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Projekt HTPC: Trockenfutter für Systemoptimierer Die BIOS-Einstellungen und den Startvorgang optimieren

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Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Die Hardware steht soweit, was fehlt, ist die Software. Wir werfen unnötigen Ballast im Bios ab, optimieren dadurch den Startvorgang und deaktivieren nicht benötigte Dienste. Ziel ist ein schlanker Multimedia-Rechner, der es in sich hat. Nach der aufregenden Phase des Zusammenbaus kommt nun der etwas trockenere Teil. Doch keine Angst, immer vor Augen halten, was der graue Kasten später alles kann.

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Die Hardware steht soweit, was fehlt, ist die Software. Wir werfen unnötigen Ballast im BIOS ab, optimieren dadurch den Startvorgang und deaktivieren nicht benötigte Dienste. Ziel ist ein schlanker Multimedia-Rechner, der es in sich hat. Nach der aufregenden Phase des Zusammenbaus kommt nun der etwas trockenere Teil. Doch keine Angst, immer vor Augen halten, was der graue Kasten später alles kann.

Wir haben uns in einem ersten Schritt für Windows XP Home und MediaPortal entschieden. Den Linux-Jüngern sei hier gesagt, dass wir später auch eine LinVDR-Variante aufsetzen werden. Bevor es aber an die eigentliche Installation von Microsoft Windows geht, drehen wir an ein paar wichtigen Schrauben im BIOS. Und das nicht ohne Grund. Viele der vorkonfigurierten Einträge schlagen unserem HTPC grundlos auf den Magen. Alles was nicht benötigt wird, wird also jetzt zunächst einmal lahmgelegt.

Uhrenvergleich

Nach dem feierlichen Druck auf den blauen Power-Knopf führt die Entfernen-Taste in die Niederungen des HTPC-Gehirnes, dem Basic Input Output System, kurz BIOS genannt. Danach genügt der Blick auf die Armbanduhr, und dem System werden Uhrzeit und Datum verraten. Menschen, die chronisch zu spät kommen, sollten sich vielleicht selbst ein wenig belügen und die Systemzeit ein paar Minuten vorlaufen lassen.

Das Innenleben des HTPCs enthält nur ein CD-ROM-Laufwerk und nur eine Festplatte. Der 250 Gigabyte große Massenspeicher ist an den grünen Primary-IDE-Port angeschlossen, das optische Laufwerk am Secondary-IDE-Port.

Bei jedem Neustart des Rechners sucht das BIOS nach angeschlossenen Bauteilen. Ohne Hilfe des Benutzers ist das BIOS ziemlich beschränkt. Selbst wenn es nach dem Aufstehen das 999. Mal vergeblich nach einem 3,5-Zoll-Laufwerk gesucht hat, kommt auch beim tausendsten Mal nicht die Erleuchtung. Daher helfen wir dem BIOS ein wenig auf die Sprünge und flüstern ihm, dass es lediglich nach der Festplatte und dem CD-ROM-Laufwerk am IDE-Port Ausschau halten muss und sich den Rest der Suche sparen kann. Bei jedem Neustart des Rechners wird so wertvolle Zeit eingespart.

Der Eintrag "Halt On No Errors" bewirkt, dass ein Systemstart auch ohne angeschlossene Tastatur möglich wird. Dies wird später notwendig sein, da wir den HTPC nur per Touchscreen und Infrarot-Knochen bedienen wollen.

Im nächsten Schritt legen wir die Boot-Reihenfolge fest. Im Normalfall startet das Betriebssystem immer direkt von der Festplatte. Daher bekommt diese den Status "First Boot Device" verpasst, alle anderen Einträge werden deaktiviert. Ganz unten der Eintrag "Init Display First" setzen wir auf AGP, da an diesem Port unsere Grafikkarte angeschlossen ist.

Da das Mainboard die Soundausgabe onboard unterstützt, wir jedoch mit der Creative X-FI-Karte eine höherwertigere Soundkarte verbaut haben, deaktivieren wir anschließend den Onboard-Sound "AC97 Audio" im BIOS. Das gleiche gilt für den Eintrag "Serial-ATA 2 (Internal PHY)". Hier sucht das BIOS nach einer angeschlossenen SATA-Festplatte. Da wir dort keinen Massenspeicher angeschlossen haben, deaktivieren wir diesen Eintrag und sparen uns bei jedem Neustart des Rechners ein bis zwei Sekunden.

Wie der Name schon sagt, ist die Bühne eines Home-Theater-Personal-Computer das heimische Wohnzimmer. Für klassische Büro-Aufgaben wie den Ausdruck von Dokumenten ist das nicht gerade billige System auch zu schade. Folgerichtig wird in absehbarer Zeit kein Drucker oder sonstige Peripherie an die seriellen und parallelen Schnittstellen gestöpselt. Die vier letzten Einträge dieser BIOS-Seite wechseln daher von "Enabled" zu "Disabled".

Die RAID-Technik (Redundant Arrays of Independent Disk) erlaubt den Zusammenschluß von mindestens zwei, möglichst baugleichen, Festplatten. Daten können dann auf den angeschlossenen Platten verteilt und abgespeichert werden. Da im Inneren nur eine Festplatte ihre Runden zieht benötigen wir diese Technologie aber nicht und deaktivieren sie daher auch.

Das BIOS ist auch Herr über die Hitze-Entwicklung lebenswichtiger Bauteile wie zum Beispiel des Prozessors. Droht diesem der vorzeitige Kollaps, schlägt es Alarm. Die Temperatur, ab welcher dieser Alarm ausgegeben wird, lässt sich im abgebildeten Bildschirm einstellen. In unserem Fall schlägt es ab einer gemessenen Temperatur von 70 Grad Celsius Alarm.

