Neue Welt, neue Zeit

Test: Age of Empires III

Antike und Mittelalter sind abgehakt. Im dritten Teil der Kultserie rauchen Feuerwaffen, Fabrikschlote und Lokomotiven. Gebührend viel Rauch um etwas, auf das Strategen so sehnsüchtig warteten.

Test: Age of Empires III
Das Einheitenmanagement ist vorbildlich: Gemischte Truppenverbände marschieren im Gleichschritt, Fernkämpfer und Kanoniere automatisch in den hinteren Reihen

Wenn jemand etwas Herausragendes leistet, klatscht der Pöbel zwar Beifall, aber noch währenddessen wird für das nächste Mal eine Steigerung des Geleisteten verlangt. Die Macher der erfolgreichen Spielereihe "Age of Empires" können sicher ein Lied davon singen. Jedenfalls stand das Team der Ensemble Studios gehörig unter Druck, galt es doch, mit "Age of Empires III" den hohen Erwartungen eines Millionenpublikums gerecht zu werden.

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Ein komplettes Umkrempeln des Spielprinzip wäre unter solchen Voraussetzungen sicher der falscheste Schritt gewesen. Ergo hielt Chefdesigner Bruce Shelley an der bewährten Rezeptur aus Aufbau und Echtzeitstrategie fest. Änderungen bezüglich der Wehrtechnik sind dem Fortschreiten in der Zeit geschuldet. "Age of Empires III" thematisiert die Ära der Entdeckungen, genauer: die Entdeckung Amerikas.

Hilfe aus der Heimat

Acht Nationen kämpfen um die Vorherrschaft in jener Neuen Welt: Spanier, Briten, Franzosen, Portugiesen, Holländer, Russen, Deutsche, Osmanen. Beginnend in Europa und danach der Karibik, hallt der Kanonendonner 24 Missionen lang durch alle Landesteile des amerikanischen Kontinents. Weil der Kontakt mit fremdem Kulturen hauptsächlich über Degen, Musketen und Feldgeschütze stattfindet, ist zunächst eifriges Rohstoffernten angesagt. Nahrung, Holz und Gold bilden die Säulen der Kriegswirtschaft; der Werkstoff Stein wurde - wie schon beim Serien-Spinoff "Age of Mythology" - wegrationalisiert. Dafür rücken Erfahrungspunkte an die Stelle des vierten Rohstoffs. Gutgeschrieben werden Erfahrungspunkte für fast jeden Handstreich im Spiel, sei es durch Bauaktivitäten oder die Beseitigung feindlicher Kräfte.

Wie lohnenswert ein mit Erfahrungspunkten gefülltes Konto ist, zeigt ein Blick in die Heimatstadt. Obgleich tausende Seemeilen entfernt, führt ein einziger Mausklick jederzeit dorthin zurück. Von hier aus werden nicht nur Rohstoffe und Arbeitskräfte nach Übersee verschifft, auch Kampftruppen und Kriegsgerät verlassen - die erforderliche Technologiestufe vorausgesetzt - den Heimathafen. Je mehr Erfahrungspunkte gesammelt werden, desto weitreichender die Optionen. Im Schutze einer Heimatstadt werden neue Technologien für Bauwesen, Wirtschaft und Militär erforscht. Nur der Schalter für die obligatorischen Zeitsprünge ist an gewohnter Stelle im Dorfzentrum untergebracht.

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