Britische Polizei möchte Kameras verschalten
Flächendeckende Video-Überwachung: Briten machen Ernst
Großbritannien auf dem Weg zum Überwachungsstaat: Die britische Verkehrspolizei hat mit der Einrichtung eine landesweiten Verkehrsüberwachungs-Systems begonnen, das mit Hilfe von Videokameras für mehr Sicherheit sorgen soll. Sämtliche wichtigen Verkehrsknotenpunkte, Stadtzentren, Autobahnen, sogar Supermärkte und Tankstellen sollen in den kommenden zwölf Monaten mit dem Kamera-System ausgestattet werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1Alle erwischen!
- 2Verkehrsüberwachung und Steuerfahndung in einem
- 3Ausweichen auf Feldwege
- 4Effektvolle Ausschaltung der Opposition
Alle erwischen!
Ziel der Totalüberwachung soll neben dem Wunsch nach mehr Sicherheit vor allem das Aufspüren von Straftätern, Steuerhinterziehern und Temposündern sein, allerdings erst, wenn das System komplett ist. Vorerst müssen erst einmal nur Temposünder daran glauben. So werden an Autobahnen Kameras installiert, die die Nummernschilder aller vorbeifahrenden Autos aufnehmen. Ein Zentralcomputer merkt sich die Kennzeichen und schlägt Alarm, wenn ein Auto schneller als nach der erlaubten Höchstgeschwindigkeit möglich den nächsten Kamera-Punkt erreicht. Temposünder müssen auf diese Weise nicht mehr personalintensiv geblitzt herausgefischt werden, stattdessen erfolgt die Erstellung von Bußgeld-Bescheiden nahezu vollautomatisch.
Die britische Polizei hofft, auf diese Weise genug Bußgeld einzunehmen, um den weiteren Ausbau des Kamera-Netzes zu finanzieren. Um Kosten zu sparen, sollen bereits installierte Kameras in das Überwachungssystem einbezogen werden, zumindest dann, wenn sie dafür geeignet sind. In Großbritannien sind bereits einige Kamera-Systeme installiert, meist sind diese aber nicht landesweit, sondern nur für die jeweilige Stadtverwaltung nutzbar. Das neue System soll diese Kameras nun zusammenschalten, ein Kontrollzentrum in London soll für die rechte Koordination sorgen.
Verkehrsüberwachung und Steuerfahndung in einem
Ist die Überwachungs-Infrastruktur Ende 2006 fertiggestellt, soll die Überwachung massiv verstärkt werden: Jedes einzelne Fahrzeug wird gescannt und mit der nationalen Kennzeichen-Datenbank abgeglichen. Auf diese Weise sollen nicht nur gestohlene Autos schnell entdeckt werden können, auch Straftäter lassen sich so effizient verfolgen. Doch nicht nur das: Auch des Staates liebster Feind, der Steuerhinterzieher, kann dank der Kameras endlich überführt werden. Die britische Polizei kann mit Hilfe der Überwachung systematisch Fahrzeuge und deren Halter dingfest machen, die die KFZ-Steuer nicht bezahlt haben. Ohne Überwachung ist das nur per Stichprobe möglich.
Natürlich sind Steuerhinterzieher auch sonst keine guten Menschen. So gab die britische Polizei an, dass "ein signifikanter Zusammenhang" zwischen Steuer-, Versicherungs- und sonstigen Delikten bestehe. Mit anderen Worten: Wer bereits so kriminell ist, keine KFZ-Steuer zu bezahlen, wird höchstwahrscheinlich auch demnächst einmal eine Bank überfallen, eine U-Bahn-Station in die Luft jagen oder die Nachbarstochter schänden. So jedenfalls die Sicht der Schutzmänner, die das Überwachungssystem gewährleisten soll. Gesuchte Kriminelle sollen dank der Überwachung nicht mehr mit dem Auto fahren können, so zumindest die Planung.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 4 Beiträge
Zitat: EIne Diktatur kann jederzeit wieder kommen. Sogar unter dem Deckmantel einer Demokratie. Siehe Rußland Amerika Italien usw. Naja, solange noch Menschenrechte geachtet werden...
Die letzten Zeilen sind mir zu polemisch. Was soll das? Die Argumentationskette ist genau andersherum. Diejenigen, die auch sonst kriminell sind, zahlen auch häufig ihre KFZ-Steuer nicht. Ähnliche Argumentation gab...
Damals starb man für seine Freiheit. Heutzutage ist es anscheinend jedem egal wenn man 100% vom Staat überwacht wird. Wir dürfen nicht vergessen. EIne Diktatur kann jederzeit wieder kommen. Sogar unter dem...
Einfach krass. Traurig dass die Überwachung in nahezu allen westlichen Staaten zunimmt, obwohl die doch die Freiheit des Einzelnen propagieren. Bald kann man nicht mal nicht mehr unbeobachtet sch***en. Ich finde das...