20 Jahre Bluescreen: Windows hat Geburtstag

Windows und die ersten Bluescreens

Auch Windows 2.0 von 1987 war kein besonders großer Erfolg. Wie sein Vorgänger musste es unter DOS gestartet werden, leistete aber bereits viel von dem, was auch heutige Windows-Versionen können, darunter Multitasking, soweit möglich unter den damals gebräuchlichen 286er-Rechnern. Eine später veröffentlichte Version unterstützte erstmals die neuen Fähigkeiten des 386er-Prozessors, darunter den hardwareseitigen Speicherschutz, den Protected Mode, der Programme davon abhielt, sich ohne Umweg des Betriebssystems am Arbeitsspeicher zu bedienen und damit die Systemstabilität zu gefährden. Windows 2.0 wurde dadurch zumindest teilweise populär, dass es bereits Programme wie Word dafür gab. Auch die neu aufkommende digitale Bildbearbeitung wurde zu einem Faktor, der grafische Benutzeroberflächen nötig machte.

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Windows 3.0 sollte der Durchbruch gelingen. Als erstes Windows-System wurde es im großen Stil auf OEM-Rechnern vorinstalliert. Anwendungssoftware lief immer öfter auf Windows-Basis, während Spiele sich weiterhin auf die DOS-Basis stützten. Nur wenige Spiele waren überhaupt für Windows erhältlich, hauptsächlich handelte es sich dabei um Pausenspiele wie das mitgelieferte Minesweeper oder speziell auf die Windows-Plattform abgestimmte Strategie-Spiele oder Adventures. Die richtigen Kracher jedoch blieben DOS vorbehalten, ließ sich doch auf diese Weise mehr Rechenleistung und Speicher für das Spiel reservieren - schon damals das ewige Problem von Spielen. Windows 3.0 war bereits bekannt dafür, sich bei kleineren Schweirigkeiten mit einem Bluescreen zu verabschieden. Besonders die damals immer populärer werdenden CD-ROM-Laufwerke bereiteten Windows seinerzeit Bauchschmerzen und Bluescreens.

Windows 95 durchbrach endlich die alte DOS-Problematik. Groß angekündigt, kam das System mit einer für Microsoft-Verhältnisse fast vernachlässigungswürdigen Verspätung im Spätsommer 1995 auf den Markt. Es sollte endlich Schluss machen mit der althergebrachten Trennung von DOS und Windows, sollte das einzige Betriebssystem werden. Die Stones sangen "Start me up" und die wichtigste Neuerung des Systems waren Startleiste und Registry. Auch optisch lieferte Windows 95 die Vorlage für sämtliche folgenden Windows-Versionen, auch wenn sich technisch bis Windows XP noch einiges tun sollte.

Der Beginn eines neuen Zeitalters

Windows 95, obwohl instabil und immer noch auf einer DOS-Basis, eröffnete bei Microsoft das 32-Bit-Zeitalter. Allerdings waren weiterhin diverse Tools nur im DOS-Modus erreichbar. Obendrein war Windows 95 extrem instabil, der Bluescreen wurde zum ständigen Begleiter. Spiele sollten nach dem Willen von Microsoft künftig über die neu entwickelte Multimedia-Schnittstelle DirectX angesteuert werden und überhaupt sollte Windows 95 alles bisher Dagewesene übertreffen.

Und tatsächlich: Windows 95 schlug ein wie eine Bombe, was aber auch damit zusammenhing, dass die damalige Konkurrenz, IBMs OS/2 und Apples Mac OS, beide unter einem Imageproblem litten. Zudem wurden sie nicht derart aggressiv beworben wie Windows 95. Microsoft zog aus der Schwäche seine Vorteile und schon bald galten Apple und IBM als überholt. Microsoft konnte einmal mehr einen Erfolg verbuchen, auch wenn Windows 95 als 32-Bit-System wesentlich später dran war als die Konkurrenz, die bereits Jahre zuvor auf diese Technik gesetzt hatten. Um Apple als Ideengeber nicht zu verlieren, rettete Microsoft die Firma über Aktienkäufe.

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