Vorsicht vor den Gewinner-Nachrichten
Spam: Millionengewinne und Adressen-Phishing
Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Million Dollar gewonnen. Toll, oder? Allerdings gibt es ein Problem: Um den in einer E-Mail mit dem Betreff "CONSOLATION PRIZE WINNER NOTICE" versprochenen Gewinn einzulösen, müssen Sie nur noch Ihre persönlichen Daten eingeben. Name, Nachname, Geschlecht, Geburtsdatum und so einiges mehr. Aber was tut man nicht für eine Million Dollar. Das Problem dabei: Das Geld wird niemals ausgezahlt.
Die Gewinnbenachrichtigung, die im E-Mail-Postfach aufschlägt, ist natürlich nichts weiter als eine neuartige Form von Phishing. Dem Empfänger soll vermittelt werden, dass seine Mailadresse bei einer Lotterie teilgenommen und zufällig gewonnen hat. Fällt er auf die Nachricht herein, wird er bestenfalls in einer Spam-Datenbank aufgenommen, schlimmstenfalls könnte er Opfer eines Identitätsdiebes werden. Denn die am Ende der Mail verlangten Daten sind weitestgehend komplett, fehlen nur noch Konfektionsgröße und sexuelle Vorlieben.
Dick gewonnen, aber sowas von
Natürlich ist die Masche nicht neu. Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Postwurf-Sendungen mit einem dicken "Sie haben gewonnen!"-Aufkleber auf dem Umschlag. Natürlich nur unter einer Bedingung: Sie nehmen an Kaffeefahrt X teil oder buchen Reise Y, während Sie darauf warten, dass Produkt Z geliefert wird. Und wer einen Blick in das Kleingedruckte wirft, kommt den Offline-Spammern schnell auf die Schliche - anders als die Spammer und Identitätsdiebe müssen sie nämlich eine "reale" Kontaktadresse angeben, die sich verfolgen lässt. Das Kleingedruckte sichert gegen Regressforderungen oder die Einlösung des Gewinns ab, dort steht meist: "Dieser Coupon berechtigt Sie zur Teilnahme" oder ähnlich schwammige Formulierungen, vom Gewinn keine Spur mehr.
Bei den Spam-Nachrichten schaut es anders aus. Die Spammer können die Daten derer, die auf die Email antworten, problemlos auslesen. Da E-Mail-Adressen bei diversen Providern ohne jede Prüfung der Identität erstellt werden können, sind die Hintermänner weitestgehend anonym. Absender ist angeblich eine Chanice Brown von der Sentinel-Lotterie in den USA, die Absender-Adresse sb@yahoo.com beim Freemailer Yahoo.com zeigt eindeutig, dass es sich um einen plumpen Betrugsversuch handelt. Professionelle Betrüger würden wenigstens die Absender-Adresse fälschen. Das Problem ist dann natürlich, dass die Antworten nicht ankommen und der Identitätsdiebstahl sinnlos wäre.
Keine Antwort bitte
Doch Frau Brown von der Sentinel-Lotterie hat noch einige andere Seltsamkeiten zu bieten. So lautet die Mailadresse sb@yahoo.com, die gute Frau heißt aber "Chanice" und nicht "Shanice". Wofür steht also das "s"? Oder war da jemand zu dämlich, den eigenen Namen zu buchstabieren? Möglich auch, dass SB für "Sentinel Brown" steht. Und was heißt Sentinel? Natürlich "Wächter" - welche Ironie.
Die ominöse Nachricht sollte in jedem Fall ignoriert werden. Zwar ist die Verlockung einer Million Dollar groß, doch besteht ein extremes Risiko, Opfer eines Identitätsdiebes zu werden. Die vom Absender verlangten Daten zur Einlösung des vermeintlichen Lottogewinns gehen weit über das Übliche hinaus, sind aber wie geschaffen, um gefälschte Ebay-Accounts oder andere betrügerische Aktivitäten in Angriff zu nehmen. Wer einmal Opfer eines Identitätsklaus wurde, weiß, wie unangenehm es ist, den Nachweis zu erbringen, dass man nicht Täter, sondern Opfer ist. Insofern sollte diese Nachricht auf der Stelle in den Müll wandern.

Zitat: Früher hat man die Schuld der Vergewaltigten gegeben (sie hätte ja keinen Mini-Rock tragen müssen.). Heute wird der Bestohlene für den Diebstahl verantwortlich gemacht.
der vergleich hinkt ja nun doch gewaltig.
Früher hat man die Schuld der Vergewaltigten gegeben (sie hätte ja keinen Mini-Rock tragen müssen.). Heute wird der Bestohlene für den Diebstahl verantwortlich gemacht. Ganz toll.