In diesem Menü kann direkt auf grundlegende Betriebseigenschaften des Prozessor eingegangen werden. Um bei der folgenden Windows-Installation nicht allzu lange warten zu müssen, lassen wir das AMD-Herz auf Volllast, also 1,8 Gigahertz bei 1,4 Volt, laufen. Diese Leistung wird dem Prozessor im späteren Betrieb aber bei Weitem nicht abverlangt. Um Strom zu sparen und unnötige Wärmeentwicklung zu verhindern, takten wir den Prozessor später auf 1,4 Gigahertz bei 1,2 Volt herunter. Alle Schritte in den BIOS-Tiefen sind damit nun abgeschlossen.

Bei der Wahl des Betriebssystems entschieden wir uns für den Klassiker, also Windows XP in der Home Edition. Um alle sicherheitstechnisch relevanten Luken zu schließen, verpassen wir Windows die aktuellen Servicepacks und Hotfixes. Die Links zum Download gibt es wie immer in der Linkbox rechts unter diesem Artikel. Ein paar Neustarts später ist die wichtige Software auf der Platte, und wir können mit der Installation der Geräte-Treiber beginnen.

Ein Blick in den Gerätemanager bringt viel Gelb, also viele bislang noch nicht installierte Geräte zum Vorschein. Einige, wie zum Beispiel die Grafikkarte, wurden bereits nach erfolgreichem Neustart von Windows identifiziert. Nach und nach kann jetzt mit der Treiberinstallation der verbauten Hardware wie Sound- und TV-Karte begonnen werden. Da wir später den HTPC nicht über die Windows-Oberfläche, sondern mit dem OpenSource-Programm "MediaPortal" steuern möchten, gilt es bei der Konfiguration der TV-Karte von KNC-ONE Folgendes zu beachten.

Statt des Standard-Treibers (WDM) muss hier im Setup-Menü der BDA-Treiber ausgewählt werden. Dieser befindet sich auf der mitgelieferten Installations-CD oder auf der Homepage von KNC-ONE. Im Gerätemanager wird die TV-Karte, wenn alles glatt gelaufen ist, später mit "TV-Station DVB-T MCE" betitelt. Bei der Installation der übrigen Treiber einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Sobald alle Treiber ordnungsgemäß installiert wurden und viele, viele Neustarts später, ist es an der Zeit sich um die Dienste-Optimierung zu kümmern.

Doch vorher kommt ein schnell erledigter Zwischenschritt: In den Leistungsoptionen legen wir kurz noch Hand an. Diese findet man in der Systemsteuerung unter dem Eintrag "System", dort unter dem Karteireiter "Erweitert". Hier klicken wir auf den ersten Eintrag "Einstellungen" der Systemleistung und setzen unser Häkchen bei dem Punkt "Für optimale Leistung anpassen". Dies erspart dem ganzen System einen großen Haufen an Rechenleistung. Nun können wir uns um die nicht benötigten Dienste kümmern.

Der Windows-Nutzern gut bekannte Affengriff zu den Tasten Strg+Alt+Ent gibt einen Einblick in alle laufenden Prozesse. Vor der bevorstehenden Optimierung laufen in unserem Fall permanent 25 Prozesse im Hintergrund. Eine ganze Reihe davon benötigen wir nicht. Um alle aktiven Dienste anzuzeigen, wechselt man in die Systemsteuerung, wählt dort den Eintrag "Verwaltung" und klickt hier den Menüpunkt "Dienste" an. Im Einzelnen deaktivieren wir folgende Einträge:

  • Automatische Updates
  • Designs
  • Druckwarteschlange
  • Fehlerberichterstattung
  • Gatewaydienst für Anwendungsebene
  • Hilfe und Support
  • Intelligenter Hintergrundübertragungsdienst
  • Kompatibilität für schnelle Benutzerumschaltung
  • Konfigurationsfreie drahtlose Anbindung
  • Sekundäre Anmeldung
  • Server
  • Sicherheitscenter
  • Systemereignisbenachrichtigung
  • TCP/IP-NetBIOS-Hilfsprogramm
  • Terminaldienste
  • Überwachung verteilter Verknüpfungen
  • Windows Bilderfassung
  • Windows Firewall / Gemeinsame Nutzung der Internetverbindung

Zusätzlich stellen wir folgende Dienste auf "manuell":

  • HTTP-SSL
  • Windows-Zeitgeber

Bootvis

Das Microsoft-Programm "Bootvis" sorgt zusätzlich für einen schnelleren Programmstart von Windows XP. Die Software liegt in unserem Archiv zum Download bereit. Dort finden Sie auch eine Kurzanleitung zum Umgang mit dem Programm. Bootvis analysiert zunächst den kompletten Startvorgang. Anschließend defragmentiert die Software die erforderlichen Dateien und sorgt so für ein verbessertes Hochfahren des Rechners. Konkret wurde die Zeit des Startvorganges ungefähr halbiert. Um korrekt arbeiten zu können, benötigt Bootvis die Dienste "Ereignisprotokoll" und "Taskplaner". Da die Verbesserung des Start-Prozederes nun abgeschlossen ist, können die Häkchen hinter diesen beiden Einträgen nun ebenfalls deaktiviert werden.

Als Letztes rufen wir noch einmal das Startmenü auf, dort den Eintrag "Ausführen" und geben in die Befehlszeile "msconfig" ein. Im folgenden Fenster wählen wir den Karteireiter "Systemstart" und deaktivieren sämtliche Einträge. Der HTPC fährt nun schnell und sauber hoch und ist bereit für weitere Eingriffe. Im nächsten Schritt drücken wir Windows mehr und mehr in den Hintergrund und bringen MediaPortal zum Laufen.

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