Die VoIP-Revolution ist schon längst da - allerdings bewegt sie nicht viel

DSL ohne Telefon: Tiscali und die harte VoIP-Realität

Mit großem Tamtam trommelt Tiscali für sein Spezial-Angebot in Frankfurt, den "entbündelten Zugang" - mit entsprechendem Medienecho. Dabei geht es um DSL ohne Telefonanschluss. Was Tiscali da anbietet, ist allerdings nichts unbedingt Neues, und besonders billig ist es es auch nicht, wenn man die angebotene Leistung nicht ausschöpfen kann.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ein alter Hut?
  2. 2Auch bei anderen Anbietern gut aufgehoben
  3. 3Quatschen: Teuer
  4. 4Das ist die VoIP-Realität

Beim Stichwort "Entbündelung" läuten die Geiz-Glocken: Der DSL-Anschluss bleibt wie er ist; nur der Telefonanschluss fällt weg. Je nach Anschlussvariante ließen sich so zwischen 16 und 25 Euro sparen - schön wär's. Denn Tiscali zeigt, dass für einen DSL-Anschluss mit Flatrate und VoIP knapp 40 Euro nötig sind - auch mit VoIP statt Telefonanschluss. Viel Leistung fürs Geld, wer aber die Leistung nicht braucht, kann auch nichts sparen.

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Ein alter Hut?

Und was den Kunden da als "neu" versprochen wird, ist so neu gar nicht. Einen ähnlichen Dienst bietet der Kölner DSL-Provider QSC schon seit Jahren an: kein Telekom-Telefonanschluss, nur DSL mit VoIP. QSC ist in 70 Städten aktiv, darunter natürlich auch Frankfurt am Main. QSC setzt dabei auf SDSL. Im Tarif Q-DSL home sind für 39 Euro ein SDSL-Anschluss mit insgesamt 1536 kBit/s Bandbreite enthalten, die sich aber flexibel auf Up- und Downstream verteilen lassen; dazu ein VoIP-Anschluss mit mehreren Rufnummern sowie eine feste IP-Nummer ohne Zwangstrennung. Allerdings enthält der Tarif keine Flatrate: Ab 20.000 MB Traffic kostet der Tarif 59 Euro pro Monat. 20.000 MB sollten aber für VoIP, Mailen, Surfen und gelegentliche Downloads ausreichen.

Im Vergleich zeigt sich, dass 40 Euro die magische Grenze sind. Denn wer einen Telefonanschluss (egal ob analog, ISDN oder VoIP) und einen DSL-Anschluss mit Flatrate (Bandbreite egal) möchte, kommt überall auf rund 40 Euro, wenn er im Bereich einer City-Flatrate wohnt, was ja für Tiscali auch zutrift. Beispiel Telekom-Telefonanschluss und Resale-DSL: Telefon 16 Euro, DSL 17 Euro, Flatrate fünf Euro. Macht zusammen 38 Euro - bei Tiscali ist das der Preis, der für DSL mit Flatrate und Telefon bezahlt werden muss. Zwar ist der DSL-Anschluss deutlich schneller als beim Telekom-Beispiel; Geld spart aber nur der, der ohnehin DSL 6000 möchte.

Auch bei anderen Anbietern gut aufgehoben

Bei Arcor bekommt man für zwei Euro mehr einen ISDN-Anschluss, DSL 2000 und eine Flatrate; die meisten Stadtnetzbetreiber verlangen ähnliche Preise. Versatel verlangt für die gleiche Leistung sogar nur 35 Euro.

Zwar hat Tiscali auch Angebote mit niedrigerer Grundgebühr, dort ist jedoch die Internet-Nutzung eingeschränkt: Im Tarif "Easy" beträgt die Grundgebühr 22,90 Euro. Darin enthalten sind ein DSL-Anschluss mit drei MBit Bandbreite, ein VoIP-Dienst und zehn Stunden Internet-Nutzung. Im Tarif "Phone" werden 29,90 Euro im Monat fällig, er enthält VoIP und eine VoIP-Flatrate, allerdings besitzt der Anschluss nur eine Bandbreite von 192 kBit/s in beide Richtungen; eine Internetnutzung ist nicht vorgesehen. Für 44,90 Euro gibt es den Tarif "Complete", der neben einer DSL-6000-Flatrate auch eine VoIP-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz enthält.

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