Sammelt Google Telefonnummern?

Google: Telefonnummern-Sammlung dank Click-To-Call

Wenn es darum geht, neue Wege zur Verkaufsförderung zu finden, sind die US-Amerikaner ganz weit vorne. Der neueste Trend in den USA: "Click-To-Call", ein Service, der es ermöglicht, einen Anbieter direkt über ein Werbebanner anzurufen. Für den Verbraucher soll es so einfacher werden, den Anbieter zu erreichen, gleichzeitig darf der sich dank persönlicher Beratung über mehr Kunden freuen. Kleiner Nebeneffekt: Google darf dabei Telefonnummern der Verbraucher sammeln.

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Click-To-Call ist schnell erklärt: Neben einigen Google-Ads werden in Zukunft kleine Telefon-Symbole angezeigt. Klickt ein Google-Nutzer auf dieses Telefon-Symbol, kann er direkt von der Website aus den Anbieter anrufen, Voraussetzung ist allerdings die Eingabe der eigenen Telefonnummer. Google ruft dann automatisch bei dieser Nummer an. Sobald man den Hörer abnimmt, verbindet Google mit dem Anbieter, für den man Click-To-Call gewählt hat. Der Anwender kann das Wählsignal hören und hoffen, dass jemand abnimmt. Der Service ist für Google-Nutzer kostenlos, sofern er selbst nicht mit dem Mobiltelefon unterwegs ist.

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Altmodisches Telefonnetz oder moderne VoIP-Lösungen?

Doch wie ist das ohne installierte VoIP-Software möglich? Ganz einfach: Wo eine Telefonnummer ist, ist auch ein Telefon, sei es ein klassischer Analog-Anschluss oder eben ein VoIP-Telefon oder ein VoIP-Dienst mit Telefonnummer. Google setzt dabei auf das altmodische Telefonnetz. Der Vorteil für den Anwender ist die Kostenfreiheit, zudem muss für einen Anruf bei einem Anbieter nicht mehr großartig eine Nummer auf der Website gesucht werden. Die Verbindung wird von Google aufgebaut.

Doch was passiert mit der Telefonnummer? Google behauptet in seiner Click-To-Call-FAQ, dass die vom Anwender eingegebenen Nummern weder an den angerufenen Dienstleister, noch an irgendeine andere dritte Partei weitergegeben werden. Allerdings wird die Nummer auf den Google-Server und in einem Cookie auf dem Rechner gespeichert, um dem Google-Nutzer die Eingabe der Nummer bei jedem Anruf zu ersparen. Allerdings ist nicht ganz klar, wie lange die Nummern gespeichert werden: In der Click-To-Call-Privacy-FAQ schreibt der Anbieter, dass die Nummer "nach der nötigen Zeit, um den Service zu benutzen, zu revidieren und auszuwerten" von den Servern gelöscht wird.

Nummernsammlung nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Google die Telefonnummern für spätere Verwendungszwecke irgendwo archiviert, denn "von den Servern löschen" ist natürlich eine doppeldeutige Formulierung, es könnte sich schließlich auch um eine Löschung nach dem Kopieren auf einen anderen Datenträger handeln. Zudem bietet Google den Service nicht selbst an, ein "Drittanbieter" leistet Hilfestellung. Dieser Drittanbieter ist Ingenio, der bereits bei AOL und Yahoo! für die Click-To-Call-Verkabelung gesorgt hat. Dieser allerdings soll die Kundendaten ebenso vertraulich behandeln wie Google selbst. Anders als AOL und Yahoo! übermittelt Google aber die Nummer des Nutzers nicht an den Anbieter.

Bisher ist der Dienst nur in den USA verfügbar, eine deutsche Variante dürfte aber in Kürze folgen. Die Funktion ist überaus praktisch, wenn es darum geht, schnell bei einem Anbieter nachzufragen, ob zum Beispiel ein bestimmtes Produkt verfügbar ist. Allerdings ist fraglich, ob die aktuell in Deutschland vorhandene Geiz-ist-Geil-Mentalität die Anbieter nicht daran hindert, das Click-To-Call-System in ihre Werbeanzeigen zu übernehmen: Immerhin bedarf es ja eines ordentlichen Call-Centers, was mit Kosten verbunden ist. Und jeder Online-Anbieter dürfte sich scheuen, Kunden zu verlieren, weil diese durch eine Warteschleifen-Rally das Vertrauen verloren haben.

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