Schufa-Auskunft selbstgemacht
Schufa: Daten bald für jeden online einsehbar
Schufa-Einträge sind unangenehm. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, so der volle Name der Schufa, speichert die Daten von Zeitgenossen, die bei der Zahlung von Rechnungen oder Krediten nachlässig waren - oft mit unangenehmen Folgen. Schufa-"Kunden" können nun selbst nachsehen, welche Daten die Schufa über sie bereit hält.
Schufa-Einsicht für jedermann
Es gibt Fälle, in denen die Schufa-Einträge zu echten Problemen führen. Viele Unternehmen prüfen vor der Vergabe eines Kredits den Schufa-Eintrag des Kunden. Finden sich dort negative Einträge, verzichten viele aus Angst vor Zahlungsausfällen auf die Vergabe des Kredits. Unter Kreditvergabe fallen dummerweise auch nicht gezahlte Telefon- oder Handyrechnungen, womit ein Neuanschluss schwierig werden kann. Dabei prüft die Schufa meist nicht die Gründe für den Zahlungsausfall, obwohl die Zahlungsverweigerung oft genutzt wird, um gegenüber einem besonders kundenunfreundlichen Unternehmen ein Druckmittel zu haben. Oft geht eine solche Zahlungsverweigerung als negativer Eintrag in die Schufa ein.
Solche Fälle führten in der Vergangenheit immer wieder zu Schwierigkeiten, weshalb die Schufa für viele eine ähnlich verabscheuungswürdige Instanz wie die GEZ ist. Hinzu kommt, dass Schufa wie GEZ auf Datenschutz wenig Wert zu legen scheinen, beide Organisationen sind undurchsichtig und niemand weiß, über welche Daten sie genau verfügen.
Der Bürger soll selber prüfen
Zumindest die Schufa möchte mit dieser Geheimniskrämerei nun Schluss machen. Unter meineschufa.de kann jeder ab sofort seine persönlichen Schufa-Einträge schnell und komfortabel von Zuhause aus einsehen, alles, was benötigt wird, ist eine Registrierung. "Wir möchten dem Bürger unser Unternehmen so transparent wie möglich machen", so Rainer Neumann, Vorsitzender der Schufa Holding AG. Die Schufa speichere nur Daten, "die zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit relevant sind." Der Bürger solle die Chance bekommen, das selbst zu überprüfen.
Kostenlos ist diese Überprüfung jedoch nicht: Genau wie bei der klassischen Schufa-Auskunft per Brief muss tief in die Tasche gegriffen werden, wenn eine Selbstauskunft benötigt wird: 7,60 Euro sind für ein Vierteljahres-Abo fällig. Das ist zwar auf den ersten Blick genauso teuer wie die klassische Methode, die pro Abfrage ebenfalls 7,60 Euro kostet. Allerdings ist die Online-Abfrage wesentlich komfortabler und kann im Rahmen des Quartalabos jederzeit wiederholt werden. Bei der klassischen Methode musste hingegen für jede Selbstauskunft eine Anfrage ausgefüllt und 7,60 Euro überwiesen werden.
Sicherheit per PostIdent
Natürlich kann jeder nur über sich selbst eine Selbstauskunft verlangen. Um das sicherzustellen, wird der Online-Zugang per PostIdent-Verfahren freigegeben. Beim PostIdent-Verfahren muss sich der Empfänger eines Zugangscodes bei einer Post-Filiale durch den Postangestellten identifizieren lassen. Danach wird ein spezieller Brief an die Schufa weitergeschickt, in dem steht, dass die angemeldete Person tatsächlich die Person auf dem Ausweis ist. Erst dann erhält der Anwender seine Zugangsdaten, freilich erst nach Überweisung der 7,60 Euro, die Schufa kennt ihre Pappenheimer.
Aktuell gibt es die Schufa-Auskunft vorerst für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis. Die Online-Auskunft befindet sich zur Zeit noch in einer Testphase. Sollte diese erfolgreich verlaufen, werden weitere Regionen angeschlossen. Nach und nach soll auf diese Weise ganz Deutschland für "Meine Wirtschaftsauskunft online" erschlossen werden. Wer nicht so lange warten kann, sollte hingegen mal in einer der Schufa-Verbraucherzentralen nachfragen. Dort gibt es Einsicht in die Schufa-Einträge - und zwar kostenlos.

Zitat: 7,60 wäre der richtige Preis für's Abo. Ähm... stimmt. Ist korrigiert :-)
7,60 wäre der richtige Preis für's Abo.