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03.12.2005
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Mobiles Fernsehen: Zwei Standards stehen zur Debatte

DVB-H vs. DMB: Über die Zukunft des Handy-TV

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Vollkommen unterschiedlich dagegen ist der Frequenzbereich, den DMB und DVB-H nutzen. Während der DMB wohl im wenig genutzten L-Band senden wird, soll DVB-H wie das terrestrische Fernsehen im UHF-Bereich übertragen werden. Im Vergleich nutzt DVB-H allerdings die vorhandenen Frequenzen besser aus: Mit DVB-H können auf einem DVB-T Kanal, der eine Bandbreite von bis zu 9 Megabit pro Sekunde bietet, bis zu 25 TV-Sender übertragen werden. Mit DMB sind es dagegen auf einem DAB-Kanal nur drei bis vier.

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Der so genannte statistische Multiplex vergrößert den Vorteil von DVB-H in dieser Hinsicht sogar noch. Bei dem Verfahren, das auch bei allen anderen DVB-Systemen zum Einsatz kommt, wird sämtlichen Programmen eine variable Bandbreite je nach Bedarf zugewiesen: Bei einer Fussballübertragung ist zum Beispiel eine bessere Bildqualität und somit ein größerer Datenstrom erforderlich als etwa bei einer Talk-Show. So ist es möglich, dass die einzelnen Sender im Mittel nur noch rund 256 Kbit/s beanspruchen. Auf einem Kanal mit einer Bandbreite könnten somit 35 bis 40 Videodienste übertragen werden.

DVB-H: Keine Frequenzen verfügbar?

Auch wenn somit per DVB-H deutlich mehr TV-Programme übertragen werden können, kritisieren DMB-Anhänger, dass zumindest derzeit überhaupt keine Frequenzen zur Verfügung stehen, auf denen Anbieter Handy-TV mit DVB-H übertragen werden könnte. Ulrich Reimers, Professor am Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig und maßgeblich an der Entwicklung von DVB-H beteiligt, widerspricht der Kritik: "Wir haben in den Ballungsräumen Berlin, Hamburg, Bremen und Hannover sowie an den Spielorten der Fußball-WM 2006 bereits Frequenzen identifiziert, auf denen wir schon im kommenden Jahr per DVB-H Handy-TV übertragen könnten.”

Besonders einfach wird sich die Suche nach freien Frequenzen für DVB-H in ländlichen Gebieten gestalten. Die öffentlich rechtlichen Sender haben zwar bereits angekündigt, dass sie DVB-T so gut wie flächendeckend anbieten wollen. Weil aber die privaten Sender aus Kostengründen wohl nur in den großen Ballungsräumen ihr Programm terrestrisch verbreiten werden, bleiben viele UHF-Kanäle für die Nutzung mit DVB-H frei.

IP-Datacast macht DVB-H IP-kompatibel

Ein weiterer Vorteil, der für DVB-H spricht, ist dass der Standard mit IP Datacast über eine Kommunikationsschnittstelle verfügt, die auf dem IP Protokoll basiert: "Unter dem Begriff IP Datacast sind acht Spezifikationen zusammengefasst, die bei DVB-H-Systemen zum Beispiel die Verschlüsselung der Daten, die Abrechenbarkeit der Dienste oder einen Programmführer für die verfügbaren Services ermöglichen”, erklärt Reimers.

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