Umtauschaktion verhagelt das Feiertagsgeschäft
Sony: MP3s statt Kopierschutz
Janko Röttgers
Nach Wochen des Zögerns hat sich Sony BMG jetzt offenbar zu einer Komplett-Kehrtwende im Umgang mit dem XCP-Kopierschutz entschieden. Betroffenen Musikfans verspricht man nicht nur einen kostenlosen Ersatz der CDs, sondern auch Kopierschutz-freie MP3s.
Käufer der mit dem gefährlichen XCP-Kopierschutz ausgestatteten CDs können sich auf einer speziellen Website für einen kostenlosen Austausch registrieren. Sony BMG verspricht dort, innerhalb von drei bis sechs Wochen einen Silberling ohne Kopierschutz zurückzuschicken. Wer nicht so lange warten will, kann sich die Titel nach dem Einsenden der betroffenen CD auch als MP3s aus dem Netz laden.
MP3s ohne Kopierschutz
Dass Sony für die Downloads aufs MP3-Format setzt, ist gleich mehrfach bemerkenswert. Eines der Hauptmotive für den Einsatz von CD-Kopierschutzverfahren ist die Angst, Nutzer könnten eine CD in MP3s umwandeln und über P2P-Netze verbreiten. Bisher haben die großen Plattenfirmen auch im Online-Musikhandel um MP3s meist einen weiten Bogen gemacht. Mit dieser Umtauschaktion stellt ein Major-Label erstmals komplette Alben neuer Veröffentlichungen im MP3-Format.
Sony BMG dürfte dennoch eine ganze Weile an den Nachwirkungen der XCP-Kopierschutz-Affäre leiden. In den USA haben einige große Händler damit begonnen, die betroffenen CDs aus den Regalen zu räumen. Mit dabei: Die aktuelle Top 4 der US-Charts. Der Zeitpunkt für solche Ausfälle könnte kaum schlechter gewählt sein. Ende nächster Woche feiert man in den USA Thanksgiving - eines der traditionell wichtigsten Einkaufs-Wochenenden des Jahres.
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Die Nachricht hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Händler in den USA nehmen die CD's mit diesem kranken Kopierschutz aus den Regalen - und das noch kurz vor Weihnachten!
Das kann aber auch nur in den USA passieren, wo jeder Verkäufer einer minderwertigen oder sonstwie defekten Ware u.U. mit horrenden Schadenersatzforderungen rechnen muß.
Bei uns würden diese CD's einfach weiterverkauft, hauptsache das Geld ist in der Kasse. Ob und wieviel Probleme der Kunde hinterher mit dem Ramsch hat, interessiert hier doch keinen.
In Deutschland müssen wir uns schon selbst helfen. Gegen die Servicewüste ist die Abstimmung mit den Füßen das einzig probate Mittel. Also, tun wir doch Sony den Gefallen und zeigen denen, daß wir nicht alles mit uns machen lassen. Das hat seinerzeit mit Shell (Brent Spar) ja auch wunderbar funktioniert.
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