20 Jahre Bluescreen: Windows hat Geburtstag

Die goldenen Jahre ohne Mitbewerber

Windows 98 von 1998 war nicht mehr als eine Verbesserung von Windows 95, der Internet-Explorer war fortan fester Bestandteil des Systems und dank der gesteigerten Zuverlässigkeit von Windows 98 stiegen auch die letzten DOS-Recken endlich auf die 32-Bit-Basis um. Legendär ist Bill Gates Präsentation von Windows 98, bei der das System sich mit einem Bluescreen verabschiedet. Schon damals war Windows nicht das stabilste System seiner Art, doch auch Mac OS, damals in Version 8 und 9, konnte nicht gerade als ein zuverlässiger Vertreter der Gattung Betriebssystem genannt werden. Von Linux hatte man seinerzeit gehört, eine Konkurrenz war es noch nicht. Und auch Apple bekrabbelte sich gerade erst wieder.

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In der Zeit zwischen 1995 und 1999 hatte Microsoft die einmalige Chance, als einziger verkaufsstarker Betriebssystem-Hersteller sein Monopol auszubauen: Es gab einfach keine brauchbaren Alternativen, die gesamte Heim-PC-Sparte war bereits Anfang der 90er weggebrochen und das freigewordene Feld noch nicht erobert worden. Die Mitbewerber hatten genug Probleme, sich am Leben zu erhalten, derweil Microsoft sie alle überholte. Als Anwender hatte man seiner Zeit schlicht und ergreifend keine Alternative zu Windows.

NT 4: Neue Technik, neues Windows

Gleichzeitig zu Windows 95 entwickelte Microsoft eine Profi-Linie namens Windows NT, was so viel wie "New Technology" bedeutete. Das System war, anders als Windows 95 und seine Nachfolger, völlig frei von DOS-Resten und sollte vor allem im professionellen Umfeld eingesetzt werden. Zu NTs Vorzügen gehörte eine gegenüber Windows 9x wesentlich gesteigerte Stabilität. Allerdings auf Kosten der Hardware, für NT war vor allen Dingen wesentlich mehr Speicher nötig als für Windows 9x.

Seit 1996 gab es Windows NT 4, den Urahn aller heutigen Windows-Versionen. NT 4 war wesentlich stabiler und leistungsfähiger als die 9x-Reihe, gegenüber seinem kleinen Bruder hatte es allerdings auch einige riesige Nachteile: Die damals immer beliebter werdenden Multimedia-Fähigkeiten waren nur peripher integriert, auch Spiele waren auf NT mangels vernünftiger DirectX-Unterstützung nur selten spielbar. So blieb NT 4 dort, wo es hingehörte, nämlich auf Netzwerk-Rechnern in Behörden und Unternehmen.

Höher, schneller, weiter

Erst zur Jahrtausendwende sollte das anders werden. Ein letztes Mal veröffentlichte Microsoft ein DOS-basiertes System, Windows ME. ME hatte den DOS-Unterbau weitestgehend versteckt, was viele Anwender ärgerte, ließen sich doch diverse Systemtools, die auf DOS nicht verzichten konnten, nicht mehr erreichen oder ausführen. Das Look & Feel entsprach weitestgehend dem großen Bruder Windows 2000, der wegweisend für die Windows-Zukunft sein sollte. In Anbetracht von Windows 2000, das die Vorteile von NT und 9x als erstes Windows zusammenführte, verzichteten viele Anwender auf das instabile ME und griffen direkt zur NT-Variante. Die Vorteile waren hohe Stabilität, vernünftiges Multitasking und vor allen Dingen die vollständige Implentierung von DirectX, wodurch Spiele endlich auch auf NT-Systemen ihren Dienst verrichteten.

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