Regierungspläne: CSU-Frauen forcieren Killerspiel-Verbot

Arbeit der USK indirekt kritisiert

Andere Stimmen aus dem Frauenlager der CSU machen deutlich, dass die Debatte um virtuelle Gewalt über Computerspiele hinausgeht. Bayerns Familienministerin Christa Stewens betrachtet "Killerspiele wie Gotcha, Paintball oder Laserdrome" als eklatanten Verstoß gegen die Menschenwürde. Bei diesen Spielen werde die Tötung oder Verletzung von Mitspielern unter Einsatz von "Schusswaffen oder diesen nachgebildeten Gegenständen realistisch simuliert."

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In einer Pressemitteilung drückt die Ministerin ihre Freude darüber aus, dass der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD die Perspektive für ein Verbot von Killerspielen bietet. "Der Koalitionsvertrag trägt auch in diesem Punkt die Handschrift Bayerns", erläutert Stewens mit Verweis auf einen Gesetzesentwurf, der bereits 2002 auf Initiative Bayerns über den Bundesrat in den Bundestag eingebracht worden war, damals jedoch von der Bundesregierung abgelehnt wurde.

An der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) übt die Ministerin indirekt Kritik. Denn: "Auch die virtuellen Killerspiele, die Gewalt geradezu 'abfeiern', müssen nochmals auf den Prüfstand." Hier sei in der Tat noch einmal zu prüfen, ob die Altersgrenzen sowie die Kennzeichnung im Rahmen der freiwilligen Selbstkontrolle einen wirksamen Kinder- und Jugendschutz sicher stellten, so Stewens. "Gewalthaltige Medien haben eine gewaltstimulierende Wirkung. Neben den individuellen Effekten tragen diese auch zu einer Verfestigung der Gewaltkultur in unserer Gesellschaft bei. Gerade an labilen oder sensiblen jungen Menschen, noch dazu, wenn sie aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammen, geht ein solches Ausmaß an Gewalt nicht spurlos vorüber."

Die USK reagiert scheinbar gelassen auf die indirekte Kritik. Man sei momentan im Umzugsstress, teilte die mit den Äußerungen Stewens' konfrontierte Geschäftsführung mit. Hingewiesen wurde jedoch auf den Standpunkt des für die USK zuständigen Ministers Armin Laschet, der im Diskurs über Killerspiele Sachlichkeit anmahnt: Horrorszenarien wie das der Medienverwahrlosung oder der Verrohung einer ganzen Generation helfen nicht weiter, so der NRW-Jugendminister wörtlich.

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