Milliardenschaden durch XCP-Kopierschutz?
Texas verklagt Sony BMG
Janko Röttgers
Das Drama um den gefährlichen XCP-Kopierschutz geht weiter: Der Generalstaatsanwalt von Texas hat am Montag Anklage gegen Sony BMG erhoben. Gefordert werden 100.000 Dollar Schadensersatz pro in Texas verkaufter XCP-CD. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat zudem eine weitere Sammelklage gegen Sony BMG gestartet.
Die Klage des Staatsanwalts beruht auf einem neuen texanischen Gesetz gegen Spyware. Generalstaatsanwalt Greg Abbott dazu: "Diese Technology stellt einen Versuch dar, sich vor illegalem Kopieren zu schützen. Doch Sony BMG ist derjenige, der hier das Gesetz bricht." Die Plattenfirma hatte bereits letzte Woche erklärt, alle XCP-CDs aus dem Handel zu entfernen. In Texas sei es jedoch am Sonntagabend noch möglich gewesen, betroffene CDs zu kaufen.
Noch einen Schritt weiter gehen die Netz-Bürgerrechtler der EFF. Ihre Sammelklage wendet sich nicht nur gegen XCP, sondern auch gegen den ebenfalls von Sony BMG eingesetzten Mediamax-Kopierschutz der Firma Sunncomm. Mediamax installiert sich laut EFF auch dann, wenn Computernutzer dies ausdrücklich ablehnen. Die Software übermittle zudem Informationen zum Erstellen von Nutzerprofilen an einen Sunncomm-Server.
Sony BMG lieferte in den USA laut EFF mehr als 20 Millionen Mediamax-CDs aus. Die Zahl der verkauften XCP-CDs liegt bei zwei Millionen. Zusätzlich zu den Klagen der EFF und der texanischen Staatsanwaltschaft existieren bereits zwei Sammelklagen in Kalifornien und New York. Im Erfolgsfall könnten die Klagen Sony BMG zu milliardenschweren Vergleichen zwingen.
Weitere Artikel zum Thema
-
Umweltfreundlich surfen: Sonys neues Öko-Notebook
Vaio-Notebook gegen den Klimawandel
-
CES: Skype für Sonys Playstation Portable
Internet-Telefonie und Instant Messaging für die PSP
-
Sony: Sicherheitslücke im Playstation Network gestopft
Hacker konnten User-Daten ausspähen und auf Einkaufstour gehen
Links zum Artikel
Mehr über: Audio, Kopierschutz, Sony, Rootkit
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
super, endlich bewegt sich da mal was. das wird hoffentlich sehr sehr teuer und sony und alle anderen major-label müssen anfangen umzudenken.
Wer andern eine Grube gräbt, ...... *hehe*
Hast Recht.
Bin selbst Programmierer und muß natürlich auch darauf achten, nicht beklaut zu werden, sonst bin ich bald pleite. Ich habe auch schon mal darüber nachgedacht, so eine kleine Schweinerei für die Hacker einzubauen, den Gedanken aber schnell wieder verworfen.
Ich wußte meine Programme trotzdem zu schützen. Und wenn es jemand geschafft hat, die Sachen gegen meinen Willen zum Laufen zu bringen, hat er sicher genauso viel Arbeit investiert wie ich ins Codieren. Na gut, dann soll er die Programme halt nutzen.
Natürlich hat auch Sony das Recht, sich gegen Raubkopierer zu wehren.
Aber - ein Virus oder Trojaner als "Kopierschutz"? Das muß nicht sein.
Wie gesagt: Du hast Recht. Für einen Kopierschutz habe ich zwar Verständnis, für Viren und ähnliche Schweinereien aber auf keinen Fall. Das gehört bestraft und boykottiert.
ich denke, ein großteil des engagements von raubkopierern kommt erst durch diese sicherheitsmassnahmen. das ist wie die sache mit der verschlossenen tür und dem kind. und je agressiver die industrie vorgeht, desto mehr verfällt der raubkopierer in die position "die sind doch sowieso böse. das, was ich mache, ist richtig." - quasi ein robin hood-denken.
Das ist die alte Geschichte - was war zuerst da, das Ei oder das Huhn.
Man kann es auch andersherum sehen: die Industrie denkt sich immer neue und schwerer zu knackende Kopierschutzformen aus, und zwar weil sie ständig beklaut wird.
An Deiner Argumentation ist natürlich auch was richtig: ein Kopierschutz stachelt den Ehrgeiz an, ihn zu knacken. Habe ich früher auch gemacht, aber nicht, um jemanden zu beklauen, sondern um mich geistig mit einem imaginären Gegner zu messen. Wenn ich es dann mal geschafft hatte, habe ich anschließend das Zeugs weggeworfen, aber nie irgendwie kommerziell genutzt.
Und deshalb habe ich auch Verständnis für Leute, die sich an einen Kopierschutz heranmachen - als Herausforderung.
Kein Verständnis habe ich für Leute, die Software knacken und dann damit anschließend Geld verdienen - das Geld, was dem ursprünglichen Programmierer zugestanden hätte. Und erst recht habe ich kein Verständnis für die Codierer von Viren, Würmern, Trojanern und ähnlichem Dreck. Das gehört bestraft und, wenn es eine Firma macht, boykottiert.
Noch ist es Gott sei Dank so: Der Kunde kann ohne eine bestimmte Firma auskommen, die Firma ohne ihre Kunden nicht. Und daran haben sich alle Firmen zu halten. Auch Sony und Bertelsmann.
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben










