MPAA-Chef trifft auf Bittorrent-Entwickler
Filesharing: Bittorrent kooperiert mit Hollywood
Die Motion Picture Industry Association of America (MPAA) und der Bittorrent-Entwickler Bram Cohen haben am Dienstag in Los Angeles bekannt gegeben, gemeinsam gegen Piraterie vorgehen zu wollen. Cohens Torrent-Suchmaschine wird dazu Links zu unrechtmäßig angebotenen Filmen aus ihrem Angebot entfernen.
Während eines Auftritts mit MPAA-Chef Dan Glickman erklärte Cohen dazu, Bittorrent sei in erster Linie für Urheber geschaffen worden. "Wir missbilligen die Verbreitung von Filmen ohne die dafür nötigen Rechte", so Cohen. Glickmann nannte Bittorrents Willen zur Zusammenarbeit mit Rechteinhabern "beispielhaft".
Bram Cohen entwickelte vor vier Jahren die erste Bittorrent-Software. Anfangs finanzierte er sich nur über Spenden. Im Mai diesen Jahres eröffnete er jedoch unter Bittorrent.com eine Torrent-Suchmaschine und gründete dazu die Firma Bittorrent Inc. Im September sicherte sich Bittorrent dann knapp neun Millionen US-Dollar Venture-Kapital.
Die Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit Hollywood dürfte für die Bittorrent-Szene kaum Folgen haben. Dutzende von Web-Angeboten erlauben weiterhin den Zugriff auf Torrents aktueller Hollywood-Streifen. Cohen könnte das Abkommen dagegen gleich doppelt nützen: Er erspart sich den Ärger einer juristischen Auseinandersetzung und empfiehlt sich Hollywood gleichzeitig als potentieller Vertriebspartner.

Bittorrent hat damit begonnen, seinen US-amerikanischen Nutzern per Streaming Zugriff auf rund 1.000 Filme zu geben. Das Angebot ist werbefinanziert und ist gleichzeitig selbst als Werbung für Bittorrents Streaming-Lösung gedacht. Auch für Surfer aus Deutschland will Bittorrent demnächst kostenlose Filme ins Netz stellen.




