Test: Call of Duty 2
Zeit heilt alle Wunden
Neben etlichen MG-42 (Landserjargon: Knochensäge) darf der alliierte Soldat auch deutsche 88mm-Flaks und Vierlingsgeschütze gegen seine Erbauer richten. Für die aus dem ersten Teil bekannten (Blei-)Spritztouren steht außerdem die Luke eines Kampfpanzers offen; mehr Abwechslung zum Fußsoldatenalltag bietet das Spiel nicht.
Die auffälligsten Neuerung betreffen dessen Handhabung. Ein stakkatohaftes Bearbeiten der berühmten Quicksavetaste zählt nicht länger zur Wehrpflicht, das Programm legt vor wichtigen Stationen automatisch Speicherpunkte an. Auch die Suche nach Verbandsmaterial ist in "Call of Duty 2" Vergangenheit. Hat der Spielcharakter einmal bedrohlich viel Blei geschluckt, regeneriert sich die Gesundheit nach einer Weile von selbst; dazu genügt es, hinter einer Deckung vorübergehend den Kopf einzuziehen. Die Vorzüge jener Selbstheilung sind so naheliegend, dass sie Nachahmung finden könnte. Denn kein Actionspiel profitiert ernsthaft davon, wenn der Protagonist wiederholt aus den Stiefeln kippt. Dem Spielfluss ist die automatische Genesung jedenfalls förderlich.
Neue Grafik - oder die schöne Seite des Kriegs
Das Technikgerüst von "Call of Duty" bildete seinerzeit eine modifizierte Version des Quake-3-Programmcodes. Für die Fortsetzung schufen die Künstler von Infinity Ward eine neue 3D-Engine, die großartige Stadtbilder, vielschichtige Landschaftstypen und massenhaft Objekte auf engem Raum darzustellen vermag. Blickdichte und somit spielerisch verwertbare Raucheffekte beherrscht die schnelle 3D-Grafik besonders gut.
Am Hardware-Buffet ist "Call of Duty 2" zurückhaltender als andere aktuelle Ballerspiele. Selbst bei maximalen Details und im größten Tumult - Stuka-Angriffe inklusive - blieb die Performance stabil. Im Fall von "Quake 4" hatte derselbe Testrechner, ein AMD 4000 mit zwei GB RAM und GeForce 6800 Ultra, spürbar weniger Luft nach oben.
Schießbude Stalingrad
Das für die Handygeneration nicht vorstellbare Verrecken in der Schlacht um Stalingrad in eine hochglänzende Schießbude umzudekorieren ist nicht unbedenklich. Fakt ist allerdings, dass es funktioniert - ein Interesse an Spielen dieser Art natürlich vorausgesetzt. "Call of Duty 2" steht für Action reinsten Wassers: spektakulär, laut, schnell, unreflektiert.
Nur im Multiplayermodus geht es - abgesehen von "Capture The Flag" und "Deathmatch" - beherrschter zu. Der Modus "Suchen & Zerstören" dreht sich um das Platzieren bzw. Entschärfen von Sprengladungen. Für die Spielart "Hauptquartier" gelten wiederum Eroberungsregeln nach dem Prinzip von "Battlefield". Schummlern öffnet der Verzicht auf eine Punkbuster-Einbindung jedoch Tür und Tor.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 10 von 10 % | 88 % |
| Grafik | 15 von 15% | |
| Spielspaß | 15 von 15% | |
| Multiplayer | 9 von 10% | |
| Bedienung | 9 von 10% | |
| Preis/Leistung | 12 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 12 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 6 von 10% | |
