Mobil zwischen ISDN und DSL - VoIP eingeschränkt möglich
Im Test: UMTS-Notebook-Card II von E-Plus
Christian Grohmann
Inbetriebnahme
Nach erfolgreicher Installation öffnet sich ein Programm mit Namen "E-Plus Online Connect Plus", das erst einmal nach der PIN verlangt, darauf auch gleich mit der Suche nach bevorzugten Netzen loslegt. Hauptsache es läuft: Wer kein Freund von großem Aufwand ist, kann die Verbindung mit vorhandenen Netzen herstellen, ohne vorher irgendwelche Einstellungen verändern zu müssen.
Wer es komfortabel haben möchte, wirft einen Blick in die Optionen. Dort lassen sich die Schaltflächen der E-Plus-Software mit dem gewünschten Browser, dem E-Mail-Client und anderen Anwendungen belegen. Auch ein Volumenzähler ist vorhanden, auf den der Nutzer dank Flatrate aber nicht mehr zu achten braucht. Mit von der Partie ist auch ein SMS-Manager, der das lästige Eintippen von Kurznachrichten auf dem Handy ersparen soll. Im netzwelt-Test versagte er jedoch komplett seinen Dienst.
Verbindungseigenschaften wie automatische Anwahl oder die eingeschränkte Netzwahl stehen ebenfalls zur Verfügung. Letztere ermöglicht dem Nutzer zu entscheiden, ob nur das GPRS- oder UMTS-Netz genutzt werden soll. Ist diese Option nicht aktiviert, sucht sich der Adapter die Verbindung mit der besten Übertragungsrate. Beim Surfen ist dieser Netzwechsel kein Risiko, für echtzeitorientierte Anwendungen dagegen schon: Skype, Audio- oder Video-Streams werden unterbrochen.
Auf den Zahn gefühlt
Dass die modernsten der mobilen Internet-Zugänge ihren verkabelten Konkurrenten hinterher hinken, zeigt die folgende Tabelle. An verschiedenen Orten mussten GPRS und UMTS zeigen, was sie können. Bei unterschiedlichen Signalstärken wurde die Downloadrate mit dem Speedtest ermittelt und mit den theoretischen Maximalwerten verglichen, mit denen auch die Hersteller werben. Reaktionszeit und Seitenaufbau wurden jeweils am netzwelt-Server gemessen. Die Referenz bildet der "kleine" DSL-Anschluss mit einer Übertragungsrate von einem Megabit pro Sekunde.
| Leistungsdaten UMTS, GPRS & DSL-1000 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Messreihe | GPRS 1 | GPRS 2 | UMTS 1 | UMTS 2 | DSL-1000 |
| Signalstärke (Balken) | 3 von 5 | 3 von 5 | 1 von 5 | 4 von 5 | entfällt |
| Downloadrate | 5,6 KB/Sec 45 kbit/s | 5,5 KB/Sec 45 kbit/s | 33,5 KB/Sec 274 kbit/s | 26,1 KB/Sec 214 kbit/s | 96,6 KB/Sec 791 kbit/s |
| Herstellerangaben | 53,6 kbit/s | 53,6 kbit/s | 384 kbit/s | 384 kbit/s | 1024 kbit/s |
| Reaktionszeit (Ping) | 2348 ms | 776 ms | 300 ms | 319 ms | 62 ms |
| Seitenaufbau | 1 m 45 s | 1 m 10 s | 18 s | 21 s | 6 s |
Neben der Tatsache, dass Soll- und Ist-Geschwindigkeiten voneinander abweichen, lässt sich aus der Tabelle noch einiges ablesen. Besonders fällt auf, dass die UMTS-Downloadrate nicht zwingend von der Signalstärke abhängig ist. Im GPRS-Netz fielen besonders die stark unterschiedlichen Reaktionszeiten auf: Werte zwischen 500 und 4000 Millisekunden führten in den beiden Messreihen zu sehr unterschiedlichen Mittelwerten. Auch muss man bedenken, dass die UMTS-Downloadraten nicht garantiert sind: UMTS ist ein so genanntes "Shared Medium", die aktiven Netzteilnehmer müssen sich die verfügbare Bandbreite der Mobilfunk-Zelle teilen. Derzeit scheint das aber noch kein Problem zu sein.
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