20 Jahre Bluescreen: Windows hat Geburtstag
Absturz-Weltmeister mit Startproblemen
Das aktuell noch gebräuchliche Windows XP ist nichts weiter als eine Fortentwicklung von Windows 2000. XP ist offiziell "Microsoft Windows NT 5.1", Windows 2000 wurde als "Version 5.0" geführt. Die Unterschiede zwischen den Systemen sind also marginal. Allerdings verzichtet Windows 2000 auf die Spionage-Funktionen von Windows XP, weshalb es sich gerade in Umgebungen mit vertraulichen Daten noch höchster Beliebtheit erfreut. Leider war Microsoft auch bei Windows XP der Meinung, man bräuchte zwei Produktlinien. Während "XP Home" normalerweise mit Komplettrechnern verkauft wird, soll "XP Professional" die Profi-Sparte beglücken. Die Versionen haben sich jedoch weitestgehend vermischt, nicht wenige Anwender haben XP Pro zuhause installiert. Insofern ist auch für die nächste Windows-Version, Vista, die 2006 auf den Markt kommen soll, keine Trennung mehr geplant.
Natürlich sind auch Windows 2000 und XP nicht problemlos. Zwar laufen sie stabiler als die Absturz-Weltmeister der Windows 9x-Reihe. Wenn sie allerdings abstürzen, dann richtig, so richtig, dass sie sich oft nicht mehr zum Leben erwecken lassen, der verhasste Bluescreen erscheint bereits beim Systemstart. Da hilft nur eine Neuinstallation oder eine tiefe OP im System mit einer Linux-Live-CD. Zudem hat Windows seit einigen Jahren das große Problem, dass es wie ein Magnet Viren anzieht. Täglich erscheinen zahlreiche Schädlinge für Windows-Systeme, die zeitweise für Panik unter Windows-Anwendern sorgten, darunter vor allem Würmer wie "Melissa", "Code Red" oder "Sasser". Das Problem hat Microsoft inzwischen jedoch zumindest so weit in den Griff bekommen, dass die Größe der Epidemien sich inzwischen in Grenzen halten.
Dennoch: Durch die Viren-Jahre und das aggressive Geschäftsgebahren Microsofts, durch die Abstürze und Zwangsregistrierung ist der Ruf von Windows angeschlagen. Zudem sind inzwischen einige ernsthafte Konkurrenten herangewachsen, Mac OS X und Linux erfreuen sich größter Beliebtheit und der Marktanteil von Windows sinkt langsam, aber sicher. Beliebt ist Windows schon lange nicht mehr, der Umstieg wird nur deshalb von vielen Anwendern nicht in Angriff genommen, weil Windows unangefochten das System ist, für das es die meiste Software gibt. Von der Briefmarken-Verwaltung bis zur Office-Suite, von Tetris bis Battlefield 2, kein System wird derart stark von der Software-Industrie unterstützt.
Windows schafft Arbeitsplätze
So gesehen ist die Geschichte von Windows eine seit 20 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte, Windows ist das Betriebssystem der IT-Welt und es wird wohl noch Jahre dauern, bis sich einer der Konkurrenten als ernste Gefahr entpuppen könnte. Viren und Abstürze werden Windows-Nutzer freilich auch in Zukunft weiter begleiten, zu groß ist der Reiz, Viren zu programmieren, zu hoch die Gefahr, das System durch falsche Treiber zu ruinieren. Allerdings erhält Windows dadurch eine ganze Industrie von kleinen IT-Dienstleistern und Ich-AGs am Leben, die dem Anwender helfen, das System in den Griff zu bekommen. So gesehen schafft Windows auch Arbeitsplätze, und das ist ja auch nicht schlecht.
Bleibt zu hoffen, dass die Kinderkrankheiten und die Pubertätskrise mit Windows Vista, das wohl spätestens zum 21. Geburtstag des Systems herauskommt, überwunden sind. Windows ist dann endgültig volljährig. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Links zum Thema
- Windows 95 wird 10 Jahre alt
- Digitalkameras
- Windows-Alternative ReactOS
- Warum der Rechner immer zu langsam ist
- Windows 2000 immer noch beliebt
- XP Antispy Tutorial
