Stichwort-Filter oder akustische Fingerabdrücke?
Filesharing: Kazaa-Kleinkrieg geht weiter
Kazaas Spindoktoren geben nicht so schnell klein bei. Nachdem die Musikindustrie am Donnerstag ein Ultimatum feierte, vermeldete Sharman Networks am Freitag einen weiteren juristischen Aufschub.
"Das Gericht hat Kazaas Verschleppungstaktiken ein Ende bereitet," erklärte Stephen Peach von der australischen Musikindustrievereinigung ARIA am Donnerstag jubilierend. Nach Angaben der Plattenfirmen hatte das zuständige Gericht in Sydney entschieden, dass Kazaa seinen Betrieb einstellen müsse, wenn man nicht bis zum zum 5. Dezember Filter installiere.
Neuer Aufschub für Kazaa
Einen Tag später meldet sich jetzt Kazaa-Betreiber Sharman Networks mit einer etwas anderen Sicht der Dinge zu Wort. Demnach gab das Gericht Sharman am Donnerstag einen weiteren Aufschub. Der Grund: Die Anwälte der Musikindustrie erschienen laut Sharman nicht zu einer Anhörung, die zur Erörterung der Filter-Technologien angesetzt worden war. Richter Wilcox sei darüber "extrem verärgert" gewesen, berichtete Kazaas PR-Team nicht ohne Genugtuung.
Was wird nun wirklich am 5. Dezember passieren? Ein Blick in die Verfügung des zuständigen Richters verrät es, ganz ohne Spin: Die Verstreckung des Urteils gegen Sharman wird tatsächlich bis Februar nächsten Jahres aufgeschoben - allerdings nur, wenn Kazaa bis zum 5. eine neue Version seiner Software mit einem 3000 Worte umfassenden Filter veröffentlicht. Die Tauschbörse muss ihre Nutzer zudem über prominente Hinweise auf ihrer Webseite dazu auffordern, die neue Software zu installieren. Über das endgültige Schicksal Kazaas wird dann nächstes Jahr entschieden.
Wozu also diese Haarspalterei? Die beiden Streitparteien können sich offenbar nicht über die einzusetzende Filtertechnologie einigen. Die Musikindustrie würde Sharman gerne 10.000 Schlüsselworte zum Ausfiltern von Musikern und Songtiteln geben. Sharman will statt dessen lieber akustische Fingerabdrücke der US-Firma Audible Magic einsetzen - eine Technik, die man bei den Plattenfirmen laut ZDNet Australien für "ineffektiv" hält. Pikant daran: Die Tauschbörse iMesh setzt mit dem Segen der US-Musikindustrie auf eben jene "ineffektiven" Filter.
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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

prominent im sinne von "sofort auffallend"
Zitat: "Prominente" Hinweise?? ;) Man könnte auch schreiben "hervorragende, bedeutende" Hinweise.Hat die gleiche Bedeutung. M.f.G.
Die Tauschbörse muss ihre Nutzer zudem über prominente Hinweise auf ihrer Webseite dazu auffordern, die neue Software zu installieren. "Prominente" Hinweise?? ;)