Billig-Rechner für die Dritte Welt kommt nächstes Jahr
Notebook: 100-Dollar-Notebook in Tunis präsentiert
Das erste 100-Dollar-Notebook ist fertig: Zusammen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan stellte Nicolas Negroponte, Chef des Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT), jetzt einen Prototypen des billigen Mobilrechners auf dem zweiten Weltgipfel der UN zur Informationsgesellschaft (WSIS) in Tunis vor. Der Laptop soll ab kommendem Jahr an Schüler in Entwicklungsländern verteilt werden; im freien Handel wird er nicht zu erwerben sein.
Zu den ersten Staaten, in denen das Notebook eingeführt wird, sollen China, Brasilien, Argentinien, Nigeria, Thailand und Ägypten gehören. Die Bildungsministerien der entsprechenden Länder können jedoch nur einen Laptop pro Kind bestellen; ein Missbrauch des günstigen Rechnerangebots soll somit vermieden werden. Ziel des 100-Dollar-Notebook-Projekts ist es, ärmeren Ländern einen Anschluss an die führenden Informationsgesellschaften zu ermöglichen.
Zielgerichtete Ausstattung und Design - das spart Geld
Betrieben wird das 100-Dollar-Notebook mit einem AMD-Prozessor (500 MHz) sowie dem freien Betriebssystem Linux. Hinzu kommen ein Gigabyte Flash-Speicher und ein WLAN-Modul. So ausgestattet soll der Laptop alle notwendigen Basisfunktionen ausführen können; ein einfacher Internet-Zugang ist ebenfalls möglich. Gespart wurde bei dem günstigen Mobilrechner vor allem an teuren Displays. Statt kostspieligen LCDs mit Flüssigkristallen kommt hier eine simple Alternativtechnologie zum Einsatz, bei der das anzuzeigende Bild von einem Chip produziert, anschließend mehrfach projiziert und dann auf einen spiegelähnlichen Bildschirm geworfen wird.
In puncto Design wurde darauf geachtet, dass das Notebook vor allem robust und praktisch ist: Damit der Laptop auch auf langen Schulwegen leicht zu transportieren ist, dient das integrierte Netzteil gleichzeitig als Tragegriff, das Kabel wird zum Schultergurt. Darüber hinaus schützt ein spezieller Gummiüberzug das Gerät vor allerlei Umwelteinflüssen und klimatischen Schwankungen. Die Stromversorgung kann zudem alternativ auch über eine Handkurbel erfolgen, mit der sich der Akku (teilweise) wieder aufladen lässt. Eine Minute Körpereinsatz soll dabei je nach Anwendung zehn bis 30 Minuten Notebook-Betrieb ermöglichen.
Links zum Thema
- Massachusetts Institute of Technology (MIT)
- Media Lab des MIT
- Billig-Notebook soll Schulbildung in Entwicklungsländern verbessern
- MIT: Das 100-Dollar-Notebook nimmt Formen an

Zitat: Was willst du denn sonst? Willst du Afrika klein halten, oder was? Ich denke, Afrika hält sich selbst schon klein genug. Da muss man nicht nachhelfen :-/
Was könnte denn besser für Europa sein, als starke Konkurrenz? Was könnte effektiver zur Auseinadersetzung mit dem europäischen Demokratiesystems anrgegen, als eine starke Alternative? Ich denke,...
Dito, ich wäre auch interessiert. Wie wärs mit ner etwas stärkeren erste-Welt-Ausgabe? Ich hätte gern mehr (ziemlich kostenintesiven) Speicher. Das sollte sich auch ganz simpel machen lassen...
Zitat: Die Afrikaner werden auch so schnell aufholen, wenns denn mal zündet... Mit einem Unterschied: Während Indien und China den Vorteil haben, dass dort seit Jahrzehnten...
und in 20Jahren sind nicht nur die Chinesen und Inder schlau genug, gegen die seltsame Europolitik anzudiskutieren. Die Inder waren vor kurzem noch auf 60er Jahre-Stand im Automobilbau. Die Afrikaner werden auch so...