280X1024