Fehlt das Handy, meldet sich der Wagen als gestohlen

Sinnlose Wegfahrsperre: Handy unterstützt Autoschlüssel

Die spinnen, die Briten. Erst sollen alle Straßen videoüberwacht werden, dann werden Handy-Nutzer auch noch mit Telenovelas gequält. Jetzt allerdings ist es endgültig vorbei mit der britischen Coolness: Ein neues Sicherheitssystem für das Auto prüft neben dem Schlüssel auch noch das Handy des Besitzers. Gibt es dabei Probleme, wird automatisch die Polizei alarmiert.

Das neue System ist eine Art erweiterte Wegfahrsperre. Bisher wurden Fahrzeuge mit Schloss und kleinen Mikrochips vor Diebstahl geschützt. Viel genutzt hat das nicht, weiterhin sind gerade die wie Fort Knox gesicherten Fahrzeuge der oberen Mittel- oder der Luxusklasse begehrtes Diebesgut. Die britische Lösung soll Dieben nun von vorneherein das Handwerk legen, indem sie nicht nur prüft, ob der Schlüssel und der im Schlüssel eingebaute Wegfahrsperren-Chip stimmen, sondern auch, ob das richtige Handy eingestiegen ist.

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Handys sind sehr persönliche Gegenstände. Nur selten werden sie an Dritte verliehen, in den meisten Fällen werden sie auch ständig mitgeführt. Eigentlich eine geniale Idee, die kleinen Telefone als Wegfahrsperren zu benutzen. Doch wie funktioniert das? Kontaktlose Übertragungswege machen es möglich, im Fall des Handys ist es Bluetooth, das dafür sorgt, dass das Gerät erkannt und der Fahrer als "authentisch" bewertet wird. Stimmen Handy und Schlüssel nicht überein, löst der Wagen einen Alarm bei der Polizei aus - er meldet sich selbst als gestohlen.

Erdacht wurde die Technik von der Richmond Design and Marketing Group, kurz RDM. Der Autofahrer wird ans Handy gefesselt, damit er seinen Wagen nicht verliert. Grundsätzlich eine geniale Idee, doch an der praktischen Umsetzung hapert es. Denn das Auto löst eben auch Alarm aus, wenn es sich um den richtigen Fahrer handelt, der sein Handy nur leider gerade ausgeschaltet hat. Oder das Gerät wird gestohlen, verloren oder hat schlicht einen defekten Akku. So oder so dürfte der Autofahrer sich nicht darüber freuen, dass sein Auto die Polizei ruft, die im Zweifelsfall die Verfolgung aufnimmt.

Reihenweise Fehlalarme

Neben der Meldefunktion besitzt die Handy-Überwachung noch ein weiteres Gimmick: Autos, bei denen der richtige Besitzer - genauer gesagt: das richtige Handy - fehlt, können elektronisch verfolgt werden. Die ganze Geschichte wird allerdings kompliziert, wenn es Probleme gibt. So gibt es Autofahrer, die auch einmal auf ihr Handy verzichten, andere lassen das Gerät im Handschuhfach liegen. So oder so dürfte es zu einer Reihe von Fehlalarmen kommen, während andere Fahrzeuge erst als gestohlen gemeldet werden, wenn sie sich bereits dem Zugriff der britischen Polizei entzogen haben.

Das Handy ist Trumpf und Schwachpunkt des Systems, insofern ist fraglich, ob dieses sich durchsetzen wird. RDM ist da allerdings anderer Meinung: Das handliche Mobiltelefon ist der ständige Begleiter der meisten Menschen, außerdem lassen sich seine Zusatzfunktionen ebenfalls im Auto nutzen, zum Beispiel der MP3-Player oder die eingebaute Digitalkamera. Der Grund für die Entwicklung liegt nahe: Durch die zunehmende Verbreitung von Wegfahrsperren gehen dem Diebstahl von Autos inzwischen Diebstähle der Schlüssel voraus. Sinnvoller und wesentlich einfacher wäre es allerdings, wenn der Wagen per Biometrie gestartet würde. Das hätte den Vorteil, dass wirklich nur fahren darf, wer dem Wagen bekannt ist. Aber auch hier gibt es ein Problem: So lässt sich der Wagen auch in Notfällen nicht von Dritten bedienen, ein Umstand, der tödliche Folgen haben kann.

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Beiträgeinsgesamt 5 Beiträge

Die Sache mit dem Handy würde tatsächlich funktionieren, allerdings etwas anders: 1. Die funktion muß ausgeschaltet werden können (per Code, wie bei den alten Wegfahrsperren), damit man das Auto...

Zitat: Soll der Dieb doch heulen, und nicht nur ich, wenn das Auto weg ist. Ich bin da als Opfer von KFZ-Vandalismus und -Diebstahl voll auf Deiner Linie :-)

Stimmt nicht. Weiter südlich als Malaga bin ich noch nie gewesen und lege auch keinen Wert darauf. Aber für ein Auto muß ich lange sparen und ich habe durchaus etwas dagegen, wenn jemand versucht,...

Zitat: Oder - noch brutaler - die Türen werden verriegelt und eine Tränengas-Sprühanlage wird aktiviert. Oha, Du hast wohl Wurzeln in Südafrika, was? :-) Das sind Methoden, wie...

Die spinnen wirklich, die Briten. Es soll ja auch Menschen geben, die ganz bewußt auf ein Handy verzichten und die es gar nicht für erstrebenswert halten, dauernd zu telefonieren oder Tag und Nacht erreichbar...

